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Blühendes Barock

Regen trübt den Lichterzauber

Heftige Regenschauer haben die Freude am Lichterzauber dieses Jahr geschmälert. Strömten im Vorjahr bei traumhaftem Wetter noch 11.500 Menschen zu diesem Spektakel, so strömte am Samstag vor allem der Regen. Die Besucherzahl bezifferte Blüba-Chef Volker Kugel mit 3500. Bunte Regenjacken und Regenschirme bestimmten das Bild.

Viele Biertische blieben leer, statt Picknickdecken war wasserdichte Kleidung angesagt. Die Emichsburg „brannte“ trotzdem.Fotos: Andreas Becker
Viele Biertische blieben leer, statt Picknickdecken war wasserdichte Kleidung angesagt. Die Emichsburg „brannte“ trotzdem. Foto: Andreas Becker
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Die Emichsburg „brannte“.Fotos: Andreas Becker
Die Emichsburg „brannte“. Foto: Andreas Becker
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Diejenigen, die sich von dem miesen Wetter nicht hatten abhalten lassen, wurden mit einem grandiosen Feuerwerk belohnt: Auf der Emichsburg wurde abends ein auf die Musik der Rockgruppe Queen abgestimmtes Feuerwerk entzündet. Der Lichterzauber gilt schließlich nicht ohne Grund als einer der Höhepunkte im Veranstaltungsprogramm des Blühenden Barock. Alles war perfekt vorbereitet worden – von der stimmungsvollen Beleuchtung und mitreißender Livemusik über das Catering bis zum umfangreichen Sicherheitskonzept.

Laternenumzug fällt ins Wasser

Das Programm hatte bereits nachmittags begonnen: Hermann Büttner erzählte Märchen, und die Mitglieder des Schiffsmodellclubs Ludwigsburg ließen auf dem See im Südgarten ihre Miniaturboote zu Wasser. Der vordere Teil des Mathildengartens verwandelte sich in eine Kreativwerkstatt: Hier konnte der Nachwuchs unter Anleitung Lampions basteln. Der am frühen Abend geplante Laternenumzug fiel allerdings ins Wasser. Anstatt eine Runde durch den Südgarten zu drehen, blieb es bei einem gemeinsamen Singen unter einem schützenden Baum. Beppo und Ferdinand, die beiden Clowns aus Villingen-Schwennigen, ließen sich ihre gute Laune allerdings nicht verderben. In bewährter Manier stimmten sie das „Rabimmel-Rabammel-Rabumm“-Laternenlied an.

Etwas fetzigere Musik wurde auf den Bühnen gespielt, die im Oberen Ostgarten und am Rosengarten aufgebaut worden waren. Dort war das „Best Of“ des diesjährigen Straßenmusikfestivals zu hören: Und so heizten Musiker wie Toni Mogens, Teresa Bergmann, Schraubenyeti und die Bands „Ramm Tamm Tilda“, „Gap’s Orchestra“ und „Der Katze & die Hund“ den Besuchern ein. Viele der aufgestellten Biertischbänke blieben allerdings leer. Stattdessen tanzten sich die Musikfans direkt vor der Bühne warm.

Viele Plätze bleiben frei

Wer trotz der trüben Wetteraussichten ins Blüba gekommen war, wurde mit einer entspannten, relaxten Stimmung belohnt. Es gab auch jede Menge freie Plätze, von denen sich später das Feuerwerk super beobachten ließ. Verwandelt sich die große Wiese unterhalb der Emichsburg normalerweise in den größten Open-Air-Picknickplatz der Region, ließen sich dort am Samstag nur wenige Besucher nieder – und zwar auf wasserdichten Unterlagen. An den Getränke- und Imbissständen gab es keine Warteschlangen.

Für fast schon magische Momente bei großen und kleinen Kindern sorgten die Fahrten auf den historischen Karussells, die auch abends noch geöffnet waren. Zu der ganz besonderen Stimmung trugen auch die mehr als 40.000 echten Lichter in bunten Bechern bei, die in der Dämmerung entzündet wurden. Eine tolle Wirkung entfalteten die Lichtpyramiden auf dem Weg zum Oberen Ostgarten. Leider wurden viele Kerzen vom Regen gelöscht. Kurzerhand griffen zahlreiche Besucher selbst zum Feuerzeug, um diese bei nachlassendem Regen wieder zu entzünden.

Der Wettergott muss ein Fan der Rockgruppe Queen sein. Denn als Blüba-Chef Volker Kugel pünktlich um 21.30 Uhr per Funkgerät grünes Licht für den Start des Feuerwerks gab, blieb es trocken. Die trutzige Emichsburg wurde zum Mittelpunkt des Feuerwerks, das die Pyrotechniker von Flashart in Bielefeld perfekt auf die Musik von Queen abgestimmt hatten. Ob der stimmungsvolle Auftakt mit „The Show must go on“ oder „Barcelona“, das Duett von Freddy Mercury und Montserrat Caballé, zum Abschluss: Passend zu der Musik zauberten die Pyrotechniker faszinierende Bilder in den dunklen Himmel. Sie ließen Licht, Feuer und Farbe sprechen. Die Emichsburg brennt – das galt auch für das nasse Lichterfest am Samstag.

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