Gala convention
Ludwigsburg | 30. Juli 2018

Im Galopp in die bunte Ponywelt

Zum siebten Mal treffen sich die Fans von der TV-Serie „My little Pony“ im Forum Ludwigsburg – Serienstars aus Kanada dabei

Posing gehört bei der Gala Con zum guten Ton. Fotos: Ramona Theiss

Posing gehört bei der Gala Con zum guten Ton. Fotos: Ramona Theiss

Das Leben ist kein Ponyhof, wohl aber das Forum am Schlosspark. Aus Australien, Indonesien, Malysia, den USA und vielen europäischen Ländern waren über 1100 Fans der US-amerikanischen Animationsfilmserie „My little Pony – Friendship is magic“ am Wochenende angereist. Wenn die Fanveranstaltung Gala Con stattfindet, schwingen Menschen aus aller Welt die Hufe.

Viele von ihnen verkleiden sich wie ihre Vorbilder in der Serie, die 1983 zum ersten Mal ausgestrahlt wurden. Was sie anlockt, ist das Zusammensein mit Gleichgesinnten und die Aussicht, Stars der Serie, Synchronsprecher oder Zeichner zu treffen. In Workshops lernen die Fans, in der Origamitechnik kleine Ponys aus Papier zu falten, Ponygeschichten zu schreiben oder Kostüme mit Nadel und Faden selbst zu nähen.

Sie stimmen Lieder aus der Serie an und nehmen an Kostümwettbewerben teil. Auch in den Shows dreht sich alles um „My little Pony“, die Entstehungsgeschichte, die Musik. Höhepunkt sind Galaball und Galaparty, für die sich die Fans besonders in Schale werfen.

Eine besondere Herausforderung bei diesem Wetter ist das Cosplay, bei dem die Figuren originalgetreu dargestellt werden. Spitznamen machen die Verwandlung perfekt. Die 25-jährige Kathrin aus Bayern alias Daybreaker trägt eine weiße Ritterrüstung aus Thermoplast, mit Schaumstoff gepolstert. Unter dem Helm mit weißem Horn schauen nur ein Teil des Gesichts und die langen, rot-orangenen Haare einer Perücke hervor. Ob ihr heiß sei? „Und wie, mir läuft der Schweiß herunter.“ Kaum vorstellbar, wie die Fans in den Kostümen aus Fell schwitzen.

Schweißtropfen bilden sich auch auf dem Gesicht von Jaroslev Haken in sonnengelbem Overall und mit rosafarbener Perücke auf dem Kopf. Er stelle die Figur Fathersting dar, so der Tscheche. Er lebt in Prag und gehört zu den Stammgästen: Seit 2012 das erste Fantreffen in Ludwigsburg stattgefunden hat, ist er dabei. Was ihm an der Fernsehseriegefällt: „Das erinnert mich an die positiven Werte, die meine Eltern mir als Kind vermittelt haben, nämlich nett und freundlich zu sein“, sagt er. In der Serie geht es um Freundschaft und Toleranz.

Die Anhänger von „My little Pony“ nennen sich übrigens selbst Brony. Dieser Begriff setzt sich aus Brother, also Bruder, und Pony zusammen. Das passt, besteht die Fanszene doch in erster Linie aus jungen Männern. Ponyohren auf dem Kopf und ein Plüschpony auf dem Arm sind das Mindeste, was den Fan auszeichnet. Sie wirken in ihren Verkleidungen und mit den Plüschponys zwar freakig, gelten aber als friedfertig, nach dem Motto „Wir wollen doch nur spielen“.

Und so stehen die Anhänger artig an, um Autogramme zu ergattern. Namen wie Kelly Sheridan, Elley-Ray Hennessy, Claire Corlett und Ian Corlett sind bei Insidern bekannt. Sie sind Synchronsprecher und leihen den niedlichen Ponys ihre Stimme. Jetzt schreiben sie fleißig ihren Namen auf Poster, Mützen und Autogrammkarten. Alle vier sind eigens aus Kanada angereist. Zeichner Andy Price hat noch seinen Koffer dabei.

So mancher Freudenschrei ertönt, als eingefleischte Fans ihren Idolen nahe kommen. Im Foyer des Forums haben Händler ihre Stände aufgebaut und bieten Fanartikel an. Ob Becher, Handtuch, Schneekugel oder Poster: Ponys überall. Auch das Restaurant Kubus hat seine Karte mit Royal Gala Burger, Hot Diamond Dog und Angels Favorite dem Besuchergeschmack angepasst.

Hinter diesem kunterbunten Event steckt ein ganzes Jahr Vorbereitung des Vereins Pony Fanclub Federation. Das verrät Saij alias Christioph Friedrich, Erfinder und Chairman des europaweit größten Fantreffens in Ludwigsburg, der im echten Leben als Softwareentwickler von Webseiten arbeitet. „Die meisten Fans reisen am Freitag an und bleiben bis Montag“, berichtet Saij von ausgebuchten Hotels.

Mit dem, was nach der Veranstaltung in der Innenstadt passiere, habe man aber nichts zu tun, betont er. Im vergangenen Jahr hatten sich Anwohner des Marktplatzes über Lärm der feiernden Fans beklagt.

Marion Blum
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