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Karlskaserne

Rotes Luftkissen als Traumsymbol

Das Kunstzentrum wird 25 und bietet das ganze Jahr Programm auch zum Mitmachen an – Musik, Theater und Aktionen

Sie setzen immer etwas in Bewegung: Die Kulturmacher (von links) Christiane Schützer (Jugendmusikschule), Rainer Kittel (Bürgertheater), Fabian Piwonka (Kulturwelt), Bettina Gonsiorek (TTW), Jochen Raithel (Kunstschule) und Sybille Hirzel (Junge Bühn
Sie setzen immer etwas in Bewegung: Die Kulturmacher (von links) Christiane Schützer (Jugendmusikschule), Rainer Kittel (Bürgertheater), Fabian Piwonka (Kulturwelt), Bettina Gonsiorek (TTW), Jochen Raithel (Kunstschule) und Sybille Hirzel (Junge Bühne). Foto: Holm Wolschendorf

Ein riesengroßes Luftkissen liegt auf der Bühne im Reithaus – es ist eine schwebende Skulptur des Künstlers Frank Fierke, die rot angestrahlt magisch leuchtet und wie eine Traumgestalt erscheint. Sie ist Symbol für das Jubiläumsjahr der Kultureinrichtung Karlskaserne, die unter dem Motto „Träume, Gestalten, Räume“ steht. Gerade die amorphe Gestalt und das Luftige des Kissens soll den Kontrast zum hohen Gemäuer ringsum bilden.

Dieses gehört zu einer Kaserne, in der über Jahrzehnte die US-Army stationiert war. Inzwischen ist das Gelände, damals unzugänglich für das gemeine Volk, zu Ludwigsburgs Zentrum für kulturelle Bildung geworden. Es gibt ganzjährige Angebote für Musik, Tanz und Theater, dazu inklusive und internationale Projekte, die Karlskaserne ist zudem Gastgeber für die Schlossfestspiele oder das Open-Air-Kino. Das Areal übernehmen zu können, „war eine Jahrhundertchance“, stellt Jochen Raithel, Leiter des Kunstzentrums und der Kunstschule Labyrinth, rückblickend für die Kulturmacher fest, die heute die Karlskaserne bespielen.

Kultur statt Speditionsstandort

25 Jahre ist das her. Rainer Kittel, künstlerischer Leiter des Bürgertheaters, war in der ersten Stunde dabei. Als das Areal nach dem Abzug der Amerikaner besichtigt wurde, hat er nicht gezögert und 1992 die Kaserne mit dem Stück „Söldner, Helden, Deserteure“ zum Leben erweckt. Statt Speditionsstandort oder Verwaltungsbau für das Landratsamt bleibt es seit der Aufführung der Kultur vorbehalten. „Die Ludwigsburger Militärgeschichte hat zu einem Kulturboom geführt“, stellt Kittel auch mit Blick auf die Filmakademie fest, die ebenfalls in früheren Militärbauten untergebracht ist.

Gleich neun Kultureinrichtungen sind im Kunstzentrum angesiedelt – sie wollen nun ihr Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen mit den Ludwigsburgern feiern. Darunter sind viele Aktionen zum Mitmachen, es gibt zahlreiche Aufführungen und Workshops. Und ein Zukunftsprojekt: Anstatt eine Fachtagung zu veranstalten, sollen junge Leute eingebunden werden, die sagen sollen, was für sie Kunst ist und welche Angebote es geben soll.

„Was hier geboten wird, ist außergewöhnlich, es ist ein Stück Lebensqualität“, lobte die Grünen-Stadträtin Arezoo Shoalee bei der Programmvorstellung die Arbeit in der Karlskaserne.

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