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Aktion auf dem Marktplatz
Ludwigsburg gedenkt der Opfer des Anschlags von Berlin

Zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags von Berlin kamen viele Menschen auf den Marktplatz.
Zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags von Berlin kamen viele Menschen auf den Marktplatz. Foto: Holm Wolschendorf
Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz hat Ludwigsburg am Montagabend an die Opfer des Anschlags beim CSD in Berlin erinnert.

Ludwigsburg. Eingeladen hatten die Stadt Ludwigsburg, die christlichen Kirchen, der Verein Lisbert Queer Ludwigsburg, die Sachkundigen des Integrationsrats sowie weitere Beteiligte.

Am Samstagabend war ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, 29 Personen verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 21-Jähriger mit libanesischem Hintergrund, wurde bei der Festnahme durch die Polizei getötet.

„Für das Jahr 2025 hat das Bundeskriminalamt fast 2.400 queerfeindliche Straftaten registriert, ein Anstieg von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Höchststand. Seit 2010 hat sich die Zahl der erfassten Straftaten in den Bereichen ‚sexuelle Orientierung‘ und ‚geschlechtsbezogene Diversität‘ nahezu verzehnfacht, wobei der Anteil der Gewaltdelikte deutlich über dem Durchschnitt aller politisch motivierten Kriminalität liegt“, so der Verein Lisbert Queer Ludwigsburg.

„Betroffenheit allein genügt nicht“

Es reiche nicht, nach jeder Tat Betroffenheit zu bekunden. Es brauche einen wirksamen Schutz von CSDs und queeren Räumen, eine konsequente Erfassung und Verfolgung queerfeindlicher Hasskriminalität, die entschlossene Fortführung und Umsetzung des Aktionsplans „Queer leben“ des Bundes sowie die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz um den Schutz der sexuellen und geschlechtlichen Identität. „Vor allem aber braucht es eine klare Haltung: Rechtsextremismus, Islamismus und Menschenfeindlichkeit dürfen in keiner Form verharmlost oder als legitime Meinung normalisiert werden.“

„Wir trauern, und wir sind wütend“

Mit Sorge beobachtet der Verein Lisbert Qeer „eine Politik der Entsolidarisierung mit schwachen und randständigen Gruppen“. Dass es auch anders gehe, erlebe man vor Ort: In Ludwigsburg weht die Regenbogenfahne vor dem Rathaus, und das Land Baden-Württemberg schreibt seinen Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ fort.

„Wir trauern mit Berlin, und wir sind wütend. Sichtbarkeit darf in diesem Land niemanden das Leben kosten. Die Bundespolitik muss den Schutz queerer Menschen endlich zur Priorität machen“, erklärt Jennifer Jordan, Co-Vorstand von Lisbert Queer Ludwigsburg. (red)