Ludwigsburg. Die Zukunft des Forums am Schlosspark in Ludwigsburg und die nötige, aber auch millionenenschwere Sanierung ist politisch umkämpft und finanziell hochriskant. Ausgerechnet beim Spielstart der Schlossfestspiele nutzte Oberbürgermeister Matthias Knecht die Bühne, um ein deutliches Signal zu senden: Für ihn gibt es zur Generalsanierung keine Alternative.
„Gefährlich fürs Publikum“
Oberbürgermeister Knecht ließ keinen Zweifel daran, wie ernst die Lage des Gebäudes aus seiner Sicht ist. „Hinter den Kulissen liegen die Probleme“, sagte Knecht. Etwa beim Brandschutz, bei der technischen Infrastruktur, bei Rohrverläufen und der Entrauchung. Die Mängel seien letztlich auch eine Gefahr für das Publikum, machte er deutlich. Deshalb komme die Sanierung aus seiner Sicht nicht nur in Frage, sondern sie „muss“ kommen.
Versprechen vor prominenter Kulisse
Einen konkreten Zeitplan wollte der Ludwigsburger OB nicht nennen. Dennoch schlug er vor den Gästen einen großen Bogen bis ins Jahr 2032. Dann feiern die Schlossfestspiele ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum müsse das Forum „so dastehen wie heute“, sagte Knecht – allerdings generalsaniert und für die Zukunft gesichert. Mit Blick auf den anwesenden Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Cem Özdemir, versprach der Oberbürgermeister, mit ihm und weiteren Vertretern des Bundes über die Zukunft des Forums zu sprechen.
Fördermittel von Bund und Land gelten als Voraussetzung dafür, dass das Projekt überhaupt umgesetzt werden kann. „Wir brauchen das Forum“, betonte Knecht, es sei für Ludwigsburg unverzichtbar. Sein persönliches Versprechen: „Ich werde nicht ruhen“.
Teures Projekt, politische Gegner
Knechts Worte sind auch als politische Botschaft zu verstehen. Die Stadt ist finanziell stark belastet, die veranschlagten Kosten für die Generalsanierung liegen bei über 140 Millionen Euro. Im Gemeinderat gibt es deshalb erhebliche Vorbehalte.
Aber: Erst im Mai entschied das Gremium mit deutlicher Mehrheit, 1,3 Millionen Euro für die weiteren Planungen bereitzustellen. Wäre die Entscheidung anders ausgefallen, hätte die Grundlage für den bis Juli 2027 geduldeten Weiterbetrieb gefehlt. Der eigentliche Baubeschluss steht jedoch noch aus. Knecht versucht seit Monaten, Unterstützung bei Bund, Land, Stiftungen und Unternehmen zu mobilisieren. An nötigem Willen mangelt es dem Ludwigsburger OB jedenfalls nicht, auch nicht beim Spielstart der Ludwigsburger Schlossfestspiele.



