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Früherer Bundespräsident wird 80
Ludwigsburg plant Empfang für Ehrenbürger Horst Köhler

Horst Köhler als Festredner bei der Stadtgründungsfeier 2018. Foto: Stadt Ludwigsburg, Stollenberg
Horst Köhler als Festredner bei der Stadtgründungsfeier 2018. Foto: Stadt Ludwigsburg, Stollenberg
Der Ehrenbürger der Stadt Ludwigsburg und frühere Bundespräsident Horst Köhler wird am kommenden Mittwoch, 22. Februar, 80 Jahre alt. Die Stadt möchte ihren Ehrenbürger mit einem Empfang würdigen, der für Mitte Mai geplant ist.

Ludwigsburg. Obwohl nicht hier geboren, wurde und wird Ludwigsburg von Horst Köhler immer als seine Heimat bezeichnet. Er bringt seine Verbundenheit mit seiner „Heimatstadt“ stets offen zum Ausdruck, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Ludwigsburg.. „Ludwigsburg ist die Stadt, die mir zum ersten Mal eine Ahnung von Heimat gab, als die Flüchtlingsfamilie Köhler nach Jahren des Lagerlebens hier eine Sozialwohnung bekam“, sagte Horst Köhler 2018 als Festredner der Stadtgründungsfeier.

Ehepaar Köhler ist seit 2011 Ehrenbürger von Ludwigsburg

Es war im Jahr 2011, als die Stadt Horst Köhler und dessen Ehefrau Eva Luise gemeinsam das Ehrenbürgerrecht verliehen hatte. „Beide haben es stets verstanden, auf ganz besondere Weise den Verstand und die Herzen der Menschen, insbesondere derer in Ludwigsburg, zu erreichen“, hieß es damals in der Begründung.

„Heimat und privates Glück sind für Köhler stets mit Ludwigsburg verbunden. Auch das Ideal eines neuen Europas hatte für den jungen Horst Köhler seinen Ursprung in unserer Stadt, und zwar als Besucher der Rede an die Jugend des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle 1962 im Schloss. Diese prägenden Lebenserfahrungen haben ihn untrennbar mit Ludwigsburg verbunden und darauf sind die Menschen in unserer Stadt besonders stolz“, betont Oberbürgermeister Matthias Knecht.

Wie Horst Köhler nach Ludwigsburg kam

Horst Köhler kam 1953 mit seiner Familie nach Westdeutschland. Nach mehreren Jahren, in denen die Familie in Flüchtlingsheimen lebte, findet sie 1957 eine feste Bleibe in Ludwigsburg. Geboren wurde er im polnischen Skierbieszów, seine Eltern sind Bessarabiendeutsche. Hinter den Köhlers lagen Stationen der Flucht, die die Familie über Leipzig und West-Berlin schließlich nach Ludwigsburg führte. Sein Abitur machte der junge Horst Köhler 1963 am Mörike-Gymnasium und bis heute pflegt er engen Kontakt zu vier ehemaligen Mitschülern, die er scherzhaft als „Viererbande“ bezeichnet.

Seit 1969 ist Horst Köhler mit Eva Luise verheiratet. Sie ist eine gebürtige Ludwigsburgerin und Lehrerin. Sie haben zwei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Eva Luise Köhler ist seit 2005 Schirmherrin für die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg und deren Freundeskreis. 2006 initiierten beide die Gründung der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung, die sich für eine bessere medizinische Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen einsetzt.

Politische Karriere bis hin zum Bundespräsidenten

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Tübingen mit Doktorarbeit am dortigen Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung begann ab 1976 für Horst Köhler die Zeit in der Politik. Auf die Stationen im Bundesministerium für Wirtschaft in Bonn und als Referent des damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg in Schleswig-Holstein folgte bis 1993 seine Tätigkeit im Bundesfinanzministerium. Als Staatssekretär leitete er die Verhandlungen über den Abzug der sowjetischen Truppen aus der DDR. Zudem war er Chefunterhändler beim Maastricht-Vertrag über die Europäische Währungsunion. 1993 wurde Köhler Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, ab 1998 leitete er die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London, ehe er im Jahr 2000 Direktor des Internationalen Währungsfonds in Washington wurde.

Engagement für Afrika

Die Bundesversammlung wählte Köhler 2004 zum neunten Bundespräsidenten der Bundesrepublik. Er warb innenpolitisch für zukunftsfähige Arbeitsplätze, ein besseres Bildungswesen und einen kreativen Umgang mit dem demografischen Wandel. In der Außenpolitik mahnte er eine Globalisierung mit verlässlichen Regeln an sowie eine echte Partnerschaft mit dem afrikanischen Kontinent. 2009 wurde er als Bundespräsident wiedergewählt. Nach nur einem Jahr trat Köhler nach Kritik an seinen Ausführungen zu Militäreinsätzen im Ausland zurück. Bis heute macht sich Horst Köhler stark für eine bessere Partnerschaft mit Afrika, einen weltweiten Wandel zu Nachhaltigkeit und eine partnerschaftliche internationale Politik.