Jubiläumskonzert
Ludwigsburg | 15. Januar 2018

Peppige Roben und musikalische Talente

Das Kreisjugendorchester Ludwigsburg und Musicalstar Zodwa Selele präsentieren zum Auftakt des LKZ-Jubiläumsjahrs eine schillernde Mischung von Hits aus Film und Musical. In der Besigheimer Stadthalle Alte Kelter zeigt sich auch einmal mehr: Klasse ist keine Frage des Alters.

Maximale Energien: Das Kreisjugendorchester unter seinem Dirigenten Roland Haug spielt kraftvoll auf, Zodwa Selele präsentiert ihre vielseitige Stimme.Fotos: Holm Wolschendorf
Maximale Energien: Das Kreisjugendorchester unter seinem Dirigenten Roland Haug spielt kraftvoll auf, Zodwa Selele präsentiert ihre vielseitige Stimme.Fotos: Holm Wolschendorf
Für den guten Zweck: LKZ-Verleger Gerhard Ulmer (Mitte) überreicht die beiden Schecks mit den Erlösen des Benefizkonzerts an Karin Koller vom Förderkreis für Behinderte Besigheim (2700 Euro) und den Dirigenten des Kreisjugendorchesters Roland Haug (4000 Euro).
Für den guten Zweck: LKZ-Verleger Gerhard Ulmer (Mitte) überreicht die beiden Schecks mit den Erlösen des Benefizkonzerts an Karin Koller vom Förderkreis für Behinderte Besigheim (2700 Euro) und den Dirigenten des Kreisjugendorchesters Roland Haug (4000 Euro).

Besigheim. Als Zodwa Selele ein letztes Mal ihren charmanten Knicks vollführt und Dirigent Roland Haug den Taktstock sinken lässt, hält es im Saal einmal mehr keinen auf seinem Sitz. Stehende Ovationen für ein zweieinhalbstündiges Programm, das in seiner klanglichen Dichte und thematischen Vielfalt begeistert hat. Ein Parforceritt durch zahlreiche Kino-Soundtracks und Musical-Hits, von „Indiana Jones“ (John Williams) über „Somewhere over the Rainbow“ aus „Der Zauberer von Oz“ bis hin zur „Star Wars Saga“. Das Kreisjugendorchester Ludwigsburg (KJO) bestreitet diesen fulminanten Abend zusammen mit der Musical-Sängerin Zodwa Selele als Stargast. Aktuell ist sie in Stuttgart als Nicky in „Bodyguard“ zu sehen und hat in den vergangenen Jahren schon das eine oder andere Projekt mit dem KJO realisiert. Das Benefizkonzert für die LKZ-Spendenaktion Helferherz ist zugleich der feierliche öffentliche Auftakt zum Jubiläumsjahr, in dem die Ludwigsburger Kreiszeitung ihren 200. Geburtstag begeht. Ein überaus kurzweiliger Abend.

Natürlich sind der anhaltende Applaus und die begeisterten Pfiffe auch eine Reaktion auf einen der großen Höhepunkte des Abends, der soeben verklungen ist: „I will always love you“, bekannt geworden in der Version von Whitney Houston und aktuell in „Bodyguard“ zu hören. Selele beweist einmal mehr ihr feines Timbre, ihre Stimme ist schlanker im Klang, eher zerbrechlich als kapriziös, was ihr die Möglichkeit zu einer überaus eigenständigen Interpretation lässt. So erscheint die emotionale Spannung gerade gegen Ende des Songs, als der Gesang solo noch eine letzte zarte Pirouette dreht, im Saal förmlich greifbar.

Schon der allererste Applaus des Abends ist überaus lang, was nicht nur mit der Beliebtheit dieses Klangkörpers zu tun hat, sondern auch schlicht mit seiner Größe. 75 junge Blasmusiker – von der Querflöte bis zur Tuba – betreten an diesem Abend die Bühne und füllen sie derart aus, dass Sängerin Zodwa Selele mitunter Nöte hat, ihren Mikrofonständer sicher zu postieren. Den braucht sie allerdings ohnehin nur sporadisch. Bei „Goldfinger“ und „Goldeneye“ aus den gleichnamigen „James Bond“-Filmen schreitet sie kokett den Bühnenrand entlang, dabei ist sie von Haus aus weniger Rockröhre als Kollegin Tina Turner, bringt dafür gänsehautfähige Soul-Schattierungen mit in die Songs. Seele wechselt im Laufe des Abends munter ihre peppig gefärbten Roben und kokettiert immer wieder augenzwinkernd mit ihrer Dreiecksbiografie als gebürtige Fränkin und Wahl-Stuttgarterin mit südafrikanischen Wurzeln.

Das KJO wiederum macht klar, dass es mit all seinen Talenten zu Recht als musikalischer Botschafter des Landkreises gilt. Immer wieder erweist es sich in allen Instrumentengruppen als rhythmisch gelenkig, mit geschmeidigem Blech und schillerndem Holz. Schwebend und energetisch „Out of Africa“ aus dem gleichnamigen Film, mit dem die Musiker, wie angekündigt, mit „sentimentaler Wehmut“ die afrikanische Sonne aufgehen lassen. Während Flügelhornist Julian Escher in „Autumn Leaves“ zartes Vibrato und kraftvollen Ton zeigt, soliert Fabian Weiß an seiner Tuba in „The Pink Panther“ mit Pfiff und mit für dieses ja eher unhandliche Instrument erstaunlicher Eleganz.

Mit Miriam Makebas Klassiker „Pata Pata“ entzündet Selele als Zugabe viel südafrikanisches Feuer, nicht jedoch, ohne vorher – Motto: Besigheim gilt als Brasilien Deutschlands – sicherheitshalber mehrere Blumenvasen wegzuräumen, um Platz für das munter mittanzende Publikum zu schaffen. Ein Abend für die gute Sache – in jeder Hinsicht.

Johannes koch
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