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weihnachtskonzert

Festliche Klänge von Jung für Alt

Gleich sechs Ensembles präsentiert die Jugendmusikschule beim Weihnachtskonzert „Musik von Junioren für Senioren“

In der Friedenskirche zeigten die Jugendmusikschulensembles unter Leitung von Ute Kabisch ihr Können.Foto: Ramona Theiss
In der Friedenskirche zeigten die Jugendmusikschulensembles unter Leitung von Ute Kabisch ihr Können. Foto: Ramona Theiss

Seit 27 Jahren ist das festliche Weihnachtskonzert „Musik von Junioren für Senioren“ fester Bestandteil des Ludwigsburger Veranstaltungskalenders in der Vorweihnachtszeit, eine herzerwärmende Konstante der oftmals auch in der Barockstadt eher hektischen als besinnlichen Adventszeit. Die gesamte Breite ihrer Ensemble- und Orchesterarbeit präsentiert die Jugendmusikschule Ludwigsburg (JMS) zu diesem Anlass, in diesem Jahr fand die traditionsreiche, einst auf Initiative von Prof. Siegfried Bauer entstandene und stets in Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat und der Unterstützung der Bürgerstiftung durchgeführte Veranstaltung nun zum ersten Mal im stimmungsvollen Rahmen der Friedenskirche statt, deren Reihen mit rund 400 Besuchern gut besetzt waren.

Krönungsoper mühelos gemeistert

Neben vielen Senioren hatten auch einige Familien Platz genommen. Bravourös die Eröffnung durch das Jugendsinfonieorchester (JSO), das mit rund 30 jungen Musikerinnen und Musikern, das größte der sechs Ensembles, die den musikalischen Teil des Mittwochabends gestalteten, mit einem Spätwerk von W.A. Mozart: Zwischen elf und 18 Jahre sind die Nachwuchsmusiker, geleitet von Ute Kabisch gelang ihnen eine klanglich bemerkenswert differenzierende Wiedergabe der Ouvertüre von „La clemenza di Tito“, der größtenteils nach der „Zauberflöte“ entstandenen, aber vor dieser uraufgeführten Krönungsoper.

Festlich auch die weiteren Stücke: Gemeinsam mit den von Sandra Stock einstudierten Wilden Streichern ließ das JSO J.S. Bachs „Festmarsch in D-Dur“ folgen, bevor mit der „Canzone in A“, die der venezianische Komponisten Giovanni Gabrieli für doppelchörige Orchester geschrieben hat, ein weiterer Höhepunkt erreicht war. Mit L. Eccles’ „Oh komm, du Morgenstern“ erfreute das von Susanne Godel dirigierte Blockflötenensemble Magic Flutes.

Beste Genesungswünsche an Erika Göller, die im Krankenhaus weilende 1. Vorsitzende des Stadtseniorenrats, übermittelte deren Stellvertreterin Brigitte Rayer-Pohland in ihrer Begrüßung. Mit seinem Grußwort drückte OB Werner Spec nicht nur seinen Dank an alle Mitwirkenden und insbesondere den Stadtseniorenrat aus, der die kommunale Arbeit um den „besonderen Blickwinkel von Senioren“ bereichere, sonder trug mit „Die Apfelsine des Waisenknaben“ auch eine anrührende Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens vor – eine Abwechslung zu brisanten BRT- und Stadtbahndiskussionen, die das Stadtoberhaupt durchaus genießen zu können schien.

Mit einem Bourrée von Henry Purcell stellte sich Detlef Reikows Junges Bläser-Ensemble vor. Von der rechten Empore erklang die „Fanfare in B-Dur“ von W. Duncombe, intoniert vom Blechbläserensemble unter der Leitung von Johanna Hirschmann, ihnen gegenüber auf der linken Empore hatte das von Matthias Ritter einstudierte Klarinettenensemble Position bezogen, das Stücke von Bach und Albinoni zu Gehör brachte.

Mit Corelli in die Weinachtszeit

In Orchesterfassungen zweier Gade-Lieder stellten die Wilden Streicher erneut unter Beweis, von welch beeindruckenden Ergebnissen die Arbeit der JMS gekrönt wird: Musikalische Prinzipien wie dynamische Gestaltung werden hier in der Praxis, also in jeder Hinsicht spielerisch vermittelt. Zu Recht gratulierte Stock ihrer jungen Konzertmeisterin Thalia Obert. Vollends bewegend schließlich das Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli sowie Pietro Lappis doppelchörige „Canzone in G“, dargeboten vom JSO.

Kabisch mobilisierte nochmals die letzten Reserven ihrer Instrumentengruppen, damit alle ihren wohlverdienten Applaus entgegennehmen konnten: Doch, jetzt bitte alle nochmals aufstehen, signalisierte die strahlende Dirigentin. Für das Finale kam mit den von Christine Oppermann angeleiteten Streichhölzern noch das jüngste Ensemble der JMS auf die Bühne, selbstredend standen Weihnachtslieder auf dem Programm: Leise sang die Gemeinde bereits bei „Lasst uns froh und munter sein“ und „O du fröhliche“ mit, bevor alle in „Macht hoch die Tür“ einstimmten.

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