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10. März 2026
Zweiter Ludwigsburger Gedenktag für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen

Protest gegen Gewalt gegen Frauen.
Protest gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: LKZ-Archiv
Auch im Jahr 2026 gedenkt die Stadt der gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen. Am Dienstag, 10. März, findet der zweite Ludwigsburger Gedenktag statt.

Ludwigsburg. Am 10. März jährt sich der Ludwigsburger Gedenktag für Mädchen und Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt waren, sind und werden, zum ersten Mal. Mit der Einführung dieses Gedenktages hatte die Stadt im Jahr 2025 ein bundesweit einzigartiges Instrument der Gewaltvorbeugung im Sinne der Istanbul-Konvention initiiert und entsprechend hohe Aufmerksamkeit erhalten.

Dieser Impuls im Sinne der Istanbul-Konvention soll von möglichst vielen Menschen wahrgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Sie hofft, dass viele Entscheidungsträger in Schlüsselpositionen am Ludwigsburger Gedenktag teilnehmen oder das Thema in ihrem Umfeld aufgreifen.

Auch in diesem Jahr werden die Flaggen am Rathaus abgesenkt und mit Trauerflor versehen. Die Mitarbeitenden sind wie alle Interessierten und Betroffenen eingeladen, an der Veranstaltung auf dem Rathaushof teilzunehmen.

Eingeleitet wird die Zeremonie um 10.50 Uhr durch das Trompetensolo von Professor Hubertus von Stackelberg mit Lady Gagas „Til It Happens to You“. In seiner darauffolgenden Ansprache leitet Oberbürgermeister Matthias Knecht zum Trauergeläut der städtischen Kirchenglocken über. Eine gemeinsame Schweigeminute rundet das offizielle Gedenken an die Mädchen und Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt waren, sind und werden, ab.

Darum der 10. März

Die Stadtverwaltung hatte das Datum 10. März sehr bewusst gewählt. Über die Nähe zum 11. März erfährt das Gedenken an die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt eine angemessene Einordnung. Denn seit dem Jahr 2022 begeht die Bundesregierung am 11. März den Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt und greift damit auf nationaler Ebene den Europäischen Gedenktag für die Betroffenen terroristischer Gräueltaten weltweit auf. Zunehmend mehr Staaten bewerten geschlechtsspezifische Gewalt inzwischen als eine Form des Extremismus oder Terrorismus und somit als zentrale Bedrohung für die Demokratie.

Darüber hinaus sei es der Stadt ein großes Anliegen, Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen von Gewalt gegen Frauen, über eine würdige und mitfühlende Gedenkzeremonie die gebotene Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen, heißt es in der Mitteilung.

„Dass Ludwigsburg mit dem städtischen Gedenktag für Mädchen und Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt waren, sind und werden, im letzten Jahr ein derart überwältigendes Positiv-Echo erzielt hat, ermutigt uns auf unserem Weg zur geschlechtsspezifischen Gewaltvorbeugung. Wir freuen uns über jede Kommune, die es uns gleichtut und so für ein gesteigertes öffentliches Bewusstsein sorgt“, betont Oberbürgermeister Matthias Knecht.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburgs, Kristina Wolff, ergänzt: „Unser Gedenktag erlaubt Raum zur Andacht, zu Scham und Traurigkeit sowie zu Solidarität mit allen Mädchen und Frauen, die unter geschlechtsspezifischer Gewalt gelitten haben oder immer noch leiden. Über unsere aufrichtige, innere Einkehr können wir im friedvollen Miteinander viel verändern.“ (red)