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Öffentliche Ordnung

WLAN am Ludwigsburger Bahnhof kurzzeitig abgestellt

Für ein paar Tage war das frei zugängliche WLAN am Ludwigsburger Bahnhofsvorplatz abgeschaltet. Damit wollte man verhindern, dass sich weiter viele junge Menschen, oft Zuwanderer und Flüchtlinge, in großer Zahl vor dem Bahnhof versammeln. Diese hatten in der Vergangenheit den ungehinderten Zugang zum Bahnhofsgebäude erschwert, zudem sei es zu „Ordnungsstörungen“ gekommen, sagt die Ludwigsburger Stadtverwaltung. „Direkt vor dem Bahnhof treffen sich mittlerweile sehr viele junge Menschen, die offensichtlich keinen Zugang zum Internet haben, so dass es teilweise schwierig ist, ungehindert den Bahnhof zu betreten. Darunter sind auch viele junge Zuwanderer und Flüchtlinge aus der gesamten Umgebung, für die der Ludwigsburger Bahnhof einen informellen Treffpunkt bildet“, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.

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Der Bahnhofsvorplatz war ein paar Tage ohne frei zugängliches WLAN. Foto: Oliver Bürkle
Ludwigsburg. Die Arbeitsgemeinschaft „Pro Sicherheit“, der unter anderem die Stadtverwaltung sowie die Polizei angehören, hatte die Abschaltung des WLANs bis Ende März beschlossen. Im Zuge der Recherchen unserer Zeitung jedoch nahm Erster Bürgermeister Konrad Seigfried diese Maßnahme wieder zurück: „Das ist eine völlig unangemessene Reaktion.“ Gleichwohl sprach auch er von einem „Anziehungspunkt für junge Flüchtlinge“, was bisweilen zu „unguten Situationen“ führe. Seigfried setzt aber stattdessen auf einen erhöhten Kontrolldruck, Gespräche und eine stärkere Einbindung von Organisationen, die sich um junge Flüchtlinge kümmern. Das WLAN wurde wieder in Betrieb genommen.