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Schlossstraße/B27

Trotz Filtersäulen an der B27 in Ludwigsburg: Kein Durchbruch bei Luftqualität

Einen schnellen Erfolg mit Messergebnissen für Stickstoffdioxid unter dem Grenzwert wird es in der Schlossstraße/B27 auch mit den Luftfiltern offenbar nicht geben. Das zeigen die aktuellen Zahlen. Steht im neuen Jahr eine Debatte über Tempo30 an?

Filtersäulen an der Schlossstraße/B27 in Ludwigsburg. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Filtersäulen an der Schlossstraße/B27 in Ludwigsburg. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die entscheidende Größe mit Blick auf drohende Fahrverbote ist der Jahresmittelwert an einer Messstelle. Dieser Wert gibt an, auf welchem Niveau ein Schadstoffwert über alle zwölf Monate eines Kalenderjahres liegt. Der Grenzwert dieses Jahresmittelwerts liegt beim gesundheitsgefährdenden Stickstoffdioxid bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Im Jahr 2020 ist in der Schlossstraße zum ersten Mal ein Jahresmittelwert für diesen Schadstoff erhoben worden. Mit dem Ergebnis von 47 Mikrogramm am Messpunkt Schlossstraße 21. Der erhöhte Wert war Anlass für die Stadt und das Land, in der Schlossstraße zusätzlich zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung (Tempo40) auch große Filtersäulen aufzustellen. Aus Erfahrungen etwa in Stuttgart spricht man dieser Technologie eine spürbare Wirksamkeit beim Absaugen von Schadstoffen aus der Luft an verkehrsreichen Straßen zu.

Zehn Stück dieser Filtersäulen wurden in Ludwigsburg Ende Juni 2021 auf der Innenstadtseite der Schlossstraße aufgestellt und in Betrieb genommen. Zwei Jahre werde man die Filter einsetzen, länger wohl nicht, hieß es bei der offiziellen Einweihung der Geräte. Stadt und Land gingen davon aus, dass die Filtersäulen Mitte 2023 wieder abgebaut werden können, weil bis dahin „die längerfristig angelegten Maßnahmen zur Emissionsminderung voll durchgreifen“, hieß es. Genannt wurden die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, Tempolimits auf Hauptverkehrsstraßen, der Ausbau der Radinfrastruktur sowie die Digitalisierung der Verkehrsleitsysteme. Man behielt sich aber zugleich vor, bei Bedarf weitere fünf Filtersäulen aufzubauen. Das Land hat dafür, wie schon für die zehn ersten Säulen, die Finanzierung zugesagt.

Mittelwert für elf Monate liegt bei 45 Mikrogramm Stickstoffdioxid

Und der Effekt bisher? Den verbindlichen Jahresmittelwert mit allen zwölf Monaten für das Kalenderjahr 2021 wird es voraussichtlich erst in zwei oder drei Wochen geben. Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) aber schon einmal den Mittelwert für elf Monate inklusive November ausgerechnet: Er liegt bei 45 Mikrogramm Stickstoffdioxid. Wenn ein solcher Wert auch inklusive Dezember stehen sollte, was zu erwarten ist, so wäre das eine leichte Verbesserung gegenüber 2020, aber noch kein Durchbruch zu einem Niveau unter dem Grenzwert. Kann jetzt der Einsatz von weiteren fünf Luftfiltern den Weg unter den Grenzwert ebnen? Oder wird eine weiter verschärfte Geschwindigkeitsbegrenzung mit Tempo30 auf diesem Abschnitt der B27 ein Thema? Es ist gut möglich, dass gleich im neuen Jahr eine Debatte darüber beginnen wird. Zumal es in der Lokalpolitik schon länger Stimmen gibt, die mehr Tempo30 auch auf Durchfahrtsstraßen fordern.

An anderen Straßen liegen dieErgebnisse unter dem Grenzwert

An anderen Durchgangsstraßen, in denen die LUBW in Ludwigsburg die Belastung mit Stickstoffdioxid kontinuierlich misst, sind alle Ergebnisse nach wie vor deutlich unter dem Grenzwert. Im Vergleich zum Jahresmittelwert 2020 fallen die Zahlen je nach Straßenzug unterschiedlich aus. Teils sind die Werte gleichbleibend, teils niedriger, teils aber auch höher.

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