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Zeit für Neues in der Rofa

Die Verwaltungshochschule übernimmt die Räume der ehemaligen Ludwigsburger Kultdiskothek

Außenansicht des neuen Hochschulstandorts in der Ludwigsburger Grönerstraße. Fotos: Holm Wolschendorf
Außenansicht des neuen Hochschulstandorts in der Ludwigsburger Grönerstraße. Foto: Holm Wolschendorf
Die Rockfabrik in ihren Anfangsjahren. Archivfoto: LKZ
Die Rockfabrik in ihren Anfangsjahren. Foto: LKZ
Corinna Bosch (Vermögen und Bau, links), Wolfgang Ernst (Verwaltungshochschule) und Madlen Maier (MM Immobiliengesellschaft) bei der Übergabe.
Corinna Bosch (Vermögen und Bau, links), Wolfgang Ernst (Verwaltungshochschule) und Madlen Maier (MM Immobiliengesellschaft) bei der Übergabe.
Helle Räume, klare Linien.
Helle Räume, klare Linien.
Der Blick nach oben gibt den Blick frei bis unters Dach.
Der Blick nach oben gibt den Blick frei bis unters Dach.
Zwölf Seminarräume sind entstanden.
Zwölf Seminarräume sind entstanden.
Noch im März 2021 sah es hier so aus. Foto: Ramona Theiss
Noch im März 2021 sah es hier so aus. Foto: Ramona Theiss
Blick in die ehemalige Rockfabrik. Archivfoto: Oliver Bürkle
Blick in die ehemalige Rockfabrik. Foto: Oliver Bürkle
Damals war noch drin, was draufstand: Die Rockfabrik. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Damals war noch drin, was draufstand: Die Rockfabrik. Foto: Holm Wolschendorf
Tanzfläche mit Diskokanzel. Archivfoto: LKZ
Tanzfläche mit Diskokanzel. Foto: LKZ

Ludwigsburg. Die Erstsemesterpartys in der Rockfabrik in der Ludwigsburger Grönerstraße waren legendär. Bis in die frühen Morgenstunden wurde hier gefeiert und getanzt. Erstsemester werden das Gebäude bald wieder mit Leben füllen. Allerdings werden sie nicht zu lauter Musik Party machen, sondern lernen. Denn die Räume, die vielen Rock- und Metalfans aus der Region ein musikalisches Zuhause waren, sind jetzt ein Standort der Ludwigsburger Verwaltungshochschule.

Einst wurden hier Kühlschränke hergestellt, dann eröffnete im November 1983 die legendäre Rockfabrik. Ende 2019 lief deren Mietvertrag aus und wurde nicht verlängert. Stattdessen zogen Handwerker auf das Gelände und verwandelten die dunkel-schummrige Diskothek in einen hellen, lichtdurchfluteten Hochschulstandort.

Corinna Bosch, Leiterin des Amtes Ludwigsburg für Vermögen und Bau, sprach bei der Übergabe am Montag von einer „adäquaten Nachfolgenutzung“. 1300 Quadratmeter Hochschule sind hier entstanden, „damit können wir die drängendste Flächennot lindern.“ Denn der Platz draußen am Favoritepark ist eng geworden. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Studenten stark zugenommen, bereits 2015 hatte die Hochschule deshalb zusätzliche Räume auf dem Bleyle-Areal angemietet. Weil das aber immer noch nicht ausreichte, wurde nach weiter nach Expansionsflächen gesucht.

„Wir sind richtig stolz auf diese Räume“, freute sich Rektor Wolfgang Ernst bei der Übergabe. „Bestimmt wollen alle unsere Studierenden hier her.“ Entscheidend dafür ist jedoch der Studiengang. Wer allgemeine Finanzverwaltung, Rentenversicherung, digitales Verwaltungsmanagement, europäisches Verwaltungsmanagement oder Public Management studiert, wird hier in die Grönerstraße ziehen. Zwölf Seminarräume und zusätzliche Büros für Lehrende stehen zur Verfügung.

Anfangs habe er ein bisschen Manschetten gehabt, sagte Ernst. „Die Rofa, die hat doch fast Museumsstatus.“ Was der Eigentümer, die MM Immobiliengesellschaft da jedoch innerhalb kürzester Zeit geschafft habe, lasse ihn immer noch staunen. Da wurden große Fenster für viel Licht geschaffen, die Räume selbst sind weiß, der Boden sowie Mobiliarelemente und Treppen schwarz. Der Blick nach oben zeigt Lüftungselemente und gibt den Blick frei bis unter den Giebel.

„Das ist ein wundervolles Projekt“, schwärmt Madlen Maier von der MM Immobiliengesellschaft. „Wir wollen Ökosysteme entwickeln, die resilient sind, wo es neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze gibt, und wo auch Wertschöpfung entstehen kann.“ Bildung sei hierbei ein neuer Baustein auf dem ehemaligen Industrie-Areal, das den Namen urbanharbor trägt. Rund drei Millionen Euro habe man in die Umwandlung der Rofa investiert. Der Vertrag mit der Hochschule ist zunächst auf zehn Jahre ausgelegt, mit der Option auf Verlängerung.

Ein kleines Stückchen Rofa ist aber doch geblieben. Im Treppenhaus des Backsteingebäudes sind die düsteren Wand-Graffiti geblieben. Und auch das zweite Obergeschoss im Backsteinhaus ist noch nicht saniert. „Soziales Leben wird in nächster Zeit maßgeblich eine Rolle auf dem Gelände spielen“, sagte Madlen Maier mit Blick auf den Club-2-Bereich.

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