Ludwigsburg. Ein LKZ-Leser hatte uns Fotos der schwarzen Schwäne vom Monrepos-See zugeschickt. Nachgefragt beim Ludwigsburger Ornithologen Prof. Dr. Claus König bestätigte sich: Der Schwarzschwan lebt eigentlich in Australien und ist keineswegs am Monrepos-See heimisch. Bei diesen Exemplaren muss es sich also um ausgebüxte Exemplare handeln, so König.
Der Ornithologe freilich hatte das Foto nicht zu Gesicht bekommen. Eine optische Einschätzung war ihm nicht möglich. Für den LKZ-Leser sowie die Redaktion sah das Federvieh täuschend echt aus. Doch nun stellt sich heraus: Die Schwäne sind aus Plastik und sind keineswegs echt.
Verantwortlich für die Plastikschwäne ist der Sportfischerverein Ludwigsburg. Der bewirtschaftet unter anderem den Monrepos-See und hat zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: „Die schwarzen Schwäne verstehen sich nicht mit den Kormoranen“, erklärt Vereinspräsident Michael Pliefke. Und Kormorane zählen nicht gerade zu den Lieblingen der Fischer. „Wir haben rund 60 Kormoran-Brutpaare hier am Monrepos. Ein einzelner Kormoran frisst pro Tag etwa 500 Gramm Fisch.“ Da könne man sich ausrechnen, wie es um das Anglerglück am Monrepos bestellt sei.
Die Sportfischer haben abgewartet, bis die Brut ein gewisses Alter hat, um nicht mehr von den Alttieren abhängig zu sein. Vor rund zwei Wochen habe man dann die Plastik-Schwäne zu Wasser gelassen. Mit Erfolg: „Es wirkt“, sagt Pliefke. Die Zahl der Kormorane hat sich bereits reduziert.




