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Basketball-Bundesliga

Trainer John Patrick bei den MHP-Riesen: Eine Ära auf der Zielgeraden?

Trotz eines Vertrags bis 2023 könnte John Patricks Ära bei den MHP-Riesen Ludwigsburg schon in diesem Sommer enden. Der Basketball-Bundesligist bestätigt Gespräche mit dem Trainer über einen vorzeitigen Abschied, gibt sich aber angesichts der Vertragssituation des Erfolgscoaches gelassen.

Abflug nach neun erfolgreichen Jahren? John Patrick könnte die MHP-Riesen bald verlassen. Foto: Baumann
Abflug nach neun erfolgreichen Jahren? John Patrick könnte die MHP-Riesen bald verlassen. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Wird John Patrick die MHP-Riesen Ludwigsburg nach neun Jahren verlassen? Wie der Basketball-Bundesligist am Montag auf Nachfrage bestätigte, befindet sich Patrick derzeit im Austausch mit den Vereinsverantwortlichen über einen vorzeitigen Abschied. „Es werden Gespräche geführt, weil das im Raum steht“, teilte Pressesprecherin Anna Andre mit: „Es gibt aber noch keine Entscheidung.“ Zuvor hatten mehrere Medien über einen möglichen Abgang berichtet. Patrick besitzt bei den Ludwigsburgern einen Vertrag bis 2023. Am Freitag trifft der 54-Jährige mit den Riesen im ersten Spiel der Halbfinal-Play-offs auf Alba Berlin.

„Es gibt nichts Endgültiges. Wir haben gesagt, wir konzentrieren uns auf die Play-offs“, kommentierte Alexander Reil am Montag einen möglichen Patrick-Abgang. Der 1. Vorsitzende der Riesen bestätigte zudem, dass Patrick in seinem Vertrag keine Ausstiegsklausel habe, ein Wechsel also frei verhandelt werden müsse. „Deswegen ist das Thema für mich erst interessant, wenn sich jemand zu Wort meldet“, so Reil über das Interesse anderer Vereine.

Rückkehr nach Japan?

Zuletzt war über einen Wechsel ins Ausland, speziell nach Japan, spekuliert worden. Ein Transfer innerhalb der BBL gilt als unwahrscheinlich. Laut Reil sei man nun mit Patrick im Austausch, wie dieser für die Zukunft plane. „Wir werden darüber sprechen, was sein Wille und was unser Wille ist. Dann werden wir sehen, ob man Lösungen findet, oder alles beim Alten bleibt.“ Vor Ende der Play-offs werde es voraussichtlich keine Entscheidung geben. Am Mittwoch sei laut Vereinsangaben zwar eine Pressekonferenz geplant, dies sei jedoch nur der Fall, weil es zeitlich vor dem Viertelfinale nicht mehr möglich gewesen war.

Patrick war als Spieler bereits in Japan aktiv, trainierte 2005 bis 2006 Toyota Alvark in Tokio. Seit 2013 coacht er die Riesen und formte das Team vom Abstiegskandidaten zum Dauergast in den Play-offs. Vergangene Spielzeit holten die Riesen die Hauptrundenmeisterschaft, standen 2018 und 2022 im Final Four der Champions League. Erfolge, die an Patrick festgemacht werden können. Denn der in den USA geborene Coach, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und vergangene Saison als Bundestrainer gehandelt wurde, ist bei den Riesen in Doppelrolle als Trainer und Sportdirektor tätig.

Abgang wäre richtungsweisend

Ein Abgang Patricks wäre für die Riesen daher mit einem radikalen Umbruch verbunden. Die Suche nach einem Nachfolger wäre richtungsweisend für den Verein. „Es kommt darauf an, was da in einem solchen Fall für Kandidaten zur Verfügung stünden. Das ist kein reines Wunschkonzert“, sagte Reil über die Trainersuche und auf die Frage, ob man erneut auf ein Modell mit einer Doppelrolle als Trainer und Sportdirektor zurückgreifen werde. Sollte Patrick gehen, wäre auch die Frage, ob seine Söhne Johannes und Jacob ihm folgen würden. Beide stehen bis Saisonende in Ludwigsburg unter Vertrag. „Das ist ein davon sicherlich völlig losgelöstes Thema – zumindest für mich“, sagte Reil.

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