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Kreisimpfzentrum

Auffrischimpfung: Großer Andrang im Impfzentrum bleibt aus

Seit Mittwoch können sich erste Personengruppen eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus holen. Im Ludwigsburger Impfzentrum ist die Nachfrage danach allerdings nicht sehr hoch. Am ersten Tag haben sich etwa 30Personen ein drittes Mal impfen lassen.

Kaum jemand holt sich am ersten Tag der Auffrischimpfung im Ludwigsburger Impfzentrum eine dritte Impfdosis ab. Foto: Ramona Theiss
Kaum jemand holt sich am ersten Tag der Auffrischimpfung im Ludwigsburger Impfzentrum eine dritte Impfdosis ab. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Mit einem großen Andrang rechneten die Verantwortlichen im Ludwigsburger Impfzentrum (KIZ) am 1.September, dem Tag, an dem die Auffrischimpfungen starteten. Das Impfzentrum, das noch nie in Vollauslastung gearbeitet hat, wurde auf viele Besucher vorbereitet, es wurde ausreichend Personal verständigt und alle Impfstraßen geöffnet. Doch die große Nachfrage am Mittwoch blieb aus. „Im Impfzentrum war nicht erheblich mehr los als in den vergangenen Wochen“, so ein Sprecher des Landratsamtes am Mittwochabend. Es hätten sich etwa 30Personen eine Drittimpfung abgeholt.

Ob sich das in den nächsten Tagen ändert, steht in den Sternen. Aber eines kann der Sprecher sagen: Für die Auffrischimpfungen sind kaum Termine vergeben. Dies ist möglich über die landesweite Hotline 116117, online gibt es bisher keine Möglichkeit, einen Termin für die dritte Impfung zu buchen. Die meisten der 30Impfwilligen seien auch am ersten Tag der Auffrischimpfung ohne Termin in die Ludwigsburger Weststadt gekommen. „Nur vereinzelt haben sich Berechtigte einen Termin gebucht“, so der Sprecher des Landratsamtes. Wie bei der Erst- und Zweitimpfung ist es auch bei der Auffrischung möglich, ohne Termin ins Ludwigsburger KIZ zu kommen.

Impfteams in Pflegeheimen unterwegs

Lesen Sie hier: Auffrischimpfungen vor dem Start - Fragen und Antworten zur Drittimpfung

Vereinzelt seien auch Personen da gewesen, die nicht für eine Auffrischung berechtigt waren, so der Sprecher. Das waren nicht nur Menschen, die grundsätzlich noch nicht berechtigt sind. Ein Grund sei beispielsweise auch gewesen, dass der Abstand zur Grundimmunisierung nicht eingehalten worden war. Die Drittimpfung ist sechs Monate nach der vollständigen Impfung möglich, bei den meisten nach der zweiten, bei Genesenen und mit Johnson&Johnson Geimpften nach der ersten Impfung.

Seit Mittwoch sind auch ambulante Impfteams in den Pflegeheimen unterwegs. Sie verteilen Auffrischimpfungen an Pflegebedürftige und über 80-Jährige in den Heimen. „Die Impfteams werden gut angenommen“, so das Fazit des Landratsamts nach dem ersten Tag. Ende September sollen alle Heime angefahren sein, bei denen die Grundimmunisierung bereits sechs Monate oder mehr zurückliegt. Bei der Reihenfolge der Termine orientiere sich das Landratsamt an den ersten und zweiten Impfungen. Die Heime, die diese früher bekommen haben, werden nun auch früher für die Auffrischung angefahren.

Bis jetzt liegt für die Auffrischimpfung noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor. Die Kommission plant jedoch aktuell eine zeitnahe Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte. Die Aufarbeitung der vorliegenden Daten sei in vollem Gange, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens. Lange werde es nicht mehr dauern, auf ein genaues Datum für die Empfehlung könne er sich aber noch nicht festlegen.

Geplant sei auch eine Aktualisierung der Empfehlung für Schwangere, wenn die Datenaufarbeitung bei der Stiko in diesem Bereich voranschreite. Bisher ist die Empfehlung für Schwangere stark eingeschränkt: Sie gilt nur für Frauen mit Vorerkrankungen und einem hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder für Frauen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände. Nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung kann diesen Gruppen seit Mai eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden.

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