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Energiewende-Projekt
Neuer Großspeicher in Marbach: EnBW startet Bau für stabileres Stromnetz

Der Energiekonzern EnBW beginnt den Bau eines riesigen Batteriespeichers in Marbach. Mit 100 Megawattstunden soll er rechnerisch einen Tag lang eine Kleinstadt versorgen können.
Der Energiekonzern EnBW beginnt den Bau eines riesigen Batteriespeichers in Marbach. Mit 100 Megawattstunden soll er rechnerisch einen Tag lang eine Kleinstadt versorgen können. Foto: Marijan Murat/dpa
EnBW startet in Marbach den Bau eines Großbatteriespeichers. Die Anlage soll Strom aus Wind und Sonne stabilisieren und Ende 2026 ans Netz gehen.

Marbach/Stuttgart. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG startet am Kraftwerksstandort Marbach den Bau eines der größten Batteriespeicher in Süddeutschland. Die Anlage soll eine Kapazität von 100 Megawattstunden erreichen und rechnerisch den Tagesstrombedarf von rund 12.500 Haushalten decken. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 vorgesehen, wie der Konzern jetzt mitteilt.

Schlüsseltechnologie für Energiewende

Großbatteriespeicher gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Sie gleichen kurzfristige Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen aus. „Großbatteriespeicher sind unverzichtbar, um die schwankende Erzeugung aus Wind und Sonne mit dem tatsächlichen Strombedarf in Einklang zu bringen“, sagt EnBW-Vorstand Peter Heydecker. Für längere Zeiträume könnten wasserstofffähige Gaskraftwerke einspringen. „Beide Technologien ergänzen sich ideal.“

„Marbach als Energiestandort gestärkt“

Durch die Anbindung an das Übertragungsnetz der TransnetBW soll der Speicher eine wichtige Rolle für die Stabilität des süddeutschen Stromnetzes übernehmen. Auch vor Ort stößt das Projekt auf Zustimmung. „Marbach wird als Energiestandort weiter gestärkt“, sagt Bürgermeister Jan Trost. Die Stadt leiste damit einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region.

Bau erfolgt in mehreren Schritten

Zunächst wird der Untergrund stabilisiert. Im Sommer sollen 264 Batterieschränke mit rund 110.000 Batteriezellen geliefert werden. Zum Einsatz kommen Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die ohne Kobalt auskommen. Ergänzt wird die Anlage durch eine neue Mittelspannungsschaltanlage.

Der Standort Marbach ist nach Konzernangaben bereits heute ein wichtiger Baustein im Energiesystem: Seit 2024 betreibt EnBW dort eine Anlage zur Netzstabilisierung im Auftrag von TransnetBW.

EnBW baut Speicher-Engagement aus

Insgesamt baut EnBW ihr Engagement im Bereich Batteriespeicher deutlich aus. Der Konzern betreibt aktuell 20 Anlagen mit zusammen mehr als 100 Megawattstunden Kapazität. Weitere Projekte mit insgesamt rund 1.800 Megawattstunden befinden sich in Planung oder im Bau.

Parallel treibt das Unternehmen den Ausbau erneuerbarer Energien voran. 2025 wurden Anlagen mit einer Leistung von 800 Megawatt neu installiert. Damit verfügt EnBW nach eigenen Angaben über eines der größten Portfolios an erneuerbaren Erzeugungskapazitäten in Deutschland. Bis 2030 will der Konzern bis zu 50 Milliarden Euro investieren – der Großteil davon in Deutschland und in den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur.