2. handball-bundesliga
Bietigheim-Bissinge | 19. März 2018

Bundesliga gerät für die SG in Sichtweite

Der Bundesliga einen Schritt näher ist Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim. Vor 2240 begeisterten Fans, die wie ein Mann hinter ihrem Team standen, gewannen die Bietigheimer das Duell der Aufstiegskandidaten gegen den ASV Hamm-Westfalen in einem packenden Kampfspiel mit 31:27.

Nimmt Maß: Robin Haller (rechts Hamms Julian Krieg) steuerte drei Treffer zum Bietigheimer Sieg im Spitzenspiel bei. Foto: Baumann
Nimmt Maß: Robin Haller (rechts Hamms Julian Krieg) steuerte drei Treffer zum Bietigheimer Sieg im Spitzenspiel bei. Foto: Baumann

Voll auf die Zwölf! Hamms Björn Zintel sah in der 35. Minute die Rote Karte. Bei einem Siebenmeter traf der quirlige Spielmacher den BBM-Keeper Domenico Ebner im Gesicht. Obwohl keine Absicht dahintersteckte, musste Zintel regelkonform vom Feld. „Das war ein kleiner Schock für mein Team“, bedauerte der Hammer. Der ASV war nach einem 11:13-Rückstand gerade dabei das Spiel zu drehen und Zintels Siebenmeter hätte die 16:14-Führung bedeutet.

Bietigheim nutzte die kurzzeitige Verunsicherung der Westfalen aus und lag beim 23:19 nach 45 Minuten erstmals vier Tore vorn. Großen Anteil daran hatte Domenico Ebner, der nach dem Kopftreffer besonders motiviert schien und viele Chancen des Gegners vereitelte. Dennoch kamen die Gäste wieder auf 24:23 heran und durften bis zum 27:25 in der 55. Minute von einem Erfolg an der Enz träumen.

Nach Felix Königs Treffer zum 28:25 setzte Hamm alles auf eine Karte, nahm den Torhüter heraus und agierte mit einem zusätzlichen Feldspieler. Die SG ließ sich aber nicht mehr beirren und feierte einen verdienten 31:27-Erfolg.

„Wir hatten den größeren Willen und den breiteren Kader“, analysierte BBM-Trainer Hartmut Mayerhoffer, „das war heute unser großes Plus.“ Und die SG hat jeden einzelnen Spieler gebraucht. Im ersten Durchgang agierten die Hausherren zu hektisch, machten viele Fehler. Mayerhoffer wechselte nach der Pause den kompletten Rückraum aus. Mit Gerdas Babarskas, Felix König und Dominik Claus kam wesentlich mehr Struktur ins Spiel.

Zum Volltreffer wurde das Comeback von Gerdas Babarskas. Nach sechswöchiger Verletzungspause war „Baba“ nur für die Abwehr vorgesehen. Da es Bietigheims Rückraum an Wurfkraft mangelte, ließ der SG-Coach den Litauer auch im Angriff ran und der belohnte Mayerhoffers Risikobereitschaft mit sechs ganz wichtigen Treffern.

Glückwünsche wiegelte Babarskas ab. „Dass es so ausgezeichnet lief, liegt an der Mannschaft, die mich gut reingebracht hat.“ Dem starken Einstand will der 24-Jährige weitere Großtaten folgen lassen: „Dank des Athletiktrainers, mit dem ich nach der Verletzung Vollgas gegeben habe, bin ich wieder bei 100 Prozent.“

Mayerhoffer bleibt fokussiert

Das verbessert die Aussichten der SG, die sich mit Hamm eines Aufstiegsrivalen zunächst entledigen konnte. Gefährlichster Konkurrent ist nun Lübeck/Bad Schwartau, das fünf Punkte zurückliegt. Der Aufstieg ist für Hartmut Mayerhoffer trotzdem aktuell kein Thema: „Wir haben noch elf Spiele, am kommenden Wochenende in Nordhorn zudem ein ganz, ganz schweres. Das sind die Dinge, auf die wir uns konzentrieren müssen.“

SG BBM: Ebner, Müller; Haller (3), Rentschler (6), Claus (1), Schäfer (2/1), Schmidt (1), Babarskas (6), König (3), Barthe (2), Asmuth, Döll (1), Emanuel (1), Marcec (5). (joh)

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