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Peter Kürten lässt nicht locker

Im Frauen-Eishockey steht der Name Peter Kürten für Erfolg. Meistertitel mit Esslingen, Kornwestheim und seit zwei Jahren auch mit Bietigheim prägen eine Trainerlaufbahn, deren letztes Kapitel noch nicht geschrieben ist.

Routinier an der Bande: Trainer Peter Kürten hat jetzt mit den Bietigheimer Frauen Erfolg. Foto: Alexander Richter
Routinier an der Bande: Trainer Peter Kürten hat jetzt mit den Bietigheimer Frauen Erfolg. Foto: Alexander Richter

Bietigheim-Bissingen. Den 64 Jahre alten gebürtigen Düsseldorfer zog es 1994 ins Schwabenland, als ihm beruflich und sportlich neue Perspektiven eröffnet wurden. Mit dem Bundesligisten ESG Esslingen feierte Kürten gleich viermal in Folge die deutsche Meisterschaft – ein Coup, der ihm später in Kornwestheim noch einmal gelingen sollte.

Maßgeblichen Anteil an der Dominanz hatten seine drei Töchter: Torhüterin Stephanie, Verteidigerin Sabine und Stürmerin Sandra. Stephanie durfte 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin an den Olympischen Spielen teilnehmen, Sabine stand 2002 bei den Winterspielen im deutschen Team. „Unsere Leistungsträgerinnen und die Achse der Mannschaft“, lobt Kürten seinen Nachwuchs.

1998 folgte dann der Wechsel von Esslingen zu den Lady Kodiaks nach Kornwestheim, wo gleich der Aufstieg aus der Landesliga in die Bundesliga gefeiert wurde und die Erfolgsstory mit ebenfalls vier deutschen Meistertitel fortgeschrieben wurde. „Die große Schwierigkeit war es, immer oben zu bleiben“, erinnert sich Kürten, der in Kornwestheim auch Hallen-Eismeister und später Vereins-Geschäftsführer wurde. „Es hat Spaß gemacht, dort etwas aufzubauen, auch wenn es vom Zeitaufwand her sehr anstrengend war.“ Die geplante Übernahme der Eishalle scheiterte, weil 2007 ein Kabelbrand für die Stilllegung der Eissporthalle sorgte. Das Frauenteam wurde daraufhin vom Spielbetrieb abgemeldet. Für Peter Kürten ein Schock. Körperlich und psychisch angeschlagen, hatte er danach nach eigener Aussage mit dem Trainerjob schon abgeschlossen, entdeckte den Tanzsport für sich und gab Kurse.

Doch 2018 sicherte sich der SC Bietigheim-Bissingen die Dienste des – im positiven Sinne – Eishockeyverrückten Peter Kürten sowie seiner Töchter Sabine Rückauer und Sandra Westrich. „Man kommt vom Eishockey doch nicht los, wenn man einmal dabei war. Das ist wie eine Sucht“, räumt Kürten ein. In der zweitklassigen Baden-Württemberg-Liga glückte auf Anhieb die Meisterschaft und auch in dieser Saison, die unmittelbar vor Ausbruch der Coronakrise beendet werden konnte, war der SCBB nicht zu stoppen. „Wir waren schon fünf Spieltage vor Ende souverän Meister“, freute sich Kürten, der den SC Bietigheim als „sehr gut geführten Verein mit tollen Strukturen“ bezeichnet.

Um einen möglichen Bundesligaaufstieg hat man sich im Ellental jedoch gar nicht erst beworben. „Das ist ein Riesenaufwand, den wir derzeit nicht leisten können“, teilte Vereinsmanager Gregor Rustige mit und fügte hinzu: „Aber für die Zukunft ist das nicht ausgeschlossen.“ Peter Kürten („Die Bundesliga ist noch einmal eine ganz andere Welt“) hat jedenfalls für die kommende Saison zugesagt, auch wenn Planungen aufgrund der Coronakrise derzeit kaum möglich sind. „Aber grundsätzlich bin ich immer bereit, das nächste höhere Ziel anzusteuern.“

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