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Kultdisko

Rockfabrik prüft ein Areal in Bietigheim

Die Kultdisko Rockfabrik sucht schon seit Monaten eine neue Bleibe, nachdem ihr Vertrag in der Ludwigsburger Weststadt nicht verlängert wurde (wir berichteten). Die Standortsuche in Ludwigsburg gestaltet sich schwierig, so dass nun ein Areal in Bietigheim ins Kalkül gezogen wird.

In dem rot eingekreisten Areal gibt es eine leerstehende Fabrikhalle, in die die Rockfabrik einziehen könnte. Das sogenannte Bogenviertel gehörte einst dem Bodenhersteller DLW. Oben rechts ist der Bietigheimer Bahnhof zu erkennen, auf den die B 27 ge
In dem rot eingekreisten Areal gibt es eine leerstehende Fabrikhalle, in die die Rockfabrik einziehen könnte. Das sogenannte Bogenviertel gehörte einst dem Bodenhersteller DLW. Oben rechts ist der Bietigheimer Bahnhof zu erkennen, auf den die B 27 gerade zuläuft. Die Bahnlinie führt in einem Bogen um den Gewerbestandort. Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Im Gespräch ist eine ehemalige Fabrikhalle des Bodenherstellers DLW. Mitten in der Stadt. „Es ist noch nichts Handfestes“, sagt Rockfabrik-Geschäftsführer Otto Rossbacher. Er habe die Halle selbst noch nicht einmal begutachtet. „Aber unsere Möglichkeiten in Ludwigsburg gehen gerade gegen Null.“ Deshalb müssen sich die Rofa-Macher mit den Gedanken anfreunden, eventuell den Standort Ludwigsburg zu verlassen.

„Von der Verkehrsanbindung her ist das Bogenviertel nicht schlecht“, sagt Rossbacher. Der Bahnhof ist nicht weit, das Areal von dort aus zu Fuß zu erreichen. Das ist für die Disko wichtig, kommen doch viele ihrer Besucher aus dem weiteren Umland. Auch nach Ludwigsburg kommt ein Großteil der Rockfabrik-Besucher mit der Bahn und läuft zu Fuß in die Weststadt und nächtens wieder zurück zu Bahnhof – nicht immer zur Freude der Anwohner.

Das Bietigheimer Gelände bietet diesbezüglich wenig Konfliktstoff für Nachbarschaftsbeschwerden. Es befindet sich zwar mitten in der Stadt, grenzt jedoch kaum an Wohnbebauung an.

Mit alten Fabrikhallen kennen sich die Rockfabrik-Geschäftsführer überdies aus. Auch der ursprüngliche Standort in der Ludwigsburger Grönerstraße war eine ehemalige Fabrikhalle des Kühlschrankherstellers Eisfink.

Allerdings wäre Bietigheim keine schnelle Lösung, wie sie sich Otto Rossbacher immer gewünscht hat. Am liebsten wäre ihm ein nahezu nahtloser Übergang gewesen. „Bietigheim würde für uns mindestens ein Jahr Unterbrechung bedeuten“, sagt er. Das weiß auch Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht, der sich mit seinem Team an der Standortsuche beteiligt. Deshalb hat er sich gestern mit den Rofa-Machern den ehemaligen Pflaumenbaum unter der Sternkreuzung angeschaut. Der könnte als Übergangslösung fungieren. Allerdings spricht die Stadtverwaltung in Anbetracht der kleinen Fläche (250 Quadratmeter) eher von einem „Rockcafé“. „Eventuell ist auch eine Verlängerung in den jetzigen Räumen mit Max Maier zu prüfen, wenn sich Bietigheim-Bissingen als ernsthafte Option erweist“, so die Verwaltung.

Es war übrigens der Oberbürgermeister selbst, der mit der Idee kam, das Bietigheimer Bogenviertel ins Kalkül zu ziehen. Der Tipp kam von einem Ludwigsburger Architekten, der einen Teil des Areals für einen privaten Investor entwickelt. Dabei geht es um die sogenannte „Eastside“, das Viertel zwischen Geisinger Straße, Poststräßle und Bahndamm (auf unserem Bild rot markiert). Dieses Areal ist in Privatbesitz. Hier sollen nach Informationen unserer Zeitung Gewerbeindustrie, Büros und Vergnügungsstätten angesiedelt werden. Die Rockfabrik könnte ein Teil dieses Ensembles sein. Nach Informationen unserer Zeitung steht der Eigentümer der Rockfabrik offen gegenüber.

Anders als die Eastside gehört das Gebiet „Westside“ zwischen Bahnlinie und B.27 der Stadt Bietigheim-Bissingen und der Unternehmensgruppe Oswa. Es soll in ein Wohn- und Gewerbeviertel umgestaltet werden. Der Bodenhersteller DLW Flooring hatte 2017 Antrag auf Insolvenz gestellt. Kurz darauf wurde bekannt, dass der Standort Bietigheim geschlossen wird. Die Mietverträge der Firmen, die sich derzeit in den alten Produktionshallen befinden, laufen Ende 2019 aus.

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