Ludwigsburg. „Heute Nacht kam das Wasser wieder zurück“, erzählt Orhan Özbagci vom Uferstüble in Hoheneck. Der gerade erst leergepumpte Keller lief wieder voll, die Feuerwehr kam heute Morgen erneut zur Hilfe. „Sie haben eine starke Pumpe gebracht“, so Özbagci, „jetzt ist es sogar fast wieder trocken.“ Aktuell ist das Wasser wieder gestiegen, nun ist auch der Parkplatz überflutet. „Wenn das Wasser erstmal so weit steigt, haben wir wirklich ein Problem.“

Dabei hatten Silke und Orhan Özbagci am Samstag und Sonntag die Contenance bewahrt, mehr noch: Am Sonntag wurde der Biergarten sogar geöffnet, zehn bis 20 Unverdrossene trafen sich im Wolkenbruch unter den Schirmen. Für heute ist alles ungewiss, zudem wird noch der Scheitel in Ludwigsburg erwartet, weil die Wassermassen sich erst noch auf den Weg machen.
An der Schleuse in Poppenweiler ist zu sehen, mit welcher Macht der Neckar sich auf den Weg macht. Die nächsten Stunden sind entscheidend. Die Evakuierung in Neckarrems soll wohl doch nicht stattfinden, Näheres ist noch nicht bekannt.
Wie der Ludwigsburger Feuerwehrkommandant Hans-Peter Peifer sagt, sind alle Kräfte im Einsatz. In der Ludwigsburger Hauptfeuerwache wurde ein zusätzlicher Führungsstab mit 15 Kräften eingerichtet, zudem sind viele Wechsellader im Landkreis mit Sandsäcken unterwegs. "Aber so wie es derzeit aussieht, entspannt sich die Lage langsam."

Die Bürger werden gebeten, sich weder in Keller noch Tiefgaragen aufzuhalten und auf Hochwasser-Tourismus zu verzichten. Derzeit kommt es zu heftigen Staus auf den Straßen, die Rettungskräfte dürfen nicht behindert werden. Autos in Ufernähe sollten umgeparkt werden. Der Landkreis hat sich auf die Nina-Warnapp aufgeschaltet, ein Bürgertelefon soll demnächst eingerichtet werden.



