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Freiburgs Bollwerk von Steelers nicht zu knacken

Die Torchancen hätten normalerweise auch für drei Spiele gereicht – aber Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers biss sich am EHC Freiburg die Zähne aus und unterlag gestern unglücklich mit 0:1.

Gibt alles hinter der Bande: Steelers-Trainer Marc St. Jean (links).Foto: Baumann
Gibt alles hinter der Bande: Steelers-Trainer Marc St. Jean (links). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. „Das war sehr bitter, wir haben wirklich alles versucht“, sagte der sichtlich geknickte Steelers-Coach Marc St. Jean. Sein Freiburger Kollege Peter Russell freute sich dagegen über ein „perfektes Spiel“. Dabei, so Russell, habe Torhüter Ben Meisner sein Team am Leben gehalten.

Die Gäste aus dem Breisgau, die als Tabellenzweiter ins Ellental gereist waren, hielten die Partie nur im ersten Drittel offen und sahen sich danach dem Dauerdruck der äußerst engagiert und zweikampfstark auftretenden Bietigheimer ausgesetzt.

Dass der frühe Treffer durch Freiburgs Tobias Kunz in der 6. Minute bereits für die Entscheidung gesorgt hatte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner der 2834 Zuschauer in der Ege Trans-Arena ahnen. Die Steelers drückten kräftig aufs Tempo und verdienten sich mehrfach den Szenenapplaus ihrer Fans.

Spätestens ab dem zweiten Drittel übernahmen die Gastgeber endgültig das Kommando und zwangen den EHC, der nach 11 Heimsiegen in Folge am Freitag eine 4:5-Niederlage nach Verlängerung gegen Heilbronn kassiert hatte, mehr und mehr in die Defensive. Doch bei den zahlreichen Torchancen fehlte Bietigheim zum einen die Präzision, dann stand mehrfach Latte oder Pfosten im Weg oder Meisner – einer der besten Keeper der Liga – hatte seine Fanghand im Spiel.

Bietigheim, dass ohne die verletzten Tim Schüle, Lukas Laub und Dennis Swinnen auskommen musste und zudem auf Verteidiger Chris Owens als fünften und damit überzähligen Ausländer verzichtete, warf im Schlussabschnitt erneut alles nach vorne, ohne belohnt zu werden. Vor dem Freiburger Tor spielten sich turbulente Szenen ab. Eine Minute vor Ende nahm St. Jean seinen Torhüter Stephon Williams zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch der Puck wollte an diesem Abend nicht über die Freiburger Torlinie.

Dass die Steelers in dieser Saison starken Schwankungen unterworfen sind, war auch am Freitag beim Gastspiel in Landshut zu beobachten. Eine scheinbar sichere 4:0-Führung nach 27 Minuten wurde am Ende fast noch verspielt. Der EVL ließ in der Schlussminute eine Großchance durch Mathieu Pompei zum 4:4 aus und Bietigheim war gerade noch so der Verlängerung entkommen. „Zu Beginn ist taktisch alles gut gelaufen, wir hatten viel Scheibenbesitz“, merkte Steelers-Trainer Marc St. Jean an, dem jedoch das dritte Drittel kaum gefallen haben dürfte. Unter dem Strich stand jedoch der vierte Sieg im vierten Saisonduell mit Aufsteiger Landshut und wichtige Punkte im Kampf um einen Play-off-Platz.

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