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Basketball-Bundesliga

Weiler-Babbs.besondere Erinnerung an Ulm

Erstmals zu sehen bekam Nick Weiler-Babb die MHP-Riesen Ludwigsburg vor knapp drei Jahren in Ulm. Nun tritt er selbst im Riesen-Trikot in der Ratiopharm-Arena an.

Gut gelaunt: Für Nick Weiler-Babb und die MHP-Riesen Ludwigsburg läuft es in dieser Saison sehr gut. Foto: Baumann
Gut gelaunt: Für Nick Weiler-Babb und die MHP-Riesen Ludwigsburg läuft es in dieser Saison sehr gut. Foto: Baumann
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Ludwigsburg. Einen ersten Eindruck von seinem Trainer John Patrick erhielt Basketballprofi Nick Weiler-Babb im Jahr 2017. Damals schaute der heute 24-jährige Guard der MHP-Riesen Ludwigsburg seinem Bruder Chris Babb im Trikot von Ratiopharm Ulm im Bundesligaspiel gegen die Riesen zu. Bei den Ludwigsburgern stand schon damals Patrick an der Seitenlinie – allerdings nicht so lange, wie dem Coach recht gewesen wäre. „Das war lustig“, erinnert sich Weiler-Babb, „John Patrick und D. J. Kennedy sind aus der Halle geflogen.“ Damals endete für die Riesen um Starspieler Kennedy in Spiel fünf der Play-offs gegen Ulm die Saison. Morgen (15 Uhr) kehren Weiler-Babb, Patrick und Co. in der BBL zurück in die Ratiopharm-Arena, beide in Diensten der Riesen.

Allzu viel hat Weiler-Babb nicht in die damals überschwänglichen Reklamationen von Patrick hineininterpretiert, wegen der er der Halle verwiesen wurde. „Das verurteile ich nicht, es war ein intensives Spiel und er war mittendrin“, sagt Weiler-Babb. Viel eher ist bei ihm etwas anderes hängengeblieben: „Mir hat gefallen, wie er in der Offensive hat spielen lassen. Er hat seinen Spielern viele Freiheiten gegeben“, stellt Weiler-Babb fest.

Ratschläge vom großen Bruder

Der in Texas aufgewachsene Guard holte sich vor seiner ersten Station als Basketballprofi in Ludwigsburg Ratschläge bei seinem bundesligaerfahrenen Bruder Chris Babb ab, der derzeit für Promitheas Patras spielt. „Mir hat er gesagt, dass das ein toller Ort ist, um meine Profikarriere zu starten und mir einen Namen zu machen.“ Auch für den 30 Jahre alten Babb war Ulm die erste Station im Ausland.

Weiler-Babb spielte nach vier Collegesaisons für Arkansas und Iowa State in der Summer League für die Miami Heat, unterschrieb dann aber in Ludwigsburg, wo er einen Plus-eins-Vertrag hat. „Ich habe eine Option nach dem ersten Jahr“, sagt Weiler-Babb, der den Verein dann verlassen könnte. „Ich habe die Erlaubnis, zum Beispiel erneut in der Summer League zu spielen.“ Was nach dieser Saison passieren wird, weiß der US-Amerikaner noch nicht. Mit den Riesen hat er aber noch einiges vor. „Wir wollen die Saison stark zu Ende spielen und in die Play-offs“, sagt er und erwähnt fast beiläufig, was dann das Ziel sein soll: „Ein paar Spiele gewinnen und ins Finale kommen.“

Irgendwann soll es für Weiler-Babb dann auch mit der NBA klappen. „Das ist der Traum von jedem Jungen, der Basketball spielt“, sagt er. Dass er auf dem Weg dorthin mehrfach von Scouts beobachtet wird, macht ihm nichts aus. Auch in Ulm werden womöglich Talentsucher auf der Tribüne sitzen, so wie im Hinspiel. Auch Ulms Supertalent Killian Hayes gilt als kommender NBA-Profi. „Das ignoriere ich. Irgendjemand schaut immer zu. Wir spielen so, als würde niemand zuschauen“, sagt Weiler-Babb. Bislang klappt das. Mit dem 1,96 Meter großen Leistungsträger stehen die Riesen auf Rang zwei der BBL. Ulm kämpft um einen Play-off-Platz.

Bleibt die Frage, wem Chris Babb die Daumen drückt, wenn sein Bruder auf seine Ex-Kollegen trifft. „Wenn mein Bruder gut spielt, kriegt er gute Verträge angeboten. Dann könnte ich früher meine Karriere beenden“, scherzte Babb vor dem Hinspiel auf dem Ulmer Youtube-Kanal.

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