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Für Familien

Ein Wimmelbuch für Ludwigsburg

Stuttgart hat eins, Heilbronn hat eins, Heidelberg hat eins. Und Ludwigsburg bekommt eins: Ein eigenes Wimmelbuch. Momentan ist es am Entstehen. Wir haben die Illustratorin Kimberley Hoffman auf ihrem Recherchespaziergang durch Ludwigsburg ein Stück begleitet.

„Ich mag die zahlreichen, schönen Details des Barock.“ Die Illustratorin Kimberley Hoffman vor der Stadtkirche.Foto: Holm Wolschendorf
„Ich mag die zahlreichen, schönen Details des Barock.“ Die Illustratorin Kimberley Hoffman vor der Stadtkirche. Foto: Holm Wolschendorf
Kimberley Hoffman lässt die LKZ-Leser vorab auf den Entwurf des Titelbildes blicken. Das ist noch nicht die finale Fassung, betont die Illustratorin, gibt aber einen Eindruck davon, wie das Wimmelbuch für Ludwigsburg in etwa aussieht. Illustration: K
Kimberley Hoffman lässt die LKZ-Leser vorab auf den Entwurf des Titelbildes blicken. Das ist noch nicht die finale Fassung, betont die Illustratorin, gibt aber einen Eindruck davon, wie das Wimmelbuch für Ludwigsburg in etwa aussieht. Illustration: Kimberley Hoffman/Silberburg-Verlag

Ludwigsburg. „Wollen wir uns am Brunnen am Marktplatz treffen?“, fragt sie, und es klingt so selbstverständlich, dass man nicht auf die Idee käme, dass die 55-jährige aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel bis dato noch nie in Ludwigsburg war.

Es ist ihr inzwischen viertes Wimmelbuch, das sie für den Tübinger Silberburg-Verlag gestaltet. Die Idee dazu kam dabei aus Ludwigsburg selbst, genauer gesagt von Stefanie Knauß, Lehrerin am Schiller-Gymnasium. „Meine Kinder sind begeisterte Wimmelbuch-Leser“, erzählt sie. „Ich dachte mir, so eine tolle Stadt wie Ludwigsburg braucht ein eigenes Wimmelbuch.“

Mit dem Handy durch die Stadt

Wimmelbücher, das sind sehr detailreich gestaltete Bilderbücher, auf deren Seiten es jede Menge zu entdecken gibt. Jede Seite zeigt einen speziellen Ort, an dem sich unzählige kleine Szenen abspielen. Nicht nur Kinder haben Spaß beim Entdecken.

Beim Silberburg-Verlag stieß Stefanie Knauß auf offene Ohren, und auch beim Ludwigsburger Eigenbetrieb Tourismus & Events war man von der Idee begeistert.

„Es sind die vielen Kleinigkeiten, die so wichtig sind. Wie sehen zum Beispiel diese Lampen aus?“, sagt Kimberley Hoffman, und zeigt auf die Straßenlaternen in der Oberen Marktstraße. Schließlich sollen die Ludwigsburger ihre Stadt auch wiedererkennen. „Ich mag die zahlreichen, schönen Details des Barock.“

Und davon findet die die studierte Illustratorin mit amerikanischen Wurzeln jede Menge in Ludwigsburg. Sie zeigt Fotos auf ihrem Handy von kleinen Figuren, die als Fensterladenhalter an Gebäuden in der Stuttgarter Straße dienen, eine goldene Uhr im Schloss oder eine Putte.

„Ich merke mir die vermeintlich unwichtigen Dinge, wie zum Beispiel der Boden aussieht“, sagt sie beim Gang über den Rathaushof. „Diese Sachen machen es nachher aus.“

Ihre Eindrücke hält sie mit dem Handy fest, nur hin und wieder macht sie sich Skizzen in ein kleines Buch mit schwarzem Einband. „Ich zeichne erst zu Hause.“

Im Vorfeld zu ihrem Besuch in der Stadt hat sie viel im Internet recherchiert, viele Informationen von Tourismus & Events bekommen, erste Gespräche per Telefon geführt. Mit Volker Kugel war sie im Blühenden Barock, sie kennt inzwischen die drei Ludwigsburger Schlösser und bekam eine exklusive Stadtführung. „Die Dinge, die in einer Stadt wichtig sind, die sollen auch im Buch vorkommen.“ Dazu gehören zum Beispiel das Blüba, die Schlösser, Pferdemarkt mit Dackelrennen, die Venezianische Messe, Monrepos, Kürbisausstellung, Weihnachtsmark und Feuerwerk im Blüba, sowie die MHP-Riesen.

60 bis 80 Stunden pro Seite

Ganz wichtig sind für sie neben all den großen und kleinen Sehenswürdigkeiten die Menschen. „Die Bürger verraten sehr viel über eine Stadt.“ Deshalb mach sie es mit dem Ludwigsburger Wimmelbuch genauso wie mit den anderen: „Ich rufe die Bürger auf, mir über meine Website Fragen zu beantworten und mir ein Foto von sich zu schicken.“ So erfahre sie, wo die Menschen aufgewachsen sind, wie sie ihren Partner kennengelernt haben oder wo es die beste Brezel der Stadt gibt. Diese wahren Personen und Geschichten verpackt Kimberley Hoffman in kleine Szenen, die es im Buch zu entdecken gilt. Über 400 echte Personen versteckt sie in einem Buch.

Und noch etwas findet sich in allen ihren Büchern: die Kornmäuse. Die Idee kam auf, weil ihr Mann gerne mit Freunden wandert. Diese Wandergruppe hat Hoffman in kleine Mäuse verzaubert, die durch das jeweilige Buch wandern. In Ludwigsburg natürlich in barocken Kostümen.

Auch die Schüler des Schiller-Gymnasiums werden eine Rolle im Wimmelbuch spielen. Und sie haben sich selbst im Wimmeln ausprobiert. „Ich war mit meiner Klasse auf dem Marktplatz, wo die Schüler selbst kleine Szenen zeichnen sollten“, erzählt Lehrerin Stefanie Knauß.

Das ist gar nicht so ganz einfach, haben die Schüler festgestellt, aber selbst ein Profi braucht Zeit. „60 bis 80 Stunden pro Seite“, schätzt Kimberley Hoffman. Bis August/September soll das Wimmelbuch fertig sein.

Info: Sobald sich Ludwigsburger mit ihrer Geschichte und einem Bild von sich selbst um einen Auftritt im Wimmelbuch bewerben können, werden wir dies in der Ludwigsburger Kreiszeitung berichten.

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