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Corona

Kein Nachfolge-Impfzentrum für den Kreis

Kreisimpfzentrum in der Weststadt schließt zum Monatsende – Impfung dann über Ärzte und mobile Teams – Schwerpunkt-Impfpraxis geplant

Bis 30. September ist das Kreisimpfzentrum in Ludwigsburg in Betrieb,dann ist endgültig Schluss.. Foto: Ramona Theiss
Bis 30. September ist das Kreisimpfzentrum in Ludwigsburg in Betrieb,dann ist endgültig Schluss.. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. „Die derzeit noch 45 baden-württembergischen Impfzentren schließen planmäßig zum 30. September“, das teilt Gesundheitsminister Manfred Lucha in einer Pressemitteilung mit. Damit steht auch fest: Eine Verlängerung für das Ludwigsburger Kreisimpfzentrum wird es nicht geben. Auch ein „kleines Impfzentrum“, wie es der Landkreis vor wenigen Wochen ins Spiel gebracht hatte, ist vom Tisch.

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So kommt der Impfstoff in die Spritze

„Die Impfungen werden dann noch stärker als schon bisher durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie die Betriebsärzteschaft durchgeführt. Für eine Übergangszeit von drei Monaten wird es zusätzlich weiterhin mobile Impfteams in Baden-Württemberg geben“, so der Gesundheitsminister. Doch obwohl der Landkreis Ludwigsburg zu einem der bevölkerungsdichtesten im Land gehört (deshalb gab es hier formal zwei Impfzentren an einem Standort), wird keines der landeseigenen mobilen Teams im Landkreis angesiedelt sein.

Mobiles Impfteam aus Stuttgart soll Landkreis abdecken

Die Standorte sind stattdessen Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Offenburg, Ravensburg, Schwäbisch Hall, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Villingen-Schwenningen. Nach Informationen des Ludwigsburger Landratsamtes wird der Landkreis vom Mobilen Team aus Stuttgart abgedeckt. Mit diesem stünde man bereits im Kontakt, um Termine zu vereinbaren.

Wie jedoch am Mittwoch bekannt wurde, wird „unser medizinischer Partner, das medizinische Versorgungszentrum Dr. Kolepke und Kollegen, in den Räumen der Notfallpraxis am Klinikum Ludwigsburg eine Schwerpunkt-Impfpraxis einrichten“, teilt das Ludwigsburger Landratsamt mit.

Bislang wurden im Ludwigsburger Kreisimpfzentrum (KIZ) rund 220000 Impfungen durchgeführt. Pro Tag sind durchschnittlich 850 Personen geimpft worden. Das Kreisimpfzentrum war ursprünglich dafür ausgelegt, bis zu 2500 Menschen am Tag zu impfen. Doch voll ausgelastet war das KIZ nie.

Kreisimpfzentrum kostet das Land rund zehn Millionen

Die Finanzierung der Impfzentren läuft über das Land. Es übernimmt alle anfallenden Kosten, von der Miete bis zu den Personalkosten. Mit welcher Summe Ludwigsburg zu Buche schlägt, darüber gibt es leider keine aussagekräftige Antwort, was möglicherweise daran liegt, dass die finale Abrechnung erst am 30. September erfolgt. „Bei den aktuell vorliegenden Kosten liegen wir bei etwa 70 Prozent des veranschlagten Budgets“, so das Landratsamt auf unsere Anfrage.

Als das KIZ, das zwei Impfzentren an einem Standort vereint, am 22. Januar eröffnet wurde, hieß es, dass der Betrieb 60000 Euro pro Tag kostet. Legt man diese Zahl zugrunde, kommt man bei 244 Betriebstagen auf 14,6 Millionen Euro. 70 Prozent davon entsprechen 10,2 Millionen Euro.

„Mittlerweile haben rund 64 Prozent der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger mindestens eine erste Impfung erhalten, 61 Prozent sind bereits voll immunisiert. Auf dieser Grundlage können die Impfzentren wie geplant zum 30. September schließen und die Impfungen, wie bei allen anderen Impfungen üblich, wieder vorrangig in die Regelversorgung übergehen. Sie werden künftig von der niedergelassenen Ärzteschaft und der Betriebsärzteschaft durchgeführt“, so Lucha in seiner Mitteilung.

70 Impfungen pro Tag durch mobile Teams

Jedes mobile Impfteam kann rechnerisch täglich rund 70 Impfungen durchführen. Mit sieben Betriebstagen pro Woche ergibt sich für 30 Impfteams eine rechnerische wöchentliche Maximalkapazität von 14700 Impfungen. „Die tatsächlich durchführbaren Impfungen hängen maßgeblich auch von der Art und Größe der angefahrenen Einrichtungen ab. Für den Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember wird durch die Impfteams damit voraussichtlich eine rechnerische Impfkapazität von rund 189000 Impfungen bereitgestellt“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Neben einer großen Zahl von Auffrischimpfungen für vulnerable, immobile Personengruppen etwa in Heimen und Einrichtungen sind damit auch weiterhin Impfaktionen für Erst- und Zweitimpfungen möglich – insbesondere an Schulen oder bei Veranstaltungen, auf Marktplätzen, bei Sportveranstaltungen und an anderen öffentlichen Orten.

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