Hallenbäder
Markgröningen/ASperg | 30. Januar 2018

Interkommunal ist das Zauberwort

Die Stadt Markgröningen kann es sich derzeit nicht leisten, ihr marodes Stadtbad im großen Stil zu sanieren oder neu zu bauen – deshalb fällt der Blick nach Asperg.

Drei Kommunen mit ähnlichen Problemen: Die Hallenbäder in Markgröningen (Foto), Asperg und Schwieberdingen sind marode. Fotos: Holm Wolschendorf
Drei Kommunen mit ähnlichen Problemen: Die Hallenbäder in Markgröningen (Foto), Asperg und Schwieberdingen sind marode. Fotos: Holm Wolschendorf

Vor knapp einem Jahr verschafft sich die Stadt Markgröningen Zeit. Sie investiert einen sechsstelligen Betrag in die Sanierung ihres Stadtbads. Allerdings lässt sie nur die nötigsten Dinge machen, damit das Gesundheitsamt des Kreises die marode Schwimmstätte nicht schließen lässt. Für eine umfassende Runderneuerung hat die Stadt, die derzeit unter Schulden in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro ächzt, kein Geld. „Finanziell ist es sicherlich nicht sinnvoll, wenn wir das Stadtbad teuer sanieren oder an einem anderen Standort alleine neu aufbauen“, sagte der SPD-Fraktionschef Pedro Fernandes in der vergangenen Woche in seiner Haushaltsrede und fügte hinzu: „Wenn wir ehrlich sind, wir könnten es uns momentan und in nächster Zukunft auch nicht leisten.“

In Markgröningen schweift der Blick deshalb über die Stadtgrenzen hinaus. „Ein interkommunales Hallenbad würde uns gut gefallen“, sagte auch der CDU-Fraktionschef Erich Hutflus, „am besten in einem interkommunalen Gewerbegebiet, woraus wir unsere Gewerbesteuereinnahmen aufbessern könnten.“ Bekanntlich ist Markgröningen bereits Partner eines Interkoms in Schwieberdingen, das der Verband Region Stuttgart in der Nähe des Automobilzulieferers Bosch entwickeln will. Hier haben darüber hinaus Möglingen und Hemmingen ihre Finger mit im Spiel.

Die Markgröninger Sozialdemokraten denken allerdings eher an eine Partnerschaft mit der Stadt Asperg. Fernandes: „Wenn es eine Kommune allein nicht kann, dann können es vielleicht mehrere gemeinsam. Die Stadt Asperg steht vor dem gleichen Problem.“ Fernandes erinnert daran, dass das Lehrschwimmbecken beim Nachbarn aus finanziellen Gründen geschlossen ist, der Wunsch und Bedarf nach Schwimmen und Unterricht allerdings groß sei. Fast 1400 Asperger forderten im vergangenen Jahr (erfolglos) den Erhalt des Lehrschwimmbeckens.

Die Markgröninger SPD hat rund um den Jahreswechsel bereits Gespräche mit den Parteifreunden in Asperg geführt. Fernandes sagt darüber hinaus: „So wie ich einige Gemeinderäte und den neu gewählten Bürgermeister Christian Eiberger verstanden habe, ist eine interkommunale Lösung nicht auszuschließen.“

Die SPD fordert den Markgröninger Bürgermeister Rudolf Kürner nun auf, Gespräche mit der Stadt Asperg und mit dem Kreis zu führen. Das Ziel: ein interkommunales Schwimmbad zu bauen und zu betreiben. „Und wenn uns ein öffentlicher Badebetrieb wichtig ist, dann haben wir auch nichts dagegen, einen zusätzlichen privaten Betreiber ins Boot zu holen.“

Auch die Markgröninger GAL hat die Frage nach einem gemeinsamen Hallenbad längst mit ja beantwortet. Sie will, dass es keine Denkverbote gibt. Allerdings gibt sich der Fraktionschef Andreas Semmling noch etwas skeptischer als die Sozialdemokraten. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und scheut zunächst einmal Veränderungen.“

Zu einer XXL-Lösung wird es ohnehin nicht kommen. Fernandes hatte auch versucht, Kommunalpolitiker in Möglingen für ein gemeinsames Hallenbad zu gewinnen, allerdings haben seine Parteifreunde bereits abgewunken. Möglingen baut derzeit für rund 20 Millionen Euro eine neue Gemeinschaftsschule mit einer öffentlichen Bibliothek. Außerdem werden Millioneninvestitionen in die Kinderbetreuung nötig. Seit Jahren beschäftigt sich die Gemeinde zudem damit, die Ortsmitte umzugestalten und ein neues Rathaus zu bauen. Konkreter könnten diese Pläne werden, wenn das Mammutprojekt Schulneubau bewältigt ist. Für ein weiteres Megavorhaben wie ein Hallenbad scheint da momentan kein Platz zu sein.

Philipp SChneider
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