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Kultdisko

Rofa: Stadt prüft drei Alternativen

Es kommt Bewegung in die Sache – OB Knecht steht Gebäudekauf in der Weststadt kritisch gegenüber

In diesem Backsteingebäude in der Grönerstraße ist die Rockfabrik derzeit untergebracht. Archivfoto: Holm Wolschendorf
In diesem Backsteingebäude in der Grönerstraße ist die Rockfabrik derzeit untergebracht. Foto: Holm Wolschendorf

Hat die Rockfabrik noch eine Zukunft in Ludwigsburg? Eine Antwort auf diese Frage ist immer noch nicht gefunden. Wie berichtet, läuft der Mietvertrag der Großraumdisko Rockfabrik (Rofa) zum Jahresende aus. Vermieter Max Maier hat den Vertrag mit der Rockfabrik nach 37 Jahren auslaufen lassen. Einen neuen Standort haben Otto Rossbacher und seine Kollegen von der Rofa-Geschäftsführung noch nicht gefunden.

Die Fans der Kultdisko in der Ludwigsburger Weststadt waren schockiert. Über 30.000 haben eine Onlinepetition für den Erhalt der Rofa an ihrem angestammten Standort unterschrieben. Im September zogen rund 2000 Rofa-Anhänger in einem Demonstrationszug durch die Stadt. Zuletzt sorgte ein Antrag der Grünen-Fraktion im Gemeinderat für Aufregung. Darin wird gefordert, dass die Stadt die Immobilie aufkauft und an die Rofa vermietet.

Inzwischen hat sich auch Oberbürgermeister Matthias Knecht eingeschaltet. Er ist im Gespräch mit dem Vermieter, hat aber Vertraulichkeit vereinbart. Ein Kauf der Immobilie kommt aber offenbar nicht infrage. „Ich bin da sehr skeptisch“, sagt Knecht. „Da wird irgendwann eine Summe X aufgerufen, und die konkurriert dann mit Investitionen in Schulen, Kindergärten, Radwegen oder anderes.“ Er glaube, dass das auch nicht im Sinne der Grünen sein könne, „trotz aller Bedeutung, die die Rockfabrik für die Stadt hat“.

Bleibt also offenbar nur die Suche nach einem neuen Standort. Viele Optionen haben sich Otto Rossbacher und seine Kollegen bereits angesehen. Manches scheitert an der Lage, manches an der zeitlichen Verfügbarkeit, manches am Preis. „Wir möchten gern in Ludwigsburg bleiben“, sagt Rossbacher. Und idealerweise sollte der Übergang so rasch wie möglich vonstatten gehen. „Sonst verläuft sich unser Publikum und unser Personal.“ Und wenn es einmal in den Köpfen drin sei, dass die Rofa geschlossen ist, dann sei das schwer wieder herauszubekommen.

Vor Kurzem traf sich Rossbacher mit Oberbürgermeister Knecht sowie dem städtischen Wirtschaftsförderer Frank Steinert und dem Leiter des Fachbereichs Liegenschaften Thomas Hugger. Sicherlich genau die richtige Runde, wenn es darum geht, nach einer potenziellen Immobilie in der Stadt Ausschau zu halten. „Wir wollten klären, welche Liegenschaften in der Stadt infrage kommen“, so Knecht. Der Fokus lag dabei nicht allein auf städtischen Immobilien. Drei bis vier mögliche Standorte hat die Runde ausgemacht. „Wir als Stadtverwaltung sind da jetzt in der Vermittlerrolle.“ Ob sich daraus eine wirkliche Option für die Rockfabrik entwickeln wird, steht derzeit noch nicht fest. Um welche Standorte es sich handelt, wollte Knecht im Gespräch mit unserer Zeitung nicht verraten. Es gebe aber drei Kriterien, die erfüllt werden müssen: Zum einen müsse das Gebäude eine solche Nutzung ermöglichen, zum anderen müsste der Ort mit Blick auf Lärmschutz und Anwohner passen, und nicht zuletzt sollte der Standort gut erreichbar sein.

Geht man von letzterem Punkt aus, so ist wohl der Weg vom Bahnhof zur Rockfabrik gemeint. Vergleicht man nun, wie weit der Weg derzeit bis in die Grönerstraße ist, und zieht einen entsprechend weiten Kreis um den Bahnhof, dann könnte unter anderem das Getrag-Areal in Betracht kommen. Zudem befindet sich die Stadt aktuell in Kaufverhandlungen um ein Teilstück des Nestlé-Areals, direkt am Westausgang des Bahnhofs gelegen. Dass die Stadt dieses Filetstück kauft, um es der Großraumdisko zur Verfügung zu stellen, gilt als unwahrscheinlich. Hier dürften die Planungen eher in Richtung eines neuen Hotels gehen.

„Wenn wir konkret etwas in Aussicht haben, wäre unser Vermieter bereit, uns noch ein halbes Jahr Verlängerung zu geben“, sagt Otto Rossbacher. Das ist ein Fortschritt in den Verhandlungen, die bis dato zum Stillstand gekommen waren. Offensichtlich ist das nicht zuletzt auf die Verhandlung des Oberbürgermeisters zurückzuführen.

Info: Heute Abend wird der Ausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften über den aktuellen Stand informieren. Die Sitzung ist öffentlich. Sie beginnt um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Wilhelmstraße.

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