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Fußball-Oberliga

Bei Dominik Salz ist der Knoten geplatzt

Genau rechtzeitig hat der neue Angreifer des Fußball-Oberligisten SGV Freiberg seinen Torriecher wieder entdeckt. Mit Dominik Salz treffen die drittplatzierten Freiberger nun im Derby auf den Spitzenreiter FSV 08 Bissingen. Zudem hat der SGV auf dem Transfermarkt noch einmal nachgelegt.

Dominik Salz. Foto: Baumann
Dominik Salz. Foto: Baumann

Freiberg. In der Fußball-Oberliga steht am Sonntag (17 Uhr) das Derby an: Der verlustpunkfreie FSV 08 Bissingen gastiert beim Dritten SGV Freiberg – bei SGV-Angreifer Dominik Salz ist wohl zudem der Knoten geplatzt.

Beim 1:1 bei der TSG Backnang hat er Chancen vergeben, beim 2:0-Erfolg gegen die Pforzheimer wurde Dominik Salz ausgewechselt, im Duell mit Bruder Manuel im gegnerischen Tor. „Ich habe die Auswechslung verstanden, ich war Gelb-Rot-gefährdet“, sagt er, „aber schön ist es nicht, früher raus zu müssen.“ In Villingen hat es nun mit dem ersten SGV-Oberliga-Tor geklappt – und dann gleich doppelt.

Salz ist ein Wühler, ein Kämpfer, einer, der auch nach verunglückten Aktionen nie aufgibt. Nach zwei vergebenen Kopfbällen landete der dritte zum 1:1 im Netz. Nach einem Pass in den Rücken war er kurz vor Schluss so geistesgegenwärtig, um den Ball aus vier Metern mit der Hacke zum 2:1-Sieg ins Netz zu lenken.

Lob für den Arbeiter im Angriff – auch ohne Torerfolg

„Man bekommt Dominik einfach nicht tot“, meinte SGV-Coach Evangelos Sbonias, „er war in allen Spielen wertvoll gegen den Ball, aber vor dem Tor unglücklich – für ihn hat es mich extrem gefreut.“

Ein paar Spiele hätte er gebraucht, um reinzukommen. Nicht von der Fitness her, eher von der Intensität und der Mentalität. „Die Einstellung ist in der Oberliga anders, es wird anders nachgesetzt“, erklärt der 33-Jährige. Als spielender Co-Trainer beim Landesligisten TSV Grundbach habe ihm in der Vorsaison diese Professionalität gefehlt. Ein Jahr kickte er dort, wegen Hausbaus und familiären Dingen. In den vier Jahren davor etablierte er sich zu einem Oberligatorjäger beim 1. CfR Pforzheim: Jedes Jahr machte er zwischen elf und 15Tore. Immer mit Helm. Den trägt er fast schon ein Jahrzehnt, nach einem Schädelbasisbruch. „Der Helm stört nicht“, sagt der selbstständige Vermögensberater, „und ich gehe eben dahin, wo es wehtut.“ Nun stimmen auch im Umfeld die Wege: Die drei Pforzheimer Salz, Johnathan Zinram und Julian Grupp bilden nun eine Fahrgemeinschaft. „Wenige sehen Laufarbeit oder frühes Verteidigen bei Angreifern“, stellt Salz fest, „bei Stürmern spricht man von Toren, zwei Treffer werden mir weiteres Selbstvertrauen geben.“

Sbonias freut sich über die Konstellation im Spitzenspiel

Selbstvertrauen brauchen die Freiberger am Sonntag, der FSV 08 hat beim 4:1 in Ilshofen seinen dritten Sieg im dritten Spiel geholt. „Dritter gegen Erster ist eine schöne Konstellation“, sagt Sbonias, den aber Verletzungssorgen plagen: Zu den Langzeitverletzten Hakan Kutlu und Michael Klauß kommt nun noch Grupp mit einem Bänderriss. Kapitän Marco Grüttner spielt mit Handbruch, Yannick Thermann mit einem Nasenbeinbruch, Zugang Christian Mauersberger fällt mit Oberschenkelproblemen aus. Gut, dass der SGV nachgelegt hat: Mit dem Defensivspezialist Wiliam Rodrigues de Freitas wurde ein 26-jähriger Brasilianer vom österreichischen Zweitligisten SV Lafnitz kurzfristig nachverpflichtet, der am Sonntag vor seinem Startelf-Debüt steht.

Dominik Salz mit neu entdecktem Torriecher dürfte den Freibergern gegen den Spitzenreiter von Alfonso Garcia da willkommen sein.

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