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Fußball-Oberliga

Bromma sagt seinem Ex-Club den Kampf an

Als Torhüter beim Fußball-Oberligisten SGVFreiberg hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen. Bei den Stuttgarter Kickers hat er jetzt gerade seinen Vertrag verlängert, seinen Patzer im Verbands-Pokal-Halbfinale hat Thomas Bromma längst weggesteckt.

Will die Nummer 1 behalten: der Ex-Freiberger Thomas Bromma. Foto: bm
Will die Nummer 1 behalten: der Ex-Freiberger Thomas Bromma. Foto: bm

Stuttgart. Die vergangenen Tage waren für Thomas Bromma ereignisreich: Lange waren die Oberliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers im Verbandspokal-Halbfinale gegen die höherklassige TSG Balingen gut im Rennen. Dann schoss ausgerechnet Keeper Bromma einen Gegenspieler aus nächster Nähe an, von dem der Ball zum 0:1 ins eigene Netz prallte.

Der Anfang vom Ende beim 1:2 der Blauen gegen den Regionalligisten. „Natürlich beschäftigt man sich am gleichen und nächsten Tag damit“, räumt der 28-Jährige ein, „aber mein Blick war auch schnell wieder nach vorne gerichtet – die Mannschaft hat mich auch sofort aufgebaut, wir sind eine eingeschworene Einheit.“

Mit Verlängerung gestärkt

Die Kickers stärkten ihrem 1,94-Meter-Hünen im Kasten zusätzlich den Rücken und verlängerten mit Bromma dessen auslaufenden Vertrag, der sich in dieser verkorksten Corona-Runde klar gegen die langjährige Nummer eins im Kasten durchgesetzt hatte – in allen 13 Oberligapartien stand er im Tor, sechs Begegnungen hielt er den Kasten komplett sauber.

Tobias Trautner – Sohn des langjahrigen Tortwarttrainers vom VfB Stuttgart, Eberhard Trautner – hatte er damit klar als ersten Keeper verdrängt. Allerdings haben die Kickers erst diese Woche die Verpflichtung ihres einstigen Regionalliga-Torwarts Ramon Castellucci bekanntgegeben. „Eine starke Konkurrenz ist immer gut und belebt das Geschäft“, nimmt Bromma den neu entbrannten Kampf um die Stammkeeper-Position sofort an, „es ist für alle Seiten von Vorteil, das Niveau wird angehoben – am Ende des Tages entscheidet die Leistung.“

Drei Jahre war der gelernte Industriekaufmann Bromma im SGV-Tor, ehe er 2019 nach Stuttgart ging. Wo er nun mit Trainer Ramon Gehrmann und Dennis Zagaria weitere Ex-Freiberger im Team hat.

In jungen Jahren trug er nach seiner Jugend beim FC Heilbronn bereits das Trikot des Karlsruher SC, des SSV Ulm, des SV Darmstadt 98, des SV Wehen Wiesbaden, des FC Nöttingen und des SV Sandhausen II.

Vom Landkreis nach Stuttgart

Durch den Kreis Ludwigsburg fährt der gebürtige Heilbronner nun in die Landeshauptstadt. Etwa mit seinem Ex-Teamkollegen Hakan Kutlu hat er weiter regelmäßig Kontakt. Der Unterschied der beiden Oberliga-Konkurrenten war vor zwei Jahren noch groß. „Ob von den Fans, den Platzbedingungen bis hin zur Physioabteilung“, zählt Bromma auf: „Vor allem das Torwarttraining.“

Die Freiberger haben im vergangenen Jahr in Riesenschritten aufgeholt. Im September wird Thomas Bromma 29 Jahre alt, dann möchte er als Nummer eins im Kickers-Tor stehen. Dem neuen Oberligakrösus SGV sagt er jetzt schon einmal den Kampf an: „Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben klasse Spieler in unseren Reihen – die Saison wird spannend.“

Beide Teams haben zwar gegen die Annullierung der Oberliga-Saison geklagt, aber nach einer mündlichen Verhandlung vorab räumte das Gericht den beiden Vereinen nur wenig Chancen ein (wir berichteten). Die Oberliga-Saison wurde Ende Oktober nach 13 Spielen aufgrund der Coronavirus-Pandemie unterbrochen und vor wenigen Wochen annulliert. Dabei war Freiberg Spitzenreiter, gefolgt von den Kickers.

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