Ludwigsburg. Mit dem Pokalspiel bei Zweitligist Kirchheim Knights beginnt für die MHP-Riesen Ludwigsburg am Sonntag (15 Uhr) die neue Basketball-Saison. Genau eine Woche später geht es in Ulm in der Bundesliga los. Der Chef des Clubs war deshalb zur Podcast-Aufnahme auf der roten LKZ-Newscouch zu Gast und hat dabei über Fehler der vergangenen Jahre, das Event Basketball und Herausforderungen in schwierigen Zeiten gesprochen.
Auch zur Frage, ob der Basketball-Standort Ludwigsburg langfristig wettbewerbsfähig sein kann und welche Rolle der Höhenflug des VfB dabei spielt, bezieht Reil Stellung. Dabei wirbt Reil insgesamt für mehr Zuversicht – nicht nur im Sport, sondern auch in der Gesellschaft: „Es macht ja keinen Sinn, sich jeden Tag darüber zu beklagen, dass es nicht einfach ist, dass es herausfordernd ist, dass wir jetzt vielleicht unseren Namenssponsor verlieren“, sagt der 58-jährige Ludwigsburger. „Ich würde mir wünschen, dass wir in unserer Gesellschaft einfach wieder dazu finden, Dinge nicht immer nur von vornherein negativ zu sehen. Jede Veränderung, die sich in diesem Land anbahnt oder realisiert wird, wird von A bis Z nur negativ geredet. Und das ist ein Stück weit ein Problem.“
Trotz der positiven Herangehensweise steht bei den Riesen die Frage nach der Zukunft des Namenssponsors MHP über allem. MHP steuert geschätzt etwa ein Sechstel zum Budget bei und wird in den kommenden Monaten von Porsche an den indischen Mischkonzern Tata verkauft wird. „Ich würde MHP auf keinen Fall abschreiben, insbesondere deswegen nicht, weil ja nach wie vor aller Voraussicht nach der Hauptstandort Ludwigsburg bleiben wird“, betont Reil. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie dabeibleiben. Aber wir müssen parallel natürlich nach anderen Optionen Ausschau halten.“
Rückkehr von John Patrick geht schief
Nach erfolgreichen Zeiten unter John Patrick – vor allem zwischen 2014 und 2022 – wurden die Playoffs in den vergangenen zwei Jahren verpasst. Besonders die Spielzeit 2024/25 blieb in Erinnerung, die mit Patricks Rückkehr begann und in einer unschönen Trennung im Frühjahr 2025 ihren Lauf nahm. „Ich glaube, das würde ich heute nicht mehr so machen. John Patrick hat eine fantastische Arbeit in Ludwigsburg geleistet. Er hat den wesentlichen Beitrag dazu geleistet, eine Identität zu schaffen und den Club auch an die Spitze zu führen. Er hat sich dann aber entschieden, nach Japan zu gehen, und ich glaube, dann hätte man es auch gut sein lassen können“, erklärt Reil und gibt dabei preis, wie sehr ihn verlorene Spiele aufregen: „Mich wurmt jede einzelne Niederlage, auch wenn man mir das jetzt nicht unbedingt ansieht. Ich bin da ein sehr emotionaler Mensch. Ich hasse Niederlagen. Es ist mit das Schlimmste, was passieren kann.“
Entspannung findet Reil, der den Job schon seit über 25 Jahren macht, dann bei einem Spaziergang in den Löwensteiner Bergen, wo er gerne die Ruhe genießt. „Heimat bedeutet mir viel. Nicht nur, weil man hier Freundes- und Bekanntenkreis hat, sondern weil es ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe vermittelt“, sagt er über Ludwigsburg und Umgebung. Dabei gab es in einem Vierteljahrhundert auch Momente, in denen Reil dem Aufhören näher war als dem Weitermachen, wie er im Detail berichtet. Und was sich der frühere Fußballer des TV Pflugfelden wohl von einer guten Fee wünschen würde? Auch das verrät er auf der LKZ-Newscouch.




