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SGV Freiberg

Die Weichen stehen beim Oberliga-Meister SGV Freiberg auf Verjüngung

Die Meisterfeier des SGV Freiberg nach dem Titelgewinn am letzten Spieltag der Fußball-Oberliga am Samstag in Nöttingen war opulent. Nun werden auf dem Wasen bereits die Weichen für die neue Saison in der Regionalliga gestellt.

Präsident Emir Cerkez (rechts) unter der Bierdusche von Marcel Sökler. Fotos: Baumann
Präsident Emir Cerkez (rechts) unter der Bierdusche von Marcel Sökler. Fotos: Baumann
Marko Grüttner mit der Meisterschale.
Marko Grüttner mit der Meisterschale.
Ramon Gehrmann mit dem Wimpel.
Ramon Gehrmann mit dem Wimpel.

Freiberg. Bierdusche für den Präsidenten Emir Cerkez vom Torschützen Marcel Sökler, Luftsprünge und Hochleben aus dem Spielerkreis für Kapitän Marco Grüttner, ein Hauch von Unzufriedenheit bei Trainer Ramon Gehrmann, der dann doch einen Treueschwur für den Oberliga-Meister SGV Freiberg leistet: Emotionaler hätte die Freudenarie nach dem Herzschlagfinale des SGV Freiberg beim FC Nöttingen kaum ausfallen können. Auf der anderen Seite beim Erzrivalen Stuttgarter Kickers dagegen Niedergeschlagenheit pur. Heute Abend haben die „Blauen“ die Möglichkeit, den Grundstein zu legen, den Freibergern doch noch in die Regionalliga Südwest zu folgen.

Es war eine kurze Nacht, doch schon am nächsten Tag wurden die ersten Weichen für die kommende Saison gestellt: SGV-Sportdirektor Christian Werner, den eigentlichen Vater des Erfolges, zieht es angeblich nach Mannheim, drei Neuzugänge sollen bei den SGVlern bereits fix sein. „Ich habe unserem Präsidenten den Aufstieg in die Regionalliga versprochen, jetzt habe ich mein Versprechen eingelöst“, sagte Werner gegenüber unserer Zeitung. Den 41-jährigen Architekten des Freiberger Triumphs zieht es laut Medienberichten wohl als Chefscout zum Drittligisten Waldhof Mannheim.

Coach Gehrmann bleibt

Erfolgscoach Ramon Gehrmann wird den SGV hingegen auch in der neuen Runde betreuen: Um in der Regionalliga erfolgreich zu sein, werden die Freiberger ihre Philosophie aber etwas ändern: „Wir müssen weg von der Verpflichtung fertiger Spieler, hin zu jungen Spielern, die den SGV als Sprungbrett sehen“, so Gehrmann. Für dieses Projekt haben sich die Verantwortlichen auf dem Wasen schon konkret umgesehen: Vom Rivalen Stuttgarter Kickers haben sie das 18-jährige Offensivtalent Antonio Babic aus der U19-Bundesliga verpflichtet. Hinzu gesellt sich Angreifer Emilio Amenta, der aus der U19 des VfB Stuttgart kommt. Zudem ist der Regionalliga-Aufsteiger offenbar am 29-jährigen Mittelfeldspieler Amar Cekic vom Regionalligisten Schweinfurt 05 interessiert, genauso wie am ebenfalls 29-jährigen 46-fachen Torschützen der Verbandsliga, Janik Michel vom FC Holzhausen. Er soll den 34-fachen Torschützen und damit besten Torjäger der Oberliga, Marco Grüttner, nach dessen Karriereende ersetzen. Als weiterer Abgang steht Innenverteidiger Michael Zant fest, der zu Türkgücü München wechselt.

Stuttgarter Kickers in der Relegation

Die gebeutelten Stuttgarter Kickers müssen aufgrund des 28. Treffers von SGV-Torjäger Marcel Sökler am Samstag in der vierten Nachspielminute in Nöttingen nun als punktgleicher Zweiter in die Relegation. Dass Freiberg in der Nachspielzeit ein Tor gemacht habe, sei nicht das Problem, meinte Kickers-Coach Mustafa Ünal, der über etwas ganz anderes enttäuscht war: Von offizieller Seite sei die Information nach dem 3:1-Erfolg der Stuttgarter in Dorfmerkingen vom 1:1-Endstand in Nöttingen gekommen. Daraufhin sei die komplette Kickers-Bank auf das Spielfeld gestürmt. Für rund 1500 Kickers-Anhänger war es das klare Zeichen, ebenfalls den Platz zu stürmen und mit der Mannschaft den Titel zu feiern.

Unter dem Stuttgarter Fernsehturm auf der Waldau empfängt der SVK heute um 19 Uhr den hessischen Oberliga-Zweiten Eintracht Stadtallendorf sicherlich vor einer stattlichen Kulisse. Bei einem Sieg müssten die Kickers dann in einem zweiten Relegationsspiel am Dienstagabend zu Eintracht Trier in die Pfalz.

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