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Wirtschaftskolumne
Die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen arbeitet an der Pflege mit Zukunft

Bernhard Klink.
Bernhard Klink. Foto: Martin Stollberg/RKH Gesundheit
In der Pflege zu arbeiten ist unattraktiv? Das muss nicht sein, meint Bernhard Klink: Die Orthopädische Klinik Markgröningen geht deshalb einen speziellen Weg.

Direktor für Pflege- und Prozessmanagement der RKH Orthopädische Klinik Markgröningen

Die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen (OKM) wurde als erstes Krankenhaus in Baden-Württemberg mit dem Zertifikat „Pflegeattraktiv“ ausgezeichnet. Damit verpflichtet sich die Klinik, in einem dreijährigen Prozess die Arbeitsbedingungen in der Pflege aktiv nachhaltig zu verbessern – und das maßgeblich durch die Pflegekräfte selbst.

Bei dem vom Bundesverband Pflegemanagement und unterschiedlichen Akteuren aus der Gesundheitsversorgung initiierten Zertifizierungsprogramm stehen die Organisationsstrukturen im Pflegedienst, die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen in der Klinik und die Professionalisierung der Pflege im Mittelpunkt. Die Idee: Wenn Patienten in einer positiven Atmosphäre exzellent versorgt werden, dann sind sowohl Patienten als auch Mitarbeitende zufriedener. Ziel ist es, Pflegekräfte langfristig zu binden und eine hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen. Bernhard Klink, Direktor für Pflege- und Prozessmanagement der OKM, betont: „Das Besondere an ‚Pflegeattraktiv‘ ist, dass Pflegekräfte selbst maßgeblich Einfluss auf Strukturen, Prozesse und Arbeitsbedingungen nehmen können. Dieser Ansatz ist ein weiterer Meilenstein in unserem Pflegekonzept. Arbeitsplätze der Zukunft müssen sich an den Bedürfnissen der Pflegekräfte orientieren – nicht nur an den Krankenhausprozessen.“

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Bereits heute setzt die OKM auf Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, berufsbegleitende Studienangebote und digitale Dokumentation zur Entlastung der Pflegekräfte. Mit diesem Projekt zeigt die RKH Gesundheit, wie man gemeinsam mit der Pflege die Gesundheitsversorgung verbessern kann.

Den Auftakt bildete eine anonyme Befragung aller Pflegekräfte. Die Ergebnisse – unter anderem zu Kommunikation, Mitarbeitergespräche, Aufgabenteilung in der Patientenversorgung unter den Berufsgruppen, Integration ausländischer Pflegekräfte, lebensphasenorientierte Arbeit und Einarbeitungskonzepte – wurden in einer Kick-Off-Veranstaltung diskutiert und in sechs Handlungsfelder überführt. Multiprofessionelle Arbeitsgruppen arbeiten seither an konkreten Verbesserungen. So erarbeitet beispielsweise eine Gruppe neue Kommunikationsstrukturen, eine andere entwickelt Konzepte zur strukturierten Einarbeitung und Integration.

Mit dem Projekt beginnt ein nachhaltiger Kulturwandel. Entscheidend ist die Umsetzung der gemeinsam entwickelten Maßnahmen in den nächsten drei Jahren. Die Ergebnisse werden jährlich überprüft und fließen in die Re-Zertifizierung ein. Mit dem Zertifikat setzt die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen ein deutliches Signal für mehr Wertschätzung in der Pflege – im Sinne der Mitarbeitenden und der Patienten. Das Projekt stärkt die Arbeitsbedingungen in der Pflege und fördert die Patientenzufriedenheit.