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Soziales

Pflegenetzwerk für Schwerstkranke

Ökumenische Hospizinitiative, Klinikum und Stiftung Evangelische Altenheime initiieren Palliative-Care-Netzwerk

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Ludwigsburg. Bereits im vergangenen Juli haben neben vielen Einzelpersonen auch einige Ludwigsburger Institutionen, die mit der Betreuung, Begleitung und Pflege alter und kranker Menschen zu tun haben, die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterschrieben. Auch Oberbürgermeister Werner Spec tat dies für die Stadt Ludwigsburg. Jetzt haben die Ökumenische Hospizinitiative, das Palliative-Care-Team (SAPV) des Klinikums und die Stiftung Evangelische Altenheime Ludwigsburg die Gründung eines Palliative-Care-Netzwerks initiiert. Die Stadt Ludwigsburg unterstützt die Veranstaltung von Runden Tischen des Netzwerks.

„In Ludwigsburg starben im Jahr 2016 über 1600 Menschen“, erklärte Bürgermeister Konrad Seigfried zum Auftakt des ersten Runden Tisches des Netzwerks. Er sei sicher, dass die meisten Menschen eine gute familiäre und professionelle Begleitung am Lebensende bekämen, es sich aber dennoch lohne, die Ziele der Charta in den Blick zu nehmen. Vor allem sei es lohnend, das Zusammenspiel aller Beteiligter zu verbessern.

Austausch ist wichtig

Die Stadt will durch die Unterstützung des Netzwerkes einen Beitrag leisten, wenn man auch die Bearbeitung fachlicher Themen den Mitgliedern des Netzwerkes überlassen müsse. Schon beim ersten Treffen waren eine Vielzahl von Vertretern der Institutionen, welche mit der Pflege und medizinischen Betreuung sterbender Menschen zu tun haben, anwesend.

Anke Aldinger ist Palliative-Care-Fachkraft und koordiniert zusammen mit zwei weiteren Koordinatoren das Palliative-Care-Team des Klinikums, es besteht aus elf Ärzten und 15 Fachpflegekräften. Sie betreuen schwerstkranke und sterbende Patienten im Rahmen der spezialisierten, ambulanten Palliativversorgung zu Hause oder im Pflegeheim. „Durch unsere Arbeit als multiprofessionelles Team mit vielen Kooperationspartnern haben wir schon ein kleines Netzwerk und erleben, wie wichtig eine gute Vernetzung aller beteiligten Dienste ist“, erklärt Aldinger.

So seien die engen Kontakte innerhalb der Klinik vor allem zur Palliativstation wichtig, um eine nahtlose spezialisierte Versorgung bei der Entlassung und eine rasche Aufnahme bei einer Überlastung zu Hause, zu ermöglichen. Aber auch der kurze Draht zu den Hausärzten und Onkologen ermöglichten den Austausch wichtiger Informationen. Aber auch wenn komplexere Pflegesituationen entstünden und die Patienten im Pflegeheim oder durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden müssten, sei eine gute Zusammenarbeit sehr hilfreich.

Sabine Horn will im Netzwerk die Hospizarbeit vertreten. „Denn dies ist unser großes Anliegen, dass das Leben vor dem Tod ein gutes ist, dass die Betroffenen – wenn erwünscht – in der Zeit des Sterbens begleitet werden“. Die vielen Ehrenamtlichen des ambulanten Erwachsenenhospizdienstes in Ludwigsburg gingen in Privathaushalte, in die verschiedenen Pflegeeinrichtungen und in das Klinikum, um schwerstkranke und sterbende Menschen zu begleiten.

Viele Unterstützer in der Stadt

Die Ökumenische Hospizinitiative habe bereits vor sechs Jahren die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ unterzeichnet und sich damit selbst verpflichtet, das ihre dazu beizutragen, dass die fünf Leitsätze der Charta umgesetzt würden, so Horn. Ludwigsburg dürfe stolz sein, die Kommune mit den meisten Unterstützern der Charta zu sein. Worte des Dankes richtete sie an den ersten Bürgermeister Seigfried für die Unterstützung der Stadt.

Bernhard Wandel ist Vorstand und Heimleiter der Stiftung Evangelische Altenheime. Er leitet das Albert-Knapp-Heim und das Gerok- und-Geschwister-Cluss-Heim mit fast 200 meist schwer- und schwerstpflegebedürftigen Bewohnern. „In unseren Heimen sterben jährlich zwischen 70 und 90 Bewohner“. Für ihn gehe mit der Gründung des Netzwerkes ein Herzenswunsch in Erfüllung. Er sei sich sicher, dass gerade eine noch engere Zusammenarbeit der Institutionen viel bewirken könne. Wandel berichtete von einem Palliative-Care-Projekt in den von ihm geleiteten Heimen und den positiven Wirkungen von Qualifizierungsmaßnahmen. Das Netzwerk könne auch mit gemeinsamen Bildungsangebote manches leisten. Noch gebe es viel zu tun, er wolle auch die Kollegen in anderen Heimen ermutigen. (red)