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Corona

Nach Stiko-Empfehlung für Jugendliche: Impfnachfrage steigt

Nach der Empfehlung der Stiko, alle ab 12 Jahren zu impfen, gibt es im Impfzentrum und den Praxen einen ersten Andrang

Ein Jugendlicher wartet in einem Raum, nachdem er die erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in Valencia erhalten hat. Archivfoto: Jorge Gil /dpa
Ein Jugendlicher wartet in einem Raum, nachdem er die erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in Valencia erhalten hat. Foto: Jorge Gil /dpa

Keine Bevölkerungsgruppe ist momentan stärker vom Coronavirus betroffen als die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen beträgt die Sieben-Tages-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut mittlerweile schon wieder über 50. Eine bedenkliche Entwicklung, auch wenn die Krankheit bei Jugendlichen meist mild verläuft.

Durch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vom Montag, auch Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zu impfen, kommt jetzt allerdings ordentlich Bewegung in die Impfkampagne. Und für viele Eltern herrscht nun endlich Klarheit. Wir haben hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Wo können sich Kinder und Jugendliche impfen lassen?

Entweder im Impfzentrum des Landkreises in der Groenerstraße in der Ludwigsburger Weststadt oder beim Haus- beziehungsweise Kinderarzt. Ins Impfzentrum kann man ohne Termin kommen. In den Arztpraxen muss man einen Termin ausmachen, erklärt Thomas Kauth, selbst Kinderarzt und Mitglied im Vorstand der Ludwigsburger Ärzteschaft. Die meisten Ärzte bieten Impfblöcke für mehrere Jugendliche an, da die angebrochenen Impfampullen sofort aufgebraucht werden müssen.

Ist die Nachfrage nach Impfungen für Jugendliche schon angestiegen?

Ja. Laut dem Landratsamt ist seit Montag im Impfzentrum wieder einiges los. „Der Anteil von jugendlichen Impflingen ist spürbar gestiegen“, so ein Sprecher. Auch in der Praxis von Thomas Kauth hat die Nachfrage nach Impfterminen angezogen. „Allerdings hatten wir auch keinen Tsunami an Terminanfragen.“ Kauth rechnet damit, dass vor allem zum Ende der großen Ferien, wenn viele Familien zurück aus dem Urlaub sind, die Nachfrage stark ansteigt.

Welchen Impfstoff erhalten Kinder und Jugendliche?

Derzeit werden sie nur mit dem Impfstoff von Biontech geimpft. Eventuell kommt noch der Impfstoff Moderna dazu.

Erhalten Jugendliche die gleiche Dosis wie Erwachsene?

Ja. Beim Impfen wird kein Unterschied gemacht.

Sind Impfaktionen des Landkreises für Kinder und Jugendliche geplant?

Nein – aktuell nicht. Die große Herausforderung sei, dass im Alter zwischen 12 und 15 Jahren immer die Eltern der Impfung zustimmen müssen, schreibt das Landratsamt. Auf Landesebene gibt es allerdings Überlegungen für mobile Impfteams, die auch auf Schulhöfe kommen könnten. So will das Gesundheitsministerium prüfen, ob nach dem Schulstart im September Impfaktionen notwendig sind.

Ab welchem Alter dürfen Jugendliche alleine zum Impfen gehen und sich auch selbstständig dafür entscheiden?

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen selbst über ihre Impfung entscheiden.

Hat der Landkreis Informationen darüber, wie viele Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren schon geimpft sind?

Das Gesundheitsamt führt darüber keine Statistik und kann daher auch keine Aussagen dazu treffen. Kinderarzt Thomas Kauth schätzt, dass etwa zwölf bis 15 Prozent der 12- bis 17-Jährigen bereits vollständig geimpft sind. Laut dem Robert-Koch-Institut hat gut ein Viertel dieser Bevölkerungsgruppe schon mindestens eine Impfung.

Wie werten die niedergelassenen Ärzte im Landkreis die Empfehlung der Stiko, auch Kinder und Jugendliche zu impfen?

„Ein Großteil der Kinder- und Jugendärzte ist darüber erleichtert“, sagt Thomas Kauth. Viele Ärzte hätten schon seit Juni auf Wunsch der Eltern Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft. Allerdings hätte es auch Kollegen gegeben, die darauf gewartet haben, wie die Stiko entscheidet. „Die Berufsverbände haben Druck gemacht und eine schnelle Entscheidung gefordert. Aber die Stiko hat sich die Zeit gelassen, bis genügend gesicherte Daten aus den USA vorgelegen haben.“

Müssen sich geimpfte Schüler nach den Ferien trotzdem in der Schule testen lassen?

Das steht derzeit noch nicht fest. „Bis zum Schulbeginn ist es noch etwas hin und das Pandemiegeschehen hat sich bisher immer als relativ dynamisch erwiesen“, antwortet das Sozialministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Außerdem würde derzeit die Coronaverordnung für die Schulen überarbeitet.

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