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Basketball

Riesen in Sassari neben der Spur

Die Ludwigsburger Basketballer haben in der Champions League ihre erste Niederlage hinnehmen müssen. Beim vermeintlichen Underdog der Gruppe A, Banco Di Sardegna Sassari, verloren die Schwaben gestern Abend mit 75:82. Selbst ein überragender Justin Simon konnte den Rückschlag nicht verhindern.

Kaum zu halten: Riesen-Spielmacher Justin Simon (rechts) gegen Christian Mekowulu (Sassari). Foto: Basketball Champions League
Kaum zu halten: Riesen-Spielmacher Justin Simon (rechts) gegen Christian Mekowulu (Sassari). Foto: Basketball Champions League

Ludwigsburg. Sassari hatte seine letzten drei Spiele in der laufenden Champions-League-Saison verloren. Zuletzt mussten sich die Italiener dem ukrainischen Team Prometey mit 79:87 geschlagen geben. Jeweils mindestens 87 Punkte des Gegners hatte das Team aus Sardinien zugelassen.

Ludwigsburg, mit bislang drei souveränen Erfolgen Tabellenführer der Gruppe A, blickte auf eine deutlich bessere Bilanz: Die Siegesserie – darunter der 94:81-Erfolg gegen Sassari von Anfang Oktober – stempelte den Gast aus Schwaben vorab zum deutlichen Favoriten. Die Riesen waren ohne Jacob Patrick angereist, im Kader standen neben Johannes Patrick mit Paul Minjoth und Emmanuel Ugbo dennoch drei Teenager.

Simons One-Man-Show zu wenig

Der Auftakt des ersten Viertels zeigte schnell, warum John Patrick vor den „schnellen Guards und guten Big Guys“ im sardischen Team zu recht gewarnt hatte. Ehe Ludwigsburg sich überhaupt auf fremden Parkett zurechtfand, brachten Stefano Gentile und Jason Burnell die Gastgeber mit 11:2 in Führung. Der Riesen-Coach sah sich schon nach vier Minuten zur ersten Auszeit gezwungen. Justin Simon, Rawle Alkins und Jonas Wohlfarth-Bottermann verkürzten zwar auf 14:8, aber Sassari stellte dank Gentile und Eimantas Bendzius mit dem 18:8 das Ergebnis erstmals zweistellig. Der letzte Wurf von David Logan, am Ende Sassaris Matchwinner, blieb mit der Viertelsirene zwischen Reuse und Brett stecken – ein untrügliches Zeichen, dass die Gastgeber noch einiges zuzulegen hatten.

Auch im zweiten Viertel fanden die Schwaben nicht zu ihrem Spiel. Überflüssige Ballverluste und eine unaufmerksame Offensive ließen den Abstand nach zwei Dreiern vom Jordan Hulls und Jonah Radebaugh (20:16) wieder auf 29:19 anwachsen, zur Halbzeit stand es 36:27. Ludwigsburg hatte zu diesem Zeitpunkt bereits neun Turnovers, am Ende waren es 18. Trainer Patrick war angefressen: „Wir können froh sein, nicht mit mehr als neun Punkten zurückzuliegen. Wir müssen uns in allen Teilen verbessern“, schimpfte der Coach.

Und die Spieler folgten seiner Marschroute: Justin Simon verkürzte binnen weniger Sekunden und wurde zum Spieler des Spiels: Sein Kunstwurf zum 36:33 und sein Dunk zur ersten Führung (33:37) zeigten, dass die Riesen nun endlich bereit waren. Radebaugh unterstrich mit seinem Dreier die Willenskraft, doch dann kam der erneute Einbruch. Sassari hielt bissig dagegen und spielte vor dem Schlussviertel eine 59:51-Führung heraus,

Simons Kunststücke sorgten auch danach für bewunderndes Raunen im Publikum, doch seine One-Man-Show mit am Ende 26 Punkten, 7 Rebounds, 3 Steals und einem Hammer-Block waren letztlich zu wenig, um gegen die verbissen kämpfende Insulaner zu bestehen.

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