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Wertvolle Wiesen als Mülleimer missbraucht

Immer wieder montags ist die Aussichtsfläche am Burgberg verwüstet – Flaschen und Grillschalen werden einfach in die Natur geworfen

Das ist nur eine Ausbeute mittleren Ausmaßes nach einem Partywochenende am Burgberg.Foto: privat
Das ist nur eine Ausbeute mittleren Ausmaßes nach einem Partywochenende am Burgberg. Foto: privat

Steinheim. Jeden Montagmorgen im Sommer bietet sich das gleiche Bild am Burgberg: Flaschen, Dosen, Getränketüten, Becher und Pappteller liegen im Gelände herum, hübsch verteilt auch in den Trockenmauern und früheren Weinbergflächen. Am Wochenende werden hier Partys gefeiert, die Leute werfen ihren Müll einfach in den Hang. Kein Problem sei es offensichtlich, das Partyzubehör an den Burgberg zu karren, so der städtische Umweltbeauftragte Eric Hirsch, sehr wohl aber, den Müll wieder mitzunehmen, in die dort stehenden städtischen Mülleimer zu werfen oder daneben zu deponieren, wenn sie voll sind. „Die Stadt stört es nicht, dass hier am Wochenende Feste gefeiert werden, sondern dass die Leute ihren Müll und vor allem Flaschen einfach in die Landschaft werfen“, betont Eric Hirsch. Einweggrillschalen fliegen gleich hinterher, was wiederum die Brandgefahr erhöht. Denn bei den ehemaligen Weinbergflächen am Burgberg handelt es sich um wertvolle Biotopflächen. Eidechsen fühlen sich hier wohl, auch eine Schlingnatter hat Eric Hirsch schon entdeckt, Wildbienen summen. Auf den sonnigen Flächen blühen Kräuter- und Wildblumen besonders bunt. „Wir haben diese Magerwiesen als Ausgleich für den Bau des Parkplatzes Murrinsel extra angelegt“ sagt Hirsch.

Zudem sind die Flaschen – überwiegend sogar Pfandflaschen – später bei der Mahd der Flächen für die beauftragten Firmen eine große Gefahr. Denn durch das rotierende Messer der Motorsense verwandeln sich Flaschen, Scherben und Dosen in unkontrollierbare Geschosse.

„Gerne werden bei den Wurfübungen auch noch Geländer zertrümmert oder Hinweisschilder abgerissen“, wird Hirsch zynisch. Auch die Bänke und der Tisch, die die Ortsgruppe Steinheim des Schwäbischen Albvereins anlässlich seines 50-jährigen Bestehens spendeten, werden immer wieder verwüstet. „Das ist alles ein großer Unterhaltungsaufwand für den Bauhof. Eineinhalb Stellen sind im städtischen Bauhof allein für die Stadtreinigung vorgesehen. Immer montags sind die Außenbereiche und die Teilorte Kleinbottwar und Höpfigheim dran. Weitere Brennpunkte sind der Wengerterunterstand am Benning in Kleinbottwar, die Hardthütte in Höpfigheim, der Pavillon hinter dem Riedstadion in Steinheim und die Forstberghütte in Kleinbottwar. „Da wird sogar die Holzverschalung herausgerissen, um sie zu verbrennen“, kann Hirsch nur den Kopf schütteln.

Das Problem habe sich in den vergangenen zwei, drei Jahren verstärkt. Werde es nicht wieder besser, müsse die Stadt über Konsequenzen nachdenken, zum Beispiel, dass der Sicherheitsdienst verstärkt kontrolliere. Dies wolle man aber eigentlich vermeiden, da damit auch all die eingeschränkt und kontrolliert werden, die sich ordentlich verhalten und die Aussichtsfläche sauber verlassen.

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