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Fährt die Stadtbahnlinie U 14 bald von Remseck nach Pattonville?

Remsecks Oberbürgermeister Dirk Schönberger will die Hochflurbahn der SSB auf einer Teilstrecke einsetzen. Die Strohgäukommunen sehen sich nach dem Gipfeltreffen in Stuttgart derweil als Gewinner.

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U 14 der SSB: Noch existiert eine Linie von Pattonville über Remseck nach Heslach erst auf dem Papier. Doch seit dem Gipfeltreffen im Stuttgarter Verkehrsministerium am Mittwoch rückt die Realisierung näher. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Die Vereinbarung zur Stadtbahn im Verkehrsministerium hat in Remseck für Freude gesorgt. Denn bei dem Gipfeltreffen in Stuttgart wurde auch beschlossen, dass Pattonville Umsteige-Knotenpunkt von der Hoch- auf die Niederflurbahn werden soll. Geplant ist jetzt, dass die Hochflurbahn der SSB-Linie U 14 über Stuttgart-Mühlhausen hinaus über die Haltestelle Hornbach in Remseck-Aldingen nach Pattonville geführt wird (wir berichteten). Dort erfolgt der Umstieg auf das Niederflursystem des Landkreises Ludwigsburg, was für die Einwohner Pattonvilles den entscheidenden Vorteil bringt, jeweils umsteigefrei in Richtung Ludwigsburg und Stuttgart fahren zu können. Für OB Dirk Schönberger eine wegweisende Entscheidung. Er erwartet zudem, dass auch die Verbindung zwischen Aldingen bis Pattonville in die Bundesförderung fällt. „Denn das ist ein Teilstück der beantragten Linie.“

Auf der Strecke vom Bahnhof Ludwigsburg nach Remseck-Neckargröningen soll ein BRT-Schnellbussystem realisiert werden; wegen der Stauanfälligkeit teilweise auf einer eigenen Bustrasse. Die Strecke hatte für eine Schienenlösung nie die notwendige Wirtschaftlichkeit aufgebracht. „Doch eine deutlich schnellere Busverbindung ist eine attraktive Alternative, die zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegt“, so der OB Schönberger.

Auch in den Rathäusern der Strohgäukommunen Markgröningen, Möglingen und Schwieberdingen herrschte gestern heitere Stimmung. „Wir gehören zu den Gewinnern“, sagte etwa der Markgröninger Bürgermeister Rudolf Kürner unserer Zeitung. Seine Stadt wird ab 2025 zum Startpunkt und zur Endstation einer Stadtbahn nach Möglingen und Ludwigsburg, die später auch noch bis Remseck geführt werden soll. Anders als der Wasserstoffzug, der am Mittwoch beerdigt worden ist, steuert eine Stadtbahn auch das Markgröninger Ortszentrum und den Festplatz an.

Der Möglinger Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer war es wichtig, dass jetzt überhaupt ein Projekt auf die Schiene gesetzt wird. Mit der Stadtbahn hat sie dieses Ziel erreicht. „Die Streitereien der vergangenen Monate waren der Bürgerschaft immer schwerer zu vermitteln“, so die Rathauschefin. Angenehmer Nebeneffekt für Möglingen: Die Diskussion um Bahnschranken in der Gemeinde hat sich erledigt – sie sind bei einer Stadtbahn nicht mehr nötig.

Die Gemeinde Schwieberdingen ist erst im Sommer auf den Zug aufgesprungen. Sie soll mit einem Stadtbahnast zum Automobilzulieferer Bosch belohnt werden. Bürgermeister Nico Lauxmann wertet die Verständigung vom Mittwoch als „deutliches Zeichen“ für den Standort.

Die Zustimmung in den politischen Gremien gilt nun als Formsache – ganz anders als in Ludwigsburg.