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Kommunalpolitik
Stadtbahn im Kreis Ludwigsburg kommt voran

Der Schillerdurchlass galt als ein Stolperstein für die Stadtbahn, die hier queren muss. Nach weiteren Studien sehen Stadt und Zweckverband jedoch eine gute Alternative. Foto: Andreas Becker
Der Schillerdurchlass galt als ein Stolperstein für die Stadtbahn, die hier queren muss. Nach weiteren Studien sehen Stadt und Zweckverband jedoch eine gute Alternative. Foto: Andreas Becker
Beim Workshop des Gemeinderates Unterstützung für bisherige Streckenplanung – Knecht-Linie wohl vom Tisch

Ludwigsburg. Ist das der Durchbruch bei den Verhandlungen über die Stadtbahn? Zumindest haben sich Teilnehmer des Workshops des Ludwigsburger Gemeinderates zu dem Verkehrsprojekt am Samstag positiv zu den Ergebnissen geäußert. So hat auch die lange Zeit skeptische CDU bei der hybriden Veranstaltung unter Leitung von Oberbürgermeister Matthias Knecht erkennen lassen, dass sie einem modularen Vorgehen zustimmen könne. Die Stufenlösung sieht vor, dass zunächst die Verbindung zwischen Ludwigsburg und Markgröningen gebaut wird. Parallel dazu soll die Strecke von Aldingen nach Pattonville in Angriff genommen werden. Anschließend werde man die Stadtbahn in Ludwigsburg realisieren. Dabei stehen die bislang geplanten Äste im Vordergrund, unter anderem die Linienführung über die Hindenburgstraße. Allerdings war es den Gemeinderäten wichtig, weiterhin Handlungsspielraum bei der Streckenführung zu haben.

Förderungen von Bund und Land von bis zu 90 Prozent der Gesamtsumme

Dem Vernehmen nach hat OB Knecht seinen Vorschlag einer Südstrecke, die auch das Unternehmen Wüstenrot anbinden könnte, zurückgezogen. Es hatte daran zuletzt heftige Kritik vonseiten der Gemeinderäte gegeben und die Idee war auch im Kreistag durchgefallen. Außerdem prüft die Region Stuttgart derzeit, ob Wüstenrot und Kornwestheim über die Schusterbahn bedient werden könnten.

Lesen Sie hier: Was sich das Aktionsbündnis Stadtbahn vorstellt

Jetzt soll wieder die ursprüngliche Planung verfolgt werden, die Innenstadtäste nach Oßweil und Schlösslesfeld vorsieht. Das Stuttgarter Verkehrsministerium hatte nach unseren Informationen unterstrichen, dass nur die gesamte Maßnahme, also inklusive der Verbindungen innerhalb der Stadt Ludwigsburg, förderfähig sei. Bis zu 90 Prozent der Gesamtsumme von derzeit rund 250 Millionen Euro könnten von Bund und Land bezahlt werden. Deshalb hofft das Landratsamt nun auch, dass der Gemeinderat in den kommenden fünf Monaten die notwendigen Beschlüsse fasst, damit die Standardisierte Bewertung vorangetrieben werden kann. Diese ist Grundlage für die Förderentscheidung von Land und Bund. Die Zeit drängt. Denn das Verkehrsministerium hat mit Blick auf die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken für die ersten 100 Kilometer angeboten, auch den Zugbetrieb zu finanzieren.