Ludwigsburg. Lokales ist nah, relevant und unverzichtbar. Am 5. Mai feiern wir den Tag des Lokaljournalismus. Zahlreiche Redaktionen in ganz Deutschland beteiligen sich mit Aktionen an diesem Tag und machen auf die Bedeutung des Lokaljournalismus aufmerksam.
Auch die Ludwigsburger Kreiszeitung mit dem Neckar- und Enz-Boten macht mit und Sie können dabei sein. Unter dem Motto „Schwätzt mit uns“ können Sie mit Vertretern der Chefredaktion, der Autoren und Editoren, der Mantelredaktion und des Sports das Gespräch suchen. Wie entsteht eine Zeitung oder eine Website? Nach welchen Kriterien wählen wir die Nachrichten und Artikel aus? Wer sind die Menschen, die da täglich schreiben und produzieren? Kommen Sie in das Verlagshaus in der Körnerstraße und besuchen Sie uns.
Wie kann ich dabei sein?
Es gibt an diesem Tag zwei Zeitfenster: von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Wer dabei sein möchte, füllt das Anmeldeformular auf veranstaltungen.lkz.de/impulse-digital/tag-des-lokaljournalismus aus. Wir können jeweils bis zu 40 Leserinnen und Leser zum Gespräch empfangen. Wir freuen uns auf Sie.
Warum gibt es diesen Tag?
Weil guter Lokaljournalismus Vertrauen schafft, Orientierung gibt und Zusammenhalt stärkt. Er erklärt, was der neue Bebauungsplan bedeutet, wer hinter dem Ehrenamtspreis steckt, warum der Bus ausfällt – und er hält hin, wenn Fragen gestellt werden müssen. Kurz: Lokaljournalismus ist demokratische Grundversorgung im Alltag.
Steinmeier: Ohne Lokaljournalismus kein „gemeinsames Fundament“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht Lokaljournalismus als unverzichtbar für die Demokratie. „Lokaljournalismus ist eben nicht nice to have, sondern es ist eine der Säulen, die die offene Gesellschaft der Demokratie trägt und stabil hält“, sagte er in einem Gespräch mit Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten in Berlin. Der Bundespräsident traf sich mit den Lokaljournalisten und Lokaljournalistinnen anlässlich des „Tages des Lokaljournalismus“ im Schloss Bellevue.

Steinmeier schilderte zugleich seine persönliche Verbundenheit mit Lokalzeitungen. „Ich bin über Jahre und Jahrzehnte mit allergrößter Selbstverständlichkeit morgens vor dem Frühstück zum Briefkasten gegangen und habe mir meine Lokalzeitung an den Frühstückstisch geholt“, sagte er. Die Zeitung sei für ihn „immer mehr als ein Ritual“ gewesen, „sondern es war Teil des Ankommens im neuen Tag“. Auch heute beginne er seine Lektüre meist mit dem politischen Teil. Früher habe er sich eher zunächst dem Sport und dem Feuilleton gewidmet.
Schwierige Lage vieler Lokalzeitungen
„Demokratie lebt eben nicht allein, aber lebt eben auch und ganz besonders von gutem Lokaljournalismus“, sagte Steinmeier. Diese Erkenntnis begleite ihn seit Jahren. Bereits eine seiner ersten Reden als Bundespräsident habe sich diesem Thema gewidmet – damals zum 50-jährigen Bestehen des Verbands Deutscher Lokalzeitungen.

Zugleich verwies Steinmeier auf die schwierige Lage vieler Lokalzeitungen. Klassische Titel seien in den vergangenen Jahrzehnten weniger geworden. „Noch bevor die großen überregionalen Printmedien wirtschaftlich unter Druck geraten sind, hat es die Lokalzeitungen in vielen Gegenden, Regionen unseres Landes getroffen“, sagte er. Anzeigenschwund habe über Jahre hinweg und wahrscheinlich immer noch „Zeitungsschwund“ bedeutet.
Wenn Nähe verschwindet
Ohne Lokaljournalismus gebe es „kein gemeinsames Fundament vor Ort“, auf das eine Demokratie angewiesen sei, sagte Steinmeier. Lokaljournalismus bewahre Übersichtlichkeit und Überschaubarkeit im Nahraum. „Und dieser Nahraum, in dem die Menschen leben, die Gemeinde, die Kommune, die Kleinstadt, das prägt das Leben von Menschen, nach meiner Erfahrung jedenfalls, deutlich mehr als die ganz große Politik, die jeden Abend über die ‚Tagesschau‘ oder das ‚heute-journal‘ in die Wohnzimmer kommt.“
Warnung vor Verrohung
Zugleich warnte der Bundespräsident vor einer Verrohung der öffentlichen Debatte. „Wenn zwischen dem schnellen Like und der lauten Empörung gar kein Raum mehr bleibt für Zwischentöne, wenn die Suche nach dem täglichen Skandal den Blick auf das wirklich Wichtige vernebelt, dann droht ein Kommunikationsinfarkt, der in anderen Gesellschaften schon stattgefunden hat“, sagte Steinmeier. „Dann ist jedenfalls Gefahr im Verzug.“ Dadurch gehe auch die Fähigkeit zum Kompromiss verloren, die es für eine Demokratie brauche.
Info:Anmeldung über veranstaltungen.lkz.de/impulse-digital/tag-des-lokaljournalismus



