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Gastkolumne Wirtschaft
Zwischen Kaffeesatzleserei und handfesten Renditen

Stephan R. Wolf ist Direktionsleiter der Telis Finanz AG.
Stephan R. Wolf ist Direktionsleiter der Telis Finanz AG. Foto: GALLAS
Erfolgreiche Vermögensverwaltung setzt nicht auf aktuelle Hysterie, politische Talkshows oder das Erraten der nächsten Schlagzeile. Unser Kolumnist gibt Tipps.

Ludwigsburg. Wer in den vergangenen Monaten die Wirtschaftsnachrichten verfolgt hat, könnte glatt meinen, die Konjunktur hätte sich dauerhaft verabschiedet. Düstere Schlagzeilen, maue Stimmungsindikatoren und das allgegenwärtige Lamento über Standortprobleme bestimmen das mediale Grundrauschen. Schlechte Nachrichten verkaufen sich nun einmal verlässlicher als Zuversicht.

Zeichen für schrittweise Erholung

Doch wer genauer hinschaut, stellt fest: Die Zeichen für eine schrittweise Erholung der deutschen Wirtschaft mehren sich spürbar. Die Inflation hat sich merklich beruhigt, die Lieferketten laufen stabil und unser heimischer Mittelstand beweist wieder einmal seine beachtliche Anpassungskraft. Totgesagte leben bekanntlich länger.

Blick auf die Kapitalmärkte

Noch deutlicher wird der Kontrast zwischen Pessimismus und Realität, wenn man den Blick auf die Kapitalmärkte richtet. Zum Stichtag 30.06.2026 liegen die Halbjahresergebnisse meiner Modellportfolios vor. Und was zeigen sie? Trotz aller Unkenrufe funktioniert eine professionelle, wissenschaftlich fundierte Vermögensverwaltung hervorragend. Bereits im ersten Halbjahr (YTD) 2026 erzielten die Portfolios – je nach gewählter Aktienquote – eine Wertentwicklung von +2,37 % (bei 10 % Aktienanteil) über +8,18 % (bei einer ausgewogenen 50/50-Balance) bis hin zu beachtlichen +15,53 % im reinen Aktienportfolio. Auf 12 Monate reicht die Spanne sogar von +4,38 % bis zu +28,43 %! Langfristig, seit Auflage im März 2014, schlagen durchschnittliche Renditen von bis zu 10,46 % p.a. zu Buche.

„Ich mache keine Prognosen“

Warum ist das so? Ganz einfach: Weil erfolgreiche Vermögensverwaltung nicht auf tagesaktuelle Hysterie, politische Talkshows oder das Erraten der nächsten Schlagzeile setzt. Der erste Grundsatz meiner Investmentphilosophie lautet seit jeher: Ich mache keine Prognosen. Niemand weiß, was morgen passiert. Aber wir alle wissen: Solange Menschen leben, wollen sie essen, wohnen, mobil sein, kommunizieren usw. Die Unternehmen weltweit wirtschaften, lösen Probleme und verdienen damit gutes Geld. Wer über liquide, kostengünstige Instrumente wie ETFs weltweit und breit gestreut investiert bleibt, partizipiert direkt an diesem globalen Wohlstandszuwachs.

Strukturiertes Investieren lohnt

Lassen Sie sich also von kurzfristigen Krisenszenarien nicht ins Bockshorn jagen. Langfristiger Vermögensaufbau scheitert nicht an den Märkten, sondern an mangelnder Disziplin oder unbegründeter Furcht. Die Welt dreht sich weiter – und wer strukturiert investiert ist, blickt der wirtschaftlichen Zukunft gelassen entgegen. Mehr brauche ich heute dazu an dieser Stelle nicht sagen und ich wünsche Ihnen: Bleiben Sie zuversichtlich.