Logo

Feuerwehr

Der Dachstuhl brennt lichterloh

Großeinsatz beim Evangelischen Dekanatamt auf dem Marktplatz – Denkmalgeschütztes Haus kann gerettet werden

350_0900_18994_19_04_18Wolschendorf_75.jpg
Schwarz verkohlt zeigt sich der Dachstuhl, wo noch wenige Minuten zuvor Flammen herausschlagen. Fotos: Holm Wolschendorf/Sabine Servinho-Lohmann
350_0900_19014_Diakonie_Ludwigsburg_Brand.jpg

Ludwigsburg. Die Flammen schlagen aus dem Dachstuhl, zahlreiche Marktplatzbesucher beobachten gegen 15 Uhr, wie sich das Feuer über der Dachgaube des Denkmalhauses – immerhin das Geburtshaus von Justinus Kerner – ausbreitet. Es ist das Eckhaus, das die Evangelische Kirche derzeit saniert.

Innendrin kämpft eine Person gegen das Feuer an. Passanten haben dies beobachtet und berichten es den Polizeibeamten, die versuchen, näheres dazu herauszufinden. Die Feuerwehr bestätigt dies, es sei jedoch wohl jemand gewesen, der in der Diakonie war und Feuerwehrmann ist. Er habe richtig reagiert und mit dem Handfeuerlöscher versucht, zu löschen, so die Feuerwehr Ludwigsburg, die auch aus Freiberg Verstärkung erhielt. „Als wir kamen, hat sich die Person zurückgezogen“, berichtet Einsatzleiter Hans-Peter Peifer. Die Ludwigsburger Wehr war mit drei Löschfahrzeugen und 30 Einsatzkräften vor Ort, beide Drehleitern waren im Einsatz, von denen herab gelöscht wurde. Das benachbarte Restaurant habe rasch seine Tische und Stühle zur Seite geräumt, so dass sich die Fahrzeuge schnell positionieren konnten, berichtet Peifer. „Wäre das am Wochenende passiert, wäre es schwieriger gewesen“, ist der Einsatzleiter froh, dass nicht entsprechender Publikumsbesuch oder Fahrzeuge den Weg versperrten.

Noch Stunden später ist die Feuerwehr im Einsatz, um das Dach aufzumachen und mögliche Brandherde zu bekämpfen.

Entzündet hat sich der Brand bei Sanierungsarbeiten im Dachstuhl. Das 300 Jahre alte Gebäude saniert die evangelische Kirche derzeit, um das Haus besser nutzen zu können. Auch will sich die Kirche mehr nach außen öffnen, mit Kleinkunst, einer Theke, Veranstaltungen. Die Sanierung, ursprünglich auf eine Million Euro taxiert, kommt inzwischen auf 1,7 Millionen. Der Brandschaden gestern wird von der Polizei grob auf rund 20 000 Euro geschätzt, genauere Zahlen gebe es noch nicht. Wie es zu dem Brand kam, ist noch unklar. Zunächst werden Brandermittler das Umfeld untersuchen. (hpj)