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Umwelt

Zukunftsprojekt in Ludwigsburg: Regenwasser von Dächern und Straßen für die Bäume

Es wird immer trockener. Wasser, noch reichlich vorhanden, wird zu einem besonderen Gut. Studien verweisen darauf, dass auch Baden-Württemberg sich etwas einfallen lassen muss. In einem Projekt hat Ludwigsburg nun getestet, wie Regenwasser genutzt werden kann.

Die Zisterne wurde im Sommer 2020 im Dragonergässle angeliefert und eingebaut, sie fasst 50 Kubikmeter Wasser. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Die Zisterne wurde im Sommer 2020 im Dragonergässle angeliefert und eingebaut, sie fasst 50 Kubikmeter Wasser. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Die Zisterne wurde im Sommer 2020 im Dragonergässle angeliefert und eingebaut, sie fasst 50 Kubikmeter Wasser. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Die Zisterne wurde im Sommer 2020 im Dragonergässle angeliefert und eingebaut, sie fasst 50 Kubikmeter Wasser. Fotos: Stadt Ludwigsburg

Ludwigsburg. Nicht immer erkennt man sofort, wie es um die Böden steht, die auch als Wasserspeicher dienen. „Der Boden trocknet immer mehr aus, er zieht sich zusammen, verliert an Volumen“, berichtet Ulrike Schmidtgen vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen den Stadträten im Betriebsausschuss Stadtentwässerung. Das mache sich auch im Stadtgebiet bemerkbar, in der Asperger Straße habe sich aus diesen Gründen an einem Haus die Treppe abgesenkt, ist sie überzeugt.

Das 2,25-Millionen-Euro-Projekt „Straße der Zukunft“, das meiste hat der Bund bezahlt, sei deshalb wichtig. Es geht darum zu klären, wie das Regenwasser in der Stadt zurückgehalten werden kann. „Das Regenwasser soll nicht in die Kläranlagen abgeleitet, sondern den Böden wieder zugeführt werden“, so Schmidtgen. Seit April 2019 läuft dieses Forschungsprojekt, zusammen mit dem Fraunhofer Institut.

Dafür wurde im Dragonergässle in der Innenstadt eine Zisterne unter die Straße gelegt, die 50000 Liter Wasser aufnehmen kann. Die Zisterne sammelt Regenwasser von den umliegenden Dächern und der Straße. Schon das erste Regenwochenende, als der Einbau fertig war, hatte den Wasserspeicher zur Hälfte gefüllt.

Bremsabrieb und Pollen im Straßenwasser

Die Untersuchung durch das Fraunhofer Institut hat ergeben, dass das Wasser von den Dächern gut nutzbar ist, nicht aber das von der Straße. Es finden sich darin Bremsabrieb von den Autos, Pollen von Pflanzen und Straßensplit. Filter sind deshalb nötig, bevor man es der Zisterne zuführt. Dann, so Schmidtgen, lässt sich das Wasser für die Bewässerung von Bäumen und Grünanlagen verwenden, oder auch zur Spülung der Kanäle. Anhand einer digitalen Anzeige können die Technischen Dienste der Stadt sogar erkennen, wie der Füllstand ist und ob es sich lohnt, an der Zisterne vorbeizufahren und Wasser zu tanken.

Ziel sei, so die Fachbereichsleiterin, solche Zisternen „wo es möglich ist“ ortsbezogen zu bauen. Für einzelne Privathaushalte rechne sich dies allerdings nicht, sagte sie zu einem Hinweis von Stadtrat Frank Handel (Grüne), außer es wird ein Förderprogramm dazu aufgelegt. Bekanntlich gibt es in verschiedenen Städten auch Baugebiete, in denen Zisternen für das Sammeln von Regenwasser vorgeschrieben sind. Dies regte auch Armin Klotz (CDU) an, es wäre ein Puffer und könnte zur Bewässerung der Gärten benutzt werden.

Streusalz im Winter bleibt ein Problem

Das Mischsystem im großen Ganzen, bei dem in Ludwigsburg Schmutzwasser und Regenwasser in einem Rohr in Richtung Kläranlagen fließen, soll nicht aufgegeben werden, betonte Schmidtgen. Ein zweites System aufzubauen, sei nicht sinnvoll. Es sei besser, das Regenwasser vor Ort zu verbrauchen und die Kläranlagen zu entlasten. Bürgermeister Sebastian Mannl verwies auch darauf, dass es mit den Regenüberlaufbecken bereits ein Rückhaltesystem gebe, womit man versuche, bei Starkregen das Wasser kontrolliert abzuleiten. Der Unterschied zum Projekt „Straße der Zukunft“ sei, dass bei diesem eben untersucht werde, wie das Regenwasser genutzt werden kann.

Ein Problem ist nach wie vor das Salz im Winter. Während andere Stoffe leichter herausgefiltert werden können, scheint es beim Salz noch nicht so einfach zu sein: „Da ist die Technik noch nicht so weit“, so Schmidtgen. „Das Wasser will ich nicht für die Bäume verwenden.“

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