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Jugendmusikschule

Bei Gala Mut zu Neuem bewiesen

Festreden und vielseitiges musikalisches Programm in der Reithalle der Karlskaserne

Mit filigranem Klang überraschte das Harfenensemble. Foto: Andreas Becker
Mit filigranem Klang überraschte das Harfenensemble. Foto: Andreas Becker
Musikschulleiterin Christiane Schützer freut sich über die vielen Besucher. Foto: Andreas Becker
Musikschulleiterin Christiane Schützer freut sich über die vielen Besucher. Foto: Andreas Becker

Das Programm der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Jugendmusikschule am Freitagabend in der Reithalle der Karlskaserne sprach für sich: Hier präsentierte sich eine Einrichtung, die innovativ arbeitet. Da stimmten 16 Celli einen Beatles-Song an, Harfen wurden auf modern getrimmt und begabte Schüler präsentierten Klassiker mit erstaunlicher Reife.

Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige und viele Ehrengäste waren zur Freude der Leiterin Christiane Schützer in die Reithalle der Karlskaserne gekommen, um mit der Jugendmusikschule, laut Schützer ein aus der Bürgerschaft heraus entstandener Verein, zu feiern. Die Leiterin begrüßte an dem Abend auch den Gründungsvorsitzenden Dr. Otto Schäfer und hob außerdem den Einsatz des Freundeskreises hervor, der Anschaffungen, Freizeiten und Aktivitäten ermögliche. „Die Jugendmusikschule hat es geschafft, sich als große Kulturinstitution in Ludwigsburg zu etablieren“, sagte der erste Vorsitzende Jochen Schwemmle. Und dem Vorsitzenden zufolge macht sich die Einrichtung auch fit für die Zukunft: mit Qualität in der Ausbildung, mit einem zeitgemäßem Angebot und Zugang für alle, mit einem eigenen Markenkern und mit einer sicheren Finanzierung.

Zusammenarbeit mit Stadt wichtig

Die Jugendmusikschule stehe großartig da, betonte Oberbürgermeister Werner Spec, der die musikalische Frühförderung von Kindesbeinen als wichtige Persönlichkeitsbildung bezeichnete und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und JMS mit den Ludwigsburger MusikImpulsen in Kitas und Grundschulen hervorhob. Laut dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Musikschulen in Baden-Württemberg, Friedrich-Koh Dolge stellen sich die 215 Musikschulen im Land mit ihren 8000 Lehrkräften und 300.000 Schülern dem gesellschaftlichen Wandel. Die Einrichtungen seien aber auch auf die Unterstützung der Städte und Gemeinden angewiesen, so Dolge weiter. In diesem Zusammenhang würdigte der Landesvorsitzende die Unterstützung der Stadt Ludwigsburg für die musikalische Bildung.

Dass die JMS für die Zukunft gut aufgestellt ist, zeigte das mutige musikalische Programm. Das eigens für das Jubiläum gegründete Trompetenensemble eröffnet das Konzert mit einer Fanfare in bestechender Klarheit. Das aus Ehemaligen bestehende „Ensemble 18“ interpretierte Renaissancetänze ganz neu, das Harfenensemble überraschte mit filigranem Klangzauber gepaart mit modernem Rhythmus und 16 ehemalige Celloschüler, die heute Profis oder versierte Laien sind, boten brasilianische Sommerklänge, die die Sopranistin Angelika Lenter mit feiner Melancholie bereicherte. Die Zugabe des vom Publikum gefeierten Ensembles: Der Beatles-Song „Obladi Oblada“, mit Witz und Schwung interpretiert.

Das aus den bei „Jugend musiziert“ äußerst erfolgreichen Schülern Johannes Braun (Violine), Julia Youyou Ruan (Cello) und Justin Hodorkovski (Klavier) bestehende Trio „J3“ überzeugte mit einem sphärisch-emotionalen Satz eines Klaviertrios von Fauré. Justin Hodorkovskis Klaviersolo aus Tschaikowskis „Vier Jahreszeiten“ bewies viel Reife und Können.

Auch weitere Schüler ließen mit ihren solistischen Darbietungen aufhorchen. Vorneweg die Geigerinnen Lavinia Laukner und Lynn My Le Trinh Stiegler, die mit furioser Spielweise und erstaunlicher Virtuosität begeisterten. Das traf auch auf den Klarinettisten Aaron Ritter zu, dessen Tonsprache eine erstaunliche Vielseitigkeit aufwies. Die Cellistinnen Karolin und Annika Spegg boten mit großer Hingabe südamerikanisch inspirierte Musik dar. Der Cellist Jona Palm bekam seinen ersten Musikunterricht in Ludwigsburg, jetzt studiert er Musik, konzertierte in großen Orchestern und bewies den von den Festrednern eingeforderten Mut zu Neuem: mit einer modernen, nuancenreichen Komposition zwischen Realität und Traum.

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