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Rockfabrik: Möglicher Standort in Bietigheim birgt Potenzial

Möglicherweise findet die Rockfabrik ein neues Zuhause in Bietigheim. Eine erste Begehung der potenziellen Räumlichkeiten im sogenannten Bogenviertel stieß auf positive Resonanz.

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Ludwigsburg. Als Otto Rossbacher und seine beiden Rofa-Geschäftsführungskollegen Roland Bock und Christian Albrecht am Donnerstagmorgen im dezemberkalten Nebel auf dem ehemaligen Produktionsareal des Bodenherstellers DLW (Deutsche Linoleum-Werke) stehen, sind sie allein auf weiter Flur. Nicht allzu weit von dort entfernt, in einem geheizten Büro, wartet der Projektentwickler auf die drei Männer, die seit mehr als 36 Jahren die legendäre Rockfabrik in Ludwigsburg führen.

Das Missverständnis ist schnell geklärt, und schlussendlich trifft man sich auf dem Gelände, das der neue Standort für die Rockfabrik sein könnte. Denn deren Mietvertrag wurde nicht verlängert. Wenn die letzten Töne der Silvesterparty verklungen sind, bleibt es still in der sonst von lauter Musik geprägten Immobilie in der Ludwigsburger Grönerstraße.

Seit Monaten schon suchen Otto Rossbacher und seine Kollegen nach einer Bleibe. Viele Immobilien haben sie sich angeschaut. Doch das Richtige war nicht dabei. Seit wenigen Tagen gibt es eine neue Option, die bei den Rofa-Machern Hoffnung weckt. Im Bietigheimer Bogenviertel, dort wo die DLW Flooring zuletzt Bodenbeläge hergestellt hat, gibt es riesige Hallen. Ein Teil der Fläche befindet sich, wie bereits berichtet, in Privatbesitz und wird derzeit entwickelt. Der Projektentwickler kann sich die Rockfabrik auf diesem Gelände vorstellen. Und Rossbacher, Bock und Albrecht zeigten sich ebenfalls sehr interessiert. „Da sind wunderschöne Sachen dabei“, sagt Rossbacher. Allerdings müsse zunächst noch manches zwischen der Bietigheimer Stadtverwaltung und der Projektentwicklung geklärt werden. Viele Punkte seien noch offen, völlig unabhängig von der Rockfabrik.

Aller Skepsis zum Trotz: Dieses Objekt in Bietigheim ist anscheinend das, was bislang am meisten Potenzial birgt. Trotzdem wollen und können sich die Rofa-Macher nicht darauf verlassen: „Wir müssen parallel weitersuchen.“ Übergangsweise bestünde die Möglichkeit, unter der Ludwigsburger Stern-Kreuzung, im ehemaligen Pflaumenbaum, eine Art Rockcafé zu betreiben, bis es einen neuen Standort gibt. Denn Bietigheim, das wurde am Donnerstag deutlich, wird mindestens ein Jahr dauern, wenn nicht sogar länger.

Ein Neuanfang ist teuer. Am 11. Januar 2020 veranstaltet die Rofa einen Flohmarkt mit allerlei Inventar aus der Grönerstraße. Fans können sich hier mit Andenken eindecken. Doch der Verkaufserlös wird kaum annähernd ausreichen, um einen Neustart hinzulegen. Laut Rossbacher gibt es einen langjährigen Gast der Rockfabrik. Dieser habe schon vor Monaten angekündigt, einen Umzug finanzieren zu wollen. „Ich gehe davon aus, dass die Zusage noch steht.“

Am morgigen Samstag findet in der Rockfabrik die „Rofa’s Farewell Live & DJ Night“ statt, ein Abschlusskonzert mit vielen Musikern, die „alle noch einmal die Bühne und den geheiligten Boden ehren wollen, wo so vieles begann“, heißt es in der Ankündigung.

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