Nürnberg. Der bereits im laufenden Jahr eingeleitete Schrumpfungsprozess der Beschäftigung in weiten Teilen Deutschlands geht im nächsten Jahr einer Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge weiter. Nur in den drei Bundesländern Berlin (+0,7 Prozent), Brandenburg und Niedersachsen (jeweils +0,1 Prozent) würden noch leichte Beschäftigungszuwächse erwartet.
Demografische Effekte
In allen anderen Ländern geht es der Regionalprognose bei der Beschäftigung abwärts - vor allem wegen demografischer Effekte. Es stehen dem Arbeitsmarkt nicht mehr so viele Menschen zur Verfügung, weil geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen und weniger Menschen aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Die stärksten Beschäftigungsverluste werden der IAB-Prognose zufolge das Saarland mit 1,3 Prozent, Thüringen mit 0,7 Prozent sowie Bremen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 0,6 Prozent verzeichnen.
Gleichzeitig wird allerdings auch die Arbeitslosigkeit vielerorts zurückgehen - am stärksten in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,9 Prozent und in Thüringen mit 1,8 Prozent, heißt es in der Prognose weiter. Ein Grund zum Jubeln ist das für die Arbeitsmarktforscher allerdings nicht. «Trotz verbesserter Konjunkturaussichten zeigt sich auf den regionalen Arbeitsmärkten noch keine generelle Trendwende», sagte IAB-Forscherin Anja Rossen.
Industriestandorte betroffen
Ungünstig entwickele sich die Situation vor allem dort, wo der Arbeitsmarkt stark von der Industrie geprägt sei. Das verarbeitende Gewerbe kämpfe mit gravierenden strukturellen Problemen. Die höchste Arbeitslosigkeit unter den Bundesländern wird gegenwärtig mit 11,3 Prozent in Bremen verzeichnet, die niedrigste mit 4,1 Prozent in Bayern.
Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, hatte kürzlich erklärt, der Arbeitsmarkt reagiere auf konjunkturelle Veränderung grundsätzlich träge. Es vergehe Zeit, bis eine Konjunkturschwäche auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar sei - umgekehrt dauere es auch eine Weile, bis nach dem Anziehen der Konjunktur der Arbeitsmarkt reagiere.
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