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Von Liebe und innerer Stärke

Mike Janipka veröffentlicht neues Album und spielt Konzert in der Friedenskirche

Mike Janipka. Foto: Michael Fuchs/p
Mike Janipka. Foto: Michael Fuchs/p

Ludwigsburg. Darf er spielen oder muss er absagen? Das war für den Bietigheimer Liedermacher Mike Janpika mit Blick auf sein heutiges Weihnachtskonzert in der Friedenskirche bis zuletzt nicht klar. „Für einen Künstler ist einfach eine ganz, ganz schwierige Situation“, sagt er mit Blick auf die coronabedingte Unsicherheit. Nun ist klar: Er wird spielen. 350 von bis zu 1200 Plätzen dürfen besetzt werden, es gilt je nach Impfstatus 2G oder 2Gplus.

Eilig hat er noch ein paar Plakate gehängt, um auf den letzten Metern noch die Werbetrommel zu rühren. Mit dabei sind Michael Schlierf (Piano), Monika Schmitz (Gesang, Geige) und Regine Friederich (Cello), erklingen werden eigene Songs des Liedermachers sowie eine Auswahl an weihnachtlichen Stücken, von traditionell bis modern. Er selbst wolle eigentlich niemanden von dem Konzert ausschließen, betont Janipka mit Blick auf die Beschränkungen. „Ich mag diese Spaltung nicht.“ Und doch bleibt ihm nichts übrig, als die gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen. Um eine Brücke zu bauen, hat er sich etwas Besonderes überlegt: Wer aufgrund des Impfstatus nicht zum Konzert kommen kann, hat die Möglichkeit, Janipka eine Nachricht zu schreiben – im Sommer plant er ein kostenfreies Konzert im Freien an einem besonderen Ort in der Region. „Es darf sich natürlich jeder melden“, erklärt der Bietigheimer augenzwinkernd. Vielleicht wird es ja ohnehin ein Konzert, das mitten in eine spürbar zurückkehrende Normalität fällt?

Seine Musik passt in diese seltsamen Zeiten. Zwischen strahlendem Optimismus und feiner Melancholie pendeln die Songs von Mike Janipka – wie er nun einmal mehr auf seinem neuen Album „Wendepunkt Liebe“ beweist. Das ganze Album dreht sich um das Finden oder auch Wiederfinden innerer Stärke und natürlich um das Thema Liebe. Auslöser für die Kompositionen war, dass seine langjährige Ehe vor ein paar Jahren in die Brüche ging. „Es geht um das Herunterfallen und Aufbrechen“, erklärt Janipka.

Songs wie „Freude“, „Für immer“, „Tiefer“ und „Wir zwei“ sind getragen von seiner Stimme und seinem Gitarrenspiel, meist sind sie bewusst zurückhaltend instrumentiert – nichts soll vom musikalischen und textlichen Gehalt ablenken. Eingängig, direkt, schnörkellos und bisweilen mit leichtfüßigem Pathos – das ist typisch für Janipkas Stil. Die zehn Songs des hörenswerten Albums wurden bis Anfang dieses Jahres im Studio eingespielt und gemischt – finanziert durch eine Crowdfunding-Aktion im Internet. 12000 Euro kamen zusammen, was etwas mehr als der Hälfte der Kosten entspricht. „Ich bin damit absolut zufrieden“, sagt der Liedermacher. Nur so habe das Projekt überhaupt gestemmt werden können. Und zufrieden ist er auch mit dem musikalischen Ergebnis. Trotz der nicht geringen Kosten unter dem Strich immer noch „low budget“ – aber „wir haben alles herausgeholt“, betont er.

Band statt großer Chor

Alles herausholen möchte der Bietigheimer auch aus seinem Konzert in der Friedenskirche, bei dem als Grundpfeiler natürlich auch zwei Stücke vom neuen Album („Freude“, „Liebe ist“), dazu eines vom letzten Album „Schokoladenpapier“ („Vollmond“) erklingen werden. Vor ziemlich genau zwei Jahren war er an selber Stelle noch mit mehreren Chören zu Gast – aktuell ist eine derart große Besetzung leider undenkbar. Stattdessen hat er mit seinen drei Mitmusikern eine kleine, aber schlagkräftige Band zusammengestellt, erzählt Janipka. „Die Chemie stimmt einfach.“

Info: Das Konzert findet heute um 20 Uhr in der Friedenskirche statt. Karten gibt es unter kontakt@mikejanipka.de und an der Abendkasse. Das neue Album „Wendepunkt Liebe“ ist als CD (20 Euro) und „Premium-Box“ (50) inklusive zahlreicher Extras und Konzertgutschein erhältlich und kann per Mail an mike@janipka.de bestellt werden. Unter der Mail-Adresse kann man sich auch für das geplante Sommerkonzert anmelden. Weitere Infos unter www.mikejanipka.de.

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