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„In Bietigheim hat es immer gepasst“

Als Eishockey-Profi trägt er seit 19 Jahren das Steelers-Trikot: Rene Schoofs ist „Mister Bietigheim“. Im LKZ-Interview spricht der Stürmer über eine enttäuschende Spielzeit und Ziele, die er mit seinem Heimatclub noch hat.

Vorbildlicher Einsatz: Rene Schoofs hängt sich für die Steelers rein.Foto: Baumann
Vorbildlicher Einsatz: Rene Schoofs hängt sich für die Steelers rein. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Das Urgestein der Steelers mit der Nummer fünf ist auf dem Eis flexibel und sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung einsetzbar.

Am Mittwoch wurde vom Club mitgeteilt, dass Sie neben sieben anderen Spielern auch in der kommenden Saison das Steelers-Trikot tragen. Lief Ihr Vertrag noch oder haben Sie verlängert?

Rene Schoofs: Ich hatte noch einen Vertrag für die nächste Spielzeit.

Als Profi spielen Sie schon seit 2001 für Bietigheim, ohne Unterbrechungen. Das zeugt offenbar von großer Wertschätzung füreinander.

Ich habe hier auch einen Teil meiner Jugend verbracht und habe hier viele Freunde. Es war immer schön, es hat immer gepasst mit dem Club und mit den Trainern. Wir konnten uns immer einigen bei den Verhandlungen, außerdem waren wir ja meist auch erfolgreich.

Gab es auch mal den Gedanken, zu einem anderen Club zu wechseln?

Früher vielleicht schon noch mal, als ich jünger war. Aber da gab es nichts Konkretes. Da war es wichtig, dass ich meine Eiszeit bekommen habe und die habe ich in Bietigheim immer erhalten. Heute denke ich über einen Wechsel nicht mehr nach.

Sie würden Ihre Karriere also auch ganz gerne bei Ihrem Heimatclub beenden?

So wäre der Plan, genau.

Ein Rückblick auf die abgelaufene Saison, die wohl für alle enttäuschend endete. Wo sehen Sie die Gründe, dass es nicht so lief wie in den Jahren zuvor?

Offensiv standen wir nicht ganz so gut da wie zuletzt. Unser Powerplay war einfach nicht gut genug. Gerade in engen Spielen haben wir oft dies eine, entscheidende Tor nicht gemacht. Auch bei Fünf gegen Fünf haben uns die Treffer gefehlt. Aber in der Defensive, auch mit den Torhütern, standen wir eigentlich ganz gut da. In den Pre-Play-offs gegen Kaufbeuren war es natürlich enttäuschend, dass wir nach zwei Spielen rausfliegen. Zweimal gab es späte Gegentore in den Schlussminuten. Da waren wir nicht clever genug.

Vor der Saison wurde ein großer Schnitt gemacht und einige Routiniers waren nicht mehr dabei. Ist euch da zu viel Erfahrung weggebrochen?

Marcus Sommerfeld zum Beispiel war natürlich gerade für das Powerplay sehr wichtig, hat viele Tore und Punkte gemacht. Das war schon ein großer Einschnitt.

Sie haben ja wieder im Wechsel Stürmer und Verteidiger gespielt. Nichts Neues für Sie, darauf hatten Sie sich vermutlich wieder eingerichtet?

Die Trainer wissen es ja, dass sie mich so einsetzen können, wie es ihnen passt. Ich spiele mittlerweile genauso gerne Verteidiger wie Stürmer und freue mich, wenn ich dem Team damit helfen kann.

Ein Blick in die nahe Zukunft: In der nächsten Saison gibt es wieder die sportliche Chance, in die DEL aufzusteigen. Das dürfte für Sie wohl auch noch mal ein großer Ansporn sein?

Das ist für die 2. Liga ganz wichtig, dass es diese Perspektive gibt und eine Riesenchance, mit dem eigenen Team aufzusteigen. Das ist ein absoluter Ansporn.

Eure Saison war früher als geplant beendet, dann kam der komplette Abbruch aufgrund der Coronakrise. Laufen die Verträge der Spieler normalerweise bis Ende April weiter, also bis zum Ende der Play-offs?

Das ist ganz unterschiedlich. Jetzt ist es ja so, dass wir nicht mehr trainieren können in der Arena, da wurde alles geschlossen. Deshalb wurde alles abgebrochen und es gab kein Teamtraining mehr.

Wie ist die Lage derzeit, habt ihr Pläne mit nach Hause bekommen für individuelles Training?

Unser Fitnesstrainer Fabian Wolbert hat schon die ersten Pläne rumgeschickt, aber auch darauf abgestimmt, dass nicht jeder Spieler daheim einen Kraftraum hat. Denn in Fitnessstudios dürfen wir jetzt natürlich nicht. Man kann zuhause aber mit eigenem Körpergewicht trainieren oder joggen gehen – aber eben alleine.

Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie, sind alle gesund?

Soweit gut. Wir haben zum Glück auch einen Garten, bei dem schönen Wetter gerade. Da können sich auch unsere beiden Kinder austoben. Und ein Hund ist auch noch da.

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