Logo

Tiere

Hundespielplatz fürs Schlösslesfeld?

Wer seinen Vierbeiner in Ludwigsburg von der Leine lassen will, muss raus aufs freie Feld. Und selbst da gibt es Einschränkungen. Im Stadtgebiet müssen Hunde in jedem Fall angeleint sein. Nun hat der Stadtteilausschuss Oststadt, der auch für das Schlösslesfeld zuständig ist, die Idee eines Hundespielplatzes eingebracht.

Ohne Leine dürfen sich Hunde auf einem Hundespielplatz austoben. Foto: Milan/Stock adobe
Ohne Leine dürfen sich Hunde auf einem Hundespielplatz austoben. Foto: Milan/Stock adobe

Hundespielplätze sind eingezäunte Areale, in denen die Vierbeiner frei laufen und sich richtig austoben können. Manche sind einfach nur eine Grünfläche, andere bieten Hunden zudem Buddelecken, Spielzeug und Aktivitätsanreize. Manche werden von der Stadt zur Verfügung gestellt, andere von Vereinen betrieben und kosten teilweise auch Eintrittsgeld.

„Wenn man das in einem Stadtteil macht, dann wollen das die anderen auch haben.“

Gabriele Nießen
Bürgermeisterin

In Ludwigsburg ist die Idee, einen Hundespielplatz auszuweisen, neu. Im Stadtteilausschuss Oststadt wurden zwei Flächenoptionen in der Neckarstraße diskutiert. Die eine Fläche wurde jedoch aufgrund des starken Gefälles und der Nähe zum Kinderspielplatz als nicht geeignet bezeichnet. Das andere Areal gegenüber Haus Nr. 80 wäre grundsätzlich möglich, dennoch wird die Idee hier nicht sofort in die Tat umgesetzt werden. „Wir sehen das kritisch“, meinte Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Wir spielen da eher mit Ruhe.“

Das soll nicht bedeuten, dass ein Hundespielplatz gar nicht infrage kommt. Die Stadtverwaltung will das aber zunächst für die Gesamtstadt betrachten. „Ich komme aus einer Stadt mit Hundespielplätzen“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Nießen. „Wenn man das in einem Stadtteil wie hier im Schlösslesfeld macht, dann wollen das die anderen auch haben.“ Es geht also um Begehrlichkeiten, und darum, ob diese erfüllt werden können. Welcher Konzeption man in Ludwigsburg möglicherweise folgen will, ob der Platz nur eine umzäunte Grünfläche sein oder auch Spielangebote haben soll, ist noch nicht Gegenstand der Diskussion.

Andere Städte haben die Idee bereits umgesetzt. Bürgermeisterin Nießen kennt es aus Oldenburg, aber auch in Berlin, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart oder Karlsruhe gibt es Flächen, auf denen Hunde eine leinenlose Zeit genießen können. Auch jagende oder unzuverlässige Hunde haben hier die Gelegenheit, toben zu dürfen.

Hundeexperten sehen solche Freilaufareale aber auch kritisch. Wenn Hunde nicht sozialisiert sind, könne es im Extremfall zu Beißereien untereinander kommen.

Auch im Stadtteilausschuss Oststadt sieht man die Einrichtung eines Hundespielplatzes mit gemischten Gefühlen. „Ich fände es schade, wenn man dieses Grundstück den Hunden zuschlagen würde, das ist ein schöner Aufenthaltsort“, sagt Andreas Holzwarth (CDU). Außerdem würden hier im Winter insbesondere kleine Kinder gerne Schlitten fahren. „Und ist ein solcher Platz nicht auch eine ständige Lärmquelle?“

2600 Hunde sind in Ludwigsburg gemeldet. Für sie alle gilt innerhalb des Stadtgebietes Leinenpflicht. Das gilt nicht nur für öffentliche Straßen und Gehwege, sondern auch für Grün- und Erholungsanlagen wie beispielsweise die Bärenwiese. So sieht es die Polizeiverordnung der Stadt Ludwigsburg vor. Auch im Außenbereich in Grün- und Erholungsanlagen, im Bereich von Sport- und Freizeitanlagen sowie auf Trimm-Dich-Pfaden sind Hunde an der Leine zu führen. Solche Anlagen gibt es in Ludwigsburg beispielsweise am Neckar zwischen Uferstraße und Schiffsanlände, im Gebiet Kugelberg oder rund um das Freibad in Hoheneck. „Ansonsten dürfen Hunde nur in Begleitung einer Person, die durch Zuruf oder auf andere Weise jederzeit auf das Tier einwirken kann, frei herumlaufen“, heißt es in der Polizeiverordnung. Im Bereich des Monrepos-Sees haben die privaten Eigentümer schon seit längerer Zeit eine Leinenpflicht für Hunde festgelegt. Auf Kinderspielplätze oder Liegewiesen dürfen Hunde noch nicht einmal mitgenommen werden.

Autor: