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Fußball

Erst Vereinswechsel, dann die EM?

Fußballprofi Antonio Colak steht derzeit bei HNK Rijeka in Kroatien unter Vertrag. Doch der in Ludwigsburg geborene Angreifer peilt einen Wechsel in eine der Topligen Europas an. Sein Ziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft 2021.

Antonio Colak hofft auf eine Teilnahme an der EM 2021 für Kroatien. Foto: Eibner
Antonio Colak hofft auf eine Teilnahme an der EM 2021 für Kroatien. Foto: Eibner

Ludwigsburg/Rijeka. Dass Antonio Colak auf eine glückliche Zeit in Kroatien zurückblicken kann, lässt bereits sein Profilbild im Nachrichtendienst Whatsapp erahnen. Gemeinsam mit Freundin Diana strahlt er direkt nach einem Fußballspiel euphorisch in die Kamera. Doch nach eineinhalb erfolgreichen Jahren beim Fußball-Erstligisten HNK Rijeka plant der gebürtige Ludwigsburger seinen Wechsel im Winter – am besten in eine der Top-Fünf-Ligen Europas.

Zurück nach Deutschland? Oder doch nach Spanien, Italien oder Frankreich? So lauten die Optionen, die sich für Colak derzeit bieten. Mit seinem derzeitigen Verein Rijeka ist er sich wohl einig, dass der 25-Jährige in eine der größten europäischen Fußballligen wechseln wird. Nur wohin genau es gehen wird, weiß Colak noch nicht. „Ich denke, dass ich einen guten Transfer machen werde zu einem größeren Verein“, kündigt der Angreifer an. Auf elf Tore und vier Vorlagen kam der Deutsch-Kroate, dessen Eltern noch heute in Freiberg leben, vor der Corona-Unterbrechung in Kroatien.

Marktwert wird auf knapp 2,5 Millionen Euro geschätzt

Auch deshalb schätzt Colak die Situation realistisch ein: „Ich bin das teuerste Exponat, bin in Form, habe zwei super Jahre gespielt.“ Sein Marktwert wird auf knapp 2,5 Millionen Euro geschätzt und der Verein lebe von Transfereinnahmen. „Ein Nachteil ist aber, dass viele Vereine wegen der Coronakrise derzeit keine Planungssicherheit haben“, weiß Colak. Auch deshalb muss er sich noch gedulden, wo die Reise denn letztlich hingeht. „Natürlich würde ich gerne zurück nach Deutschland“, sagt er. Hier spielte er in der Bundesliga für den 1. FC Nürnberg und Darmstadt 98 sowie in der zweiten Liga für den 1. FC Kaiserslautern und den FC Ingolstadt. In der Jugend trug er zudem das Trikot des SGV Freiberg und der Stuttgarter Kickers.

Trotz zuletzt insgesamt sieben verschiedener Vereine seit 2014 hat er seine Jahre in Deutschland in guter Erinnerung. „Es war eine recht erfolgreiche Zeit. In Darmstadt hatte ich ein super Jahr. Als ich nach Ingolstadt ausgeliehen wurde, wurde ich von Trainerwechseln und einer Kopfverletzung zurückgeworfen“, blickt er zurück.

Doch auch ein Wechsel in ein anderes Land komme infrage: „Italien ist sehr nah. Auch in Frankreich und Spanien schaut man sich gerne die kroatische Liga an“, so der 1,88 Meter große Angreifer.

Die Coronakrise bremste zuletzt nicht nur Colaks nächsten Karriereschritt aus. Auch auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft mit Kroatien hatte er sich Hoffnungen gemacht, gehörte zuletzt dem erweiterten Kader von Nationaltrainer Zlatko Dalic an. „Ich wusste lange vom Interesse aus Rijeka. Hier habe ich dann die besten Chancen gesehen, mein Ziel, kroatischer Nationalspieler zu werden, zu erreichen.“ Nun hat er immerhin ein Jahr mehr Zeit, sich ins Schaufenster für das paneuropäische Turnier zu spielen, das auf 2021 verschoben wurde.

Strenge Maßnahmen und frühe Maskenpflicht in Kroatien

Immerhin ist auch in Kroatien ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Seit gut vier Wochen trainiert das Team in Rijeka, einer Hafenstadt im Nordwesten des Landes, wieder. Ab 30. Mai soll der Spielbetrieb wieder starten. Damit werden die bislang teilweise sehr strengen Coronaregeln etwas gelockert. „Ich durfte beispielsweise nicht in einen anderen Ort zum Einkaufen fahren, dafür hätte man gewisse Genehmigungen gebraucht“, berichtet Colak. Auch die Maskenpflicht habe es schon sehr früh gegeben. „Sehr strenge Maßnahmen“, fasst Colak zusamen, weiß aber auch, „dass deswegen die Situation hier noch sehr gut ist.“

Von Undiszipliniertheiten wie von Salomon Kalou, der Anfang Mai in einem Video in den sozialen Netzwerken mehrfach die Hygieneregeln missachtete und daraufhin von seinem Club Hertha BSC suspendiert wurde, bekam Colak indes nichts mit. „Ich denke, das war ein Einzelfall. Jeder möchte, dass es wieder losgeht und das hinter uns liegt“, sagt er.

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