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Digital zum musikalischen Olymp aufgestiegen

Das Celloensemble der Jugendmusikschule Ludwigsburg ist erfolgreich beim Wettbewerb Jugend musiziert

Elf Celli und eine Sopranistin: Das Celloensemble der Jugendmusikschule Ludwigsburg. Foto: privat
Elf Celli und eine Sopranistin: Das Celloensemble der Jugendmusikschule Ludwigsburg. Foto: privat

Wer hätte bei coronabedingter Schließung der Jugendmusikschule im Dezember ahnen können, dass sich das Celloensemble mit elf jungen Musikern und einer Sopranistin zu guter Letzt im Frühsommer auf digitalem Weg einen ersten Platz beim Landeswettbewerb und damit eine Fahrkarte zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Bremen erspielen würde?

Der Deutsche Musikrat machte angesichts sinkender Inzidenzwerte im Frühsommer die Wertung „Besondere Ensembles“ auf Landes- und Bundesebene wieder möglich. Aus Ludwigsburg bewarben sich das Glinka-Trio - erfolgreich beim Landeswettbewerb mit 25 Punkten, erstem Preis und Weiterleitung zum Bundeswettbewerb - und das Celloensemble mit elf Cellisten und Sopranistin, die 24 Punkte, einen ersten Preis und ebenfalls eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb erspielten.

Das Glinka-Trio ist eine geglückte Kooperation der Jugendmusikschulen Ludwigsburg und Ditzingen. Da nur drei Mitspieler beteiligt sind, durfte das Ensemble im Zusammenhang mit Auftritten im Gottesdienst bereits während des Lockdowns zweimal proben. Sein Wettbewerbsprogramm, das Trio Pathétique des russischen Komponisten Michal Glinka, ist ausdrucksvolle, lebendige Musik und wie gemacht für einen Wettbewerb, vor allem für die drei jugendlichen Musiker.

Das Celloensemble mit der Sopranistin Elena Müller spielt im Wettbewerb Bachmanns Brasileiras No 5 des brasilianischen Komponisten Heitor Villa Lobos und die Uraufführung eines Werkes, das extra für diesen Anlass komponiert wurde: ‚Hope is the Thing with Feathers‘ von Moritz Lassmann nach einem Gedicht von Emily Dickinson.

Die elf jungen Cellisten werden von den Fachlehrerinnen der Jugendmusikschule Ludwigsburg unterrichtet und proben unter Leitung von Regine Friederich. Die hervorragende Sopranistin aus Korntal nimmt demnächst ihr Musikstudium an der Musikhochschule in Stuttgart auf.

Nach einem kurzen Probenstart im Herbst 2020 hatte das Ensemble eine nahezu halbjährige Corona-Pause, in der nicht einzuschätzen war, ob überhaupt die Chance auf eine Wettbewerbsteilnahme bestehen würde. Eine durchaus spezielle pädagogische Aufgabe war, den jungen Musikern in einer Zeit, in der man sich nie gesehen oder miteinander musiziert hat, weiterhin ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Optimismus zu vermitteln.

Dank der plötzlich schnell sinkenden Inzidenzen war Mitte Juni die Wiederaufnahme der Probenarbeit möglich. Drei Wochenenden sollten genügen, zu proben, wieder zusammen zu finden und ein wettbewerbsreifes Video zu erstellen. Der Abgabe-Termin für die Wettbewerbs-Videos hätte keine Woche früher sein dürfen. Das war in diesem Fall durchaus eine gute Kooperation zwischen Virus und Landesmusikrat Baden-Württemberg.

Der Bundeswettbewerb findet in der letzten Sommerferienwoche in Bremen statt. Die jugendlichen Wettbewerbsteilnehmer freuen sich riesig auf den gemeinsamen Ausflug und hoffen, dass Corona nicht wieder einen Strich durch die Reise-Rechnung macht. (red)