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R'n'B-Musiker Danyiom Mesmer nimmt als „Dally“ Songs auf Deutsch auf

Der Sänger Danyiom Mesmer erfindet sich musikalisch neu und ist jetzt bei einem Major-Label. Für dieses Jahr sind einige Singles geplant.

Mit frischem Wind: Sänger Danyiom Mesmer. Foto: Niklas Niessner
Mit frischem Wind: Sänger Danyiom Mesmer. Foto: Niklas Niessner

Mit gerade mal 22 Jahren hat Danyiom Mesmer bereits so einiges erlebt: 2014 wurde der Ludwigsburger Sänger als Sieger der TV-Casting-Show „The Voice – Kids“ schlagartig deutschlandweit bekannt, es folgten verschiedene Projekte, eigene Songs, Plattenvertrag, Tourneen, unter anderem im Vorprogramm von Lena Meyer-Landrut, der Bruch mit der Plattenfirma – und vorübergehend die Arbeit als Independent-Künstler mit neuem Musikstil. R’n’B statt plattem Pop, lautete 2018 die Devise. Ein Akt der Auflehnung gegen die künstlerische Fremdbestimmung von außen.

Nun ist der Sänger dabei, sich einmal mehr neu zu positionieren: Mittlerweile trägt er den Künstlernamen Dally – sein langjähriger Instagram-Nutzername, kurz und einprägsam wie seine Songs – und er hat einen neuen Vertrag mit dem Major-Label Warner Music Deutschland in der Tasche. Sieben Singles sind in diesem Jahr geplant, jede mit eigenem Video, dazu wahrscheinlich auch noch eine EP 2022, auf der weitere neue Songs enthalten sein dürften.

Fünf Songs sind schon fertig

Fünf Stücke sind schon im Kasten – allesamt auf Deutsch. Und das ist ebenfalls neu. Lange Zeit nervten ihn nämlich die gut gemeinten Vorschläge von allen Seiten, sich doch mal vom Englischen zu lösen. Nach einem ersten Versuch Ende 2019 im Studio mit einem deutschen Text war die Entscheidung für ihn dann klar. „Es hat sich gut angefühlt“, erzählt Dally. „Ich habe gemerkt, dass ich mich über die Jahre verändert habe.“

Nachdem er im (ersten) Corona-Jahr 2020 viel Zeit in Musikstudios, unter anderem beim Hamburger Produzenten Brasco, verbracht hat, werden in diesem Jahr nun nach und nach die fertigen neuen Songs in den digitalen Äther gepustet. „Geist“, sein neuester Song, der vor kurzem als Video auf Youtube und auf den Streaming-Plattformen herauskam, passt dabei auch textlich zu seiner vorübergehend abgeschlossenen Selbstfindungsphase. Auch wenn sich der Text auf viele Dinge im Leben beziehen lasse, erzählt Danyiom Mesmer, sei er doch stark autobiografisch geprägt. „Ich habe mich an mehreren Punkten meines Lebens wie ein Geist gefühlt“, sagt er. „Ich wurde gesehen – aber nicht so, wie ich eigentlich wollte.“ Als Jugendlicher hatte er lange Zeit Schwierigkeiten, seine Identität zu finden, er habe sich häufig fehl am Platze gefühlt, nicht nur, aber gerade auch durch seinen Castingshow-Erfolg 2014. Dass er Musik machen wollte, zog er dabei nie wirklich in Zweifel – die Frage war vielmehr: wie.

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Dally ist aktuell zufrieden mit dem, was er tut

Die Zusammenarbeit mit der neuen Plattenfirma, mit der der Kontakt 2019 über die Popakademie Mannheim zustande kam, schwärmt Danyiom Mesmer, sei ziemlich „nice“, ein Wort, das er gerne und häufig verwendet – was auch ein Zeichen dafür ist, dass es im aktuell besser denn je geht mit dem, was er tut. Der 22-Jährige hat nun viele Freiheiten und das Vertrauen, das er lange gesucht hat. Und das Gefühl, dass sich sein Jahr als freier Independent-Künstler – bei allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten – am Ende ausgezahlt hat. „Ich bin jetzt sehr zufrieden.“

Mitte März drehte er mit Filmakademie-Regie-Absolvent Sinan Sevinc und Ludwigsburger Crew in einem Studio in Sindelfingen an einem einzigen Tag das Video zu „Geist“. Ein großes Set, viele Leute, Coronatests und viele Formalitäten – „das war krass geplant“. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Während der britisch gefärbte „Afrobeat-Bounce“ (Dally) den Zweieinhalbminüter vorantreibt, ist der Sänger zunächst in einem Glaskasten gefangen, bis er von mehreren funkensprühenden Winkelschleifern befreit wird. Zwischendurch sieht man sein Gesicht dutzendfach wie Fleisch in Kunststoff eingeschweißt. Schnelle Schnitte, kräftige Farben, Zeitlupe und andere schicke Effekte wechseln sich ab. „Du weißt nicht mal, wie ich heiße – wie ein Geist“, singt Mesmer in flirrenden zeittypischen Autotune-Vocals.

Coronakrise gibt Dally Zeit

„Es läuft sehr, sehr gut, vor allem für einen Newcomer“, sagt Danyiom Mesmer mit Blick auf die Klickzahlen der beiden neuen ersten Dally-Videos – neben „Geist“ kam Ende Januar „Nur für dich“ heraus. Sein nächster Song „Träne“, der wohl Anfang Mai erscheint, wird etwas anders klingen, getragener, verrät der Sänger. Überhaupt entwickele sich sein R’n’B-Sound langsam weiter und sei offen für viele Einflüsse: Mal geht es mehr in Richtung Afrobeat, dann kommen wieder akustische Klänge hinzu, Trap oder Pop.

Die Coronakrise hatte für Dally den positiven Nebeneffekt, sich in Ruhe und ohne Druck weiterentwickeln zu können. Doch so langsam will er raus, um endlich live auf der Bühne seine Songs den Fans zu präsentieren, spätestens 2022, hofft er, denn: „Die Leute sind jetzt so langsam sicherlich gespannt.“

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